Vitamin C bei Corona-Virus-Infektion (COVID-19)

Die schwere einer Infektion hängt stets von individuellen Einzelfaktoren ab. (© Harryarts - freepik)

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann zu schweren Krankheitsverläufen führen. Ursachen dafür sind Gefäßschädigungen, Entzündungsreaktionen, verbunden mit Thrombosen und Lungenembolien, der Zytokinsturm und Lungenschädigungen.

Wie das Virus schwere Krankheitsverläufe auslöst

Ursächlich ist ein gestörtes Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Substanzen, die vom Körper als Reaktion auf den Virusbefall hergestellt werden.

Durch die Infektion mit dem Virus wird zunächst die Produktion eines entzündungsfördernden Zytokins (Interleukin 6) angeregt. Eine Überproduktion dieses Interleukins kann zu dem gefürchteten Interleukinsturm führen, welcher die Gefäße und Organe schädigen kann. Das Risiko hängt von verschiedenen Faktoren ab wie: Alter, Vorerkrankungen, genetische Voraussetzungen usw.

Nach dem Zytokinsturm wird eine andere Substanz vermehrt gebildet, das antientzündlich wirkende Interleukin 10. Auch diese Produktion kann überschießend sein, so dass als Ergebnis dann eine Immunschwäche auftreten kann. Sie erhöht das Risiko für Infektionen mit anderen Erregern und eine Lungenschädigung.

So funktioniert Vitamin C in unserem Körper

Normalerweise ist unser Immunsystem sehr effizient bei der Abwehr von Bakterien und Viren. Allerdings sind für eine gute Funktion verschiedene Vitamine und Spurenelemente notwendig.
Vitamin C spielt hier eine wichtige Rolle. Es ist an tausenden Stoffwechselvorgängen beteiligt. Der menschliche Organismus ist nicht in der Lage, sein Vitamin C selbst herzustellen. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist deshalb essenziell, muss also mit der Nahrung aufgenommen werden. Es erschwert das Eindringen des Coronavirus in die Zelle.

Damit das Virus in seine Wirtszelle eindringen kann, muss es an dem sogenannten ACE2-Rezeptor auf der Zelle andocken. Das kann es aber nur, wenn es vorher durch ein Enzym (Furin) gespalten wird. Dieses Enzym kommt in vielen Geweben des Körpers vor und erklärt auch, warum das Virus verschiedene Organe befallen kann.

Normalerweise wird Furin rasch wieder abgebaut, wenn ausreichend Vitamin C vorhanden ist. Bei Mangel verstärkt sich der Entzündungsprozess.

Welche Rolle spielt Vitamin C bei der Therapie von Corona-Patienten?

Bei einer Corona-Virus-Infektion kann der Vitamin-C-Spiegel innerhalb von Stunden um etwa 50 % absinken. Bei Patienten auf Intensivstationen und mit Lungenentzündungen hat man einen erheblichen Mangel an Vitamin C festgestellt. Bei Covid-19-Patienten mit Atemnotsyndrom wurde dieser Mangel ebenfalls gesehen.

Vitamin C kann in allen Phasen der viralen Infektion eingesetzt werden. Es verhindert durch sein Eingreifen in die Interleukin-6- und Interleukin-10-Produktion ein Überschießen des Immunsystems in die eine und in die andere Richtung. Dadurch reduzieren sich die Zahl schwerer Verläufe und das Auftreten von Komplikationen (z. B. Thrombosen, Embolien, Lungenschädigungen).

Die Dosierung von Vitamin C hängt von der Krankheitsphase und der Krankheitsschwere ab. Das ist damit zu erklären, dass Vitamin C dosisabhängig sowohl antioxidative als auch oxidative Fähigkeiten besitzt. In höheren Dosen wirkt Vitamin C viruzid, tötet also Viren ab.

Im akuten Stadium werden intravenös bis 10 g bei leichten Fällen bis 20 g bei mittelschweren und bis zu 100 g bei schweren Fällen eingesetzt. In der Erholungsphase ist die antioxidative und immunmodulierende Eigenschaft von Vitamin C notwendig, um die Wundheilung zu fördern und einer Lungenschädigung entgegenzuwirken. Dementsprechend werden in dieser Phase geringere Dosen eingesetzt.

Die Wirkung von Vitamin C wird derzeit in mehreren Studien untersucht. Bisherige Resultate sind vielversprechend und zeigen eine um ein Sechstel reduzierte Beatmungs- und Aufenthaltsdauer in der Klinik.

Alle Hochdosisinfusionstherapien waren bisher ohne wesentliche Nebenwirkungen. Hohe orale Dosen ab 3 μg können abführend wirken. Nierensteine bilden sich unter einer hochdosierten Therapie nicht. Ab 15 μg Vitamin C kann ein Durstgefühl auftreten. Auf eine ausreichende Trinkmenge sollte geachtet werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 7

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?