Bali-, Australien- oder Neuseelandreise: An alle wichtigen Impfungen gedacht?

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

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© ViktorCap - istockUnbeschwerte Reise dank Vorsorge-Impfungen (© ViktorCap - istock)Sie planen eine Reise nach Bali, Australien oder Neuseeland und möchten wissen, ob Sie sich impfen sollten? Hier finden Sie länderspezifische Informationen zu den wichtigsten Impfungen. Sie erfahren auch, was passiert, wenn Sie eine Impfung weglassen, ob Ihnen die Einreise verweigert werden kann und ob Kinder ebenfalls einen Impfschutz benötigen.

Sind Impfungen wirklich notwendig?

Es gibt vorgeschriebene und empfohlene Reiseimpfungen. Wenn Sie eine vorgeschriebene Impfung weglassen, kann Ihnen die Einreise auch nach einem langen Flug verweigert werden, genauso wie wenn Sie keinen gültigen Reisepass mitgenommen hätten.

In besonderen Fällen kann Ihnen die Einreise ins Heimatland verweigert werden. Zum Beispiel wenn Sie sich bei einem Vogelgrippe-Ausbruch im Reiseland nicht gegen Vogelgrippe impfen lassen oder der Impfnachweis fehlt, können Sie nach der Rückreise in Quarantäne kommen, bis Ihr Impfstatus festgestellt wird.

Wenn Sie eine empfohlene Reiseimpfung weglassen, dann riskieren Sie, im Urlaub krank zu werden. Das Erkrankungsrisiko hängt vom Zeitpunkt der Reise, dem Reiseland, der Art und der Dauer des Aufenthalts, Ihrem Impfschutz und Ihrem persönlichen Gesundheitszustand ab.

Vorgeschriebene Impfungen für Bali, Australien und Neuseeland

Wenn Sie direkt von Europa nach Bali, Australien oder Neuseeland fliegen, sind keine Impfungen vorgeschrieben.

Wenn Sie sich aber etwa 6 Tage vor der Reise nach Bali, Australien oder Neuseeland in einem Gelbfieber-Endemiegebiet aufgehalten haben, ,  dann brauchen Sie eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung.

Davon ausgenommen sind Kinder unter 9 Monaten, die mit ihren Eltern nach Bali reisen,und Kinder unter einem Jahr, die mit der Familie nach Australien unterwegs sind.

Für Australien gilt diese Regelung auch für einen Zwischenstopp oder Umstieg, der länger als 12 Stunden dauert. Ärztliche Bescheinigungen zur Befreiung von der Gelbfieber-Impfung werden bei der Einreise in Australien anerkannt, bei der Einreise in Bali jedoch nicht.

Gelbfieber-Endemiegebiete sind: Angola, Äquatorialguinea, Argentinien, Äthiopien, Benin, Bolivien, Brasilien, Burkina Faso, Burundi, Ecuador, Elfenbeinküste, Französisches Guayana, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Kamerun, Kenia, Kolumbien, Kongo, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Panama, Paraguay, Peru, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Südsudan, Suriname, Togo, Trinidad und Tobago, Tschad, Uganda, Venezuela und Zentralafrikanische Republik.

Gelbfieber wird durch das gleichnamige Virus verursacht und durch Stechmücken übertragen. Die Erkrankung äußert sich mit Fieber, Übelkeit und Schmerzen und klingt nach Tagen wieder ab. Manchmal kommt es zu schweren Verläufen mit Leberschädigung und Blutgerinnungsstörungen, die tödlichen ausgehen können.

Empfohlene Impfungen für Bali

Das Deutsche Zentrum für Reisemedizin empfiehlt zu Ihrem eigenen Schutz folgende Impfungen, wenn Sie nach Bali reisen:

1. Wenn Sie sich ausschließlich in Großstädten aufhalten sowie in Hotels und Restaurants mit gehobenen oder europäischen Standards: Hepatitis-A.

Bei Hepatitis-A handelt es sich um eine Entzündung der Leber, die durch das gleichnamige Virus verursacht wird. Das Virus wird durch den Darm der Erkrankten ausgeschieden, deswegen erfolgt die Übertragung durch Kontakt- oder Schmierinfektion oder durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände. Hepatitis-A verursacht Magen-Darm-Symptome, kombiniert mit allgemeinem Krankheitsgefühl, erhöhter Körpertemperatur und in einigen Fällen mit gelblicher Färbung der Haut und der Augenäpfel, Hautjucken und Hautausschlägen.

