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ADHS aus Sicht der manuellen Medizin

Dr. Liebhold

von
verfasst am

© Vadim Ponomarenko - Fotolia© Vadim Ponomarenko - FotoliaDie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine häufige psychiatrische Störung im Kindesalter. Vermutet wird eine erbliche Fehlregulation von zentralen Botenstoffen, die zu einer veränderten Wahrnehmung führt. Der Ausprägungsgrad kann von zahlreichen äußeren Faktoren beeinflusst werden. 

Die Kinder leiden an Aufmerksamkeitsstörungen (Vergesslichkeit, mangelnde Organisation, leichte Ablenkbarkeit) und / oder an Hyperaktivität ("Zappelphilipp", Impulsivität). Die Diagnose wird im Idealfall vom Kinderpsychologen anhand standardisierter Befragungen der Kinder und Eltern sowie psychologischer Tests gestellt. Gängige Behandlungen sind Medikamente und Psychotherapie.

Aufgrund der guten Erfolge lohnt es sich, die Erkrankung einmal aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Die manuelle Medizin oder Chirotherapie ist selbstverständlich nicht in der Lage eine genetisch bedingte Fehlregulation des Gehirns zu beeinflussen. Trotzdem gelingt es in vielen Fällen, mit manuellen Techniken den Ausprägungsgrad der Symptome zu mindern, eine Besserung von Teilleistungen zu erreichen oder die Symptome vollständig zu lindern. Im letzten Fall darf man davon ausgehen, dass es sich nicht um eine ADHS gehandelt hat.

Erwachsene wissen, dass körperliche Erkrankungen zu einer Wesensänderung führen können (Antriebslosigkeit, Gereiztheit, mangelnde Konzentration usw.). Bei Kindern sind diese Zusammenhänge noch ausgeprägter. So wird ein Erwachsener zum Beispiel eine Blockierung der Halswirbelsäule eher als Bewegungseinschränkung und Schmerz empfinden. Kinder nehmen dies aber in der Regel anders wahr und reagieren möglicherweise an anderer Stelle mit einer Symptombildung. So können aus einer harmlosen Funktionsstörung gerade der Halswirbelsäule zum Beispiel Konzentrations- oder schulische Teilleistungsstörungen resultieren. Genau hier liegt der Ansatz der manuellen Medizin.

Manuelle (lateinisch manus = die Hand) Medizin ist eine Behandlungsmethode, die nur mit den Händen am Patienten durchgeführt wird. Manuelle Medizin und Chirotherapie (griechisch cheir = die Hand) bedeuten weitgehend das gleiche. Exakt lehrbare Handgrifftechniken und sofort nachprüfbare Ergebnisse haben heute auch die Anerkennung der Hochschulmedizin gefunden.

Die Therapie setzt dort an, wo es um reversible (umkehrbare) Funktionsstörungen der Gelenke geht. Diesen Störungen liegt eine Gelenkblockierung zugrunde. Das Gelenk ist dabei nicht wirklich ausgerenkt, sondern lediglich in seiner Funktion eingeschränkt (blockiert).Die Blockierung ist in der Regel im Röntgenbild nicht sichtbar und wird mit speziellen Grifftechniken diagnostiziert. Zum Ausschluss von Kontraindikationen (z. B. angeborene Fehlbildungen) muss jedoch ein aktuelles Röntgenbild vorliegen. Zur Aufhebung der Funktionsstörungen kommen spezielle Grifftechniken zum Einsatz.

Bei Symptomen der ADHS untersucht der Therapeut gezielt nach Funktionsstörungen der Halswirbelsäule und Kopfgelenke. Diese können dann mit speziellen Techniken der manuellen Medizin gelöst werden.

Auch die Atlastherapie als spezielle Form der manuellen Behandlung kann - wenn zum Beispiel Blockierungen fehlen oder deren Behandlung nicht zum Erfolg führt - Sinn machen. Der Therapeut setzt hierbei mit seinem Finger Impulse an den obersten Halswirbel (Atlas) und beeinflusst damit indirekt das vegetative Nervensystem.