© michaeljung fotoliaAusflüge ins Outback erfordern einen besseren Impfschutz (© michaeljung fotolia)2. Wenn Sie Ausflüge ins Landesinnere mit Unterkunft und Verpflegung in Hotels und Restaurants mit mittleren bis gehobenen Standards planen, sollten folgende Impfungen dazu kommen:

Hepatitis-B bei Langzeitaufenthalten oder engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung: Diese Lebererkrankung wird vom Hepatitis-B-Virus verursacht.

Das Virus verbreitet sich durch das Blut und andere kontaminierte Körperflüssigkeiten, über Verletzungen oder Sexualkontakt. Nachdem die akute Phase der Erkrankung abklingt, kommt es zu einer chronischen Leberentzündung, die schwerwiegende Folgen hat, wie zum Beispiel Lebezirrhose und Leberkrebs.

Tollwut bei vorhersehbarem Umgang mit Tieren: Tollwut führt meistens zu einer tödlichen Gehirnentzündung. 99 % der Ansteckungen erfolgen durch den Biss eines Hundes. Das Virus wird über den Speichel des kranken Tieres übertragen, befällt das Zentralnervensystem und verursacht Lähmungen, Angst, Verwirrtheit, Delirium, abnormales Verhalten, Halluzinationen und Krämpfe.

Cholera: Die schwere bakterielle Infektionskrankheit wird meistens über verunreinigtes Trinkwasser oder die Nahrung übertragen. Die Erkrankung äußert sich mit Durchfall, Erbrechen und Austrocknen und kann zum Tod führen.

3. Wenn Sie unter einfachen Bedingungen durch das Landesinnere reisen wollen, einen Langzeitaufenthalt planen, eine praktische Tätigkeit im Gesundheits- oder Sozialwesen ausüben möchten und wenn enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich ist, dann sind zusätzliche Impfungen empfehlenswert:

Japanische Enzephalitis: Die Gehirnentzündung wird vom gleichnamigen Virus verursacht, der von Mücken übertragen wird. Das Infektionsrisiko ist während der Regenzeit besonders hoch. In den meisten Fällen verläuft die Infektion mild und nur selten kommt es zu einem schweren verlauf mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Bewusstseinsstörungen. Die Erkrankung führt oft zu bleibenden Schäden und in 5 bis 30 Prozent der Fälle verläuft sie tödlich.  

Vogelgrippe bei aktuellen Ausbrüchen: Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die durch Grippeviren verursacht wird. Wenn Mensch und Geflügeltier in sehr engen Kontakt kommen, kann das Virus auf den Menschen übertragen werden. Nach der Infektion führt sie zu einer schweren Lungenentzündung und verläuft in 50 % der Fälle tödlich. Die Symptome sind hohes Fieber, Husten, Halsschmerzen, Atemnot, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.


Australien und Neuseeland

Wenn Sie nach Australien oder Neuseeland fliegen, empfiehlt das Deutsche Zentrum für Reisemedizin folgende Impfungen. 

Wenn Sie unter einfachen Bedingungen ins Outback reisen wollen oder einen Langzeitaufenthalt planen, im Gesundheits- oder Sozialwesen tätig sein möchten und wenn enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung wahrscheinlich ist, dann sind folgende Impfungen empfehlenswert:

  • Hepatitis-A
  • Hepatitis-B bei Langzeitaufenthalten und engem Kontakt mit den Einheimischen

Meningitis-Impfung für Kinder und Jugendliche bei Langzeitaufenthalten, wie zum Beispiel zum Studieren: Die Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die das zentrale Nervensystem umhüllen. Die Erkrankung äußert sich mit Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Fieber, Bewusstseinsminderung, Übelkeit, Überempfindlichkeit gegen Licht und laute Geräusche. Eine bakterielle Meningitis äußert sich zudem mit einem typischen Hautausschlag und ist grundsätzlich lebensbedrohlich.  