Es gibt keine Testung zur Vorhersage des Therapieerfolges. Da aber nach meiner Erfahrung 50 bis 60 Prozent aller Betroffenen von der Anwendung profitieren und die Behandlung frei von Nebenwirkungen ist, lohnt es sich, die manuelle Medizin als einen Baustein der Therapie in Betracht zu ziehen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (4)


17.10.2014 - 10:13 Uhr

Mein Sohn hatte die Diagnose ADHS. Doch seid...

von Sarah

... 7Tagen ist er ein normaler Junge der sich in der Gesellschaft gut zurecht findet. Ohne seine vorherigen Medikamente. Ihm half eine Dorntherapie ungemein. Er strahlt wieder glücklich und zufrieden. Kann sich Sachen merken. Kann Konflikte viel besser lösen. Und hört genau zu, wenn man mit ihm redet. Mein Sohn und ich sind überglücklich :)

24.01.2013 - 09:00 Uhr

Hallo,mein Sohn leidet unter ADHS und bekommt ein...

von Petra

... Medikament, was nicht lange anhält.Kann man zusätzlich Vitaminpräparate angeblich zur verbesserung der Lernfähigkeit geben?

05.06.2012 - 19:51 Uhr

Naja, wir sollten schon sorgfältig und genau mit...

von Franz Josef Neffe

... allem umgehen. Ich habe ja gar nicht geschrieben, dass Dorn jemand geheilt hat. Ich habe geschrieben, dass er manuell die Wirbel korrigiert hatte und dass 14 Tage später alles ausgeheilt war. Dorn hatte auch keine Diagnose gestellt sondern nur die zuvor vom Arzt gestellte mitgeteilt. Dorn hat sich selbst auch nie als Therapeut verstanden sondern eher als Helfer. Zufällig waren seine Ergebnisse aber nicht. Wir dienen wohl weder der Sache der Medizin noch der der Dorn-Methode noch irgendeinem Menschen, wenn wir beim Bericht eines guten Ergebnisses immer gleich unterstellen, da solle etwas als Allheilmittel hingestellt werden. Es ist nicht mehr als ein konkretes Beispiel dafür, dass das Problem schon einmal gelöst worden ist. Ich denke, wir kennen alle schon Lösungsbeispiele aus allen Bereichen der Medizin, Pädagogik usw. und sind dankbar dafür, weitere erleben zu dürfen. Hoffnung an sich ist für Leben und Heilung nie falsch sondern eine konstruktive Triebkraft und sie gründet sich viel weniger auf bestimmte Methoden als auf die Sorgfalt, wie wir mit ihnen für den Menschen umgehen. Ich freue mich eben, dass ich Ihnen auf dem Wege der Sorgfalt begegnen darf. Mit herzlichen Grüßen Franz Josef Neffe

02.06.2012 - 13:26 Uhr

Die Körperfunktionen werden doch über die...

von Franz Josef Neffe

... NERVENLEITUNGEN gesteuert. Wo könnte man diese Steuerung leichter blockieren als an der Austrittstelle aus der Nerven aus der Wirbelsäule? Eine minimale Wirbelverschiebung oder -verdrehung genügt schon. Ais diesem Grund schaue ich als DORN-Lehrer bei jedem größeren Gesundheitsproblem erst einmal auf die Wirbelsäule und fühle sie ab. Nehmen wir mal den 11jährigen Jungen mit Neurodermitis am ganzen Körper, der mit seiner Mutter zu D.Dorn kam. Die ärztliche Kortisongabe hatte das Problem nicht gelöst sondern verschlimmert. "Damit müssen Sie leben", den Wahrsageversuch hätte man sich sparen können. DORN fühlte den blockierten 9.Brustwirbel. Da ging es um die Nerven, über die die Nebennieren gesteuert werden, die Kortisol produzieren sollten. Nach einfacher manueller Wirbelkorrektur heilte die ND in 14 Tagen aus. Der Junge hat nun nicht ADHS gehabt. Ich nehme ihn aber nur als Beispiel, dass es viele nicht verstandene Gründe gibt, in der Schule unruhig und hypertaktiv zu werden. Einer der wichtigsten ist für mich als ich-kann-Schule-Lehrer der Unterricht selbst. Dass hier endlich die manuelle Therapie ins Spiel gebracht wird, kann man nur als Hoffnungsschimmer bezeichnen. Wozu haben wir überhaupt anatomische Grundkenntnisse, wenn wir sie nicht praktisch nutzen??? Freundlich grüßt Franz Josef Neffe

Dr. Liebhold

Antwort vom Autor am 05.06.2012
Dr. med. Ralf Liebhold

Sehr geehrter Herr Neffe, danke für Ihre Zustimmung. Die manuelle Therapie vermag sicher viele Symptome zu lindern, sie ist aber kein Allheilmttel. Als "Alternativmediziner" sehe ich aber immer auch meine schulmedizinische Verantwortung. So halte ich eine Aussage, dass jemand eine Autoimmunerkrankung durch manuelle Medizin geheilt habe, für sehr gewagt. Mit dem Begrif heilen sollte man perse vorsichtig umgehen. Auch wissen wir nicht, ob