© fotolia-113451384-KurhanMindestens 6 Wochen vor Abflug sollte die Beratung stattfinden (© fotolia-113451384-Kurhan)Wie lange vor Reise mit dem Impfen beginnen?

Impfungsvorschriften ändern sich je nach aktuellen Ausgangssituationen in den verschiedenen Ländern.

Welche Impfungen Sie machen sollten, hängt nicht nur vom Zeitpunkt der Reise, dem Reiseland und der Art und Dauer des Aufenthalts ab, sondern auch von Ihrem Impfschutz und ihrem persönlichen Gesundheitszustand.

Am besten lassen Sie sich bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt mindestens 6 Wochen vor der Reise beraten. Besonders wichtig ist die Beratung, wenn Sie Babys und Kinder mit auf die Reise nehmen.

Die Pflichtimpfungen betreffen alle, aber die empfohlenen Impfungen sind vom Alter und des bisherigen Impfprogramms der Kinder abhängig.


Häufige Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen einer Impfung sind Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen. Über impfungsspezifische Nebenwirkungen informiert Sie außerdem Ihr Arzt.

Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten für Impfungen und Malariaprophylaxe, andere nicht. Am besten informieren Sie sich individuell bei Ihrer Krankenkasse über die Kostenübernahme.

Vor Malaria und Sonne schützen

Für Reisende nach Bali: Es besteht ein geringes Malariarisiko auf Bali. Zur Vorsorge sollten Sie sich in den Abend- und Nachtstunden gegen Mückenstiche schützen:

  • Schlafen Sie unter einem Moskitonetz oder in einem klimatisierten Raum, denn Mücken bevorzugen wärmere Temperaturen.
  • Ziehen Sie möglichst körperbedeckende Kleidung an sprühen Sie unbedeckte Hautstellen mit Mückenschutz ein.

Die Malaria ist eine Tropenkrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Sie äußert sich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Magen-Darm-Beschwerden, Blutarmut, Krämpfen, Bewusstseinsstörungen, Lungenödemen und Nierenversagen. Die Malaria kann zu Koma und Tod führen, besonders bei Kindern. 

Für Reisende nach Australien und Neuseeland: Das Ozonloch ist in der südlichen Halbkugel besonders groß, was zu verstärkter Sonneneistrahlung führt, besonders in den Sommermonaten. Ein guter Sonnenschutz ist daher notwendig.


© liveostockimages fotoliaDenken Sie an eine gut ausgestattete Reiseapotheke (© liveostockimages fotolia)Ratschläge für die Reiseapotheke

1. Sorgen Sie dafür, dass Sie alle Medikamente, die Sie ständig einnehmen müssen, in ausreichenden Mengen mitnehmen. Medikamente, die in Deutschland verfügbar sind, sind nicht immer in anderen Ländern zugelassen. Darüber hinaus bekommen Sie im Ausland manchmal verschreibungspflichtige Medikamente mit einem Rezept von einem Deutschen Arzt nicht.

2. Zusätzliche Medikamente und Artikel, die Sie bei jeder Reise mitnehmen sollten:

  • Medikamente gegen Durchfall, Reisekrankheit, Fieber und Schmerzen
  • Wunddesinfektionsmittel und Verbandmaterial
  • Insekten- und Sonnenschutzmittel, Salbe für Insektenstiche und Hautreizungen
  • Fieberthermometer

Fazit

Sie möchten sich nicht mit einer Tropenkrankheit anstecken? Dann lassen Sie sich vor Ihrer Traumreise nach Bali, Australien oder Neuseeland dagegen impfen . Wenn Sie nicht wissen, ob Sie bereits geimpft sind oder nicht, reden Sie mit dem Arzt spätestens 6 Wochen vor Reiseantritt darüber.

Reiseimpfungsempfehlungen ändern sich oft, weil sich die Gesundheitssituation in Reiseländern verbessern oder verschlechtern kann. Deswegen ist es besonders wichtig, das Beratungsgespräch rechtzeitig zu planen. Darüber hinaus riskieren Sie nicht, dass Ihre Einreise in das Urlaubsland oder zurück in das Heimatland verweigert wird.  

 

Quelle: 

CRM Centrum für Reisemedizin. Reisemedizinische Länderinformationen:

https://www.crm.de/laender (Stand 30.11.2016)

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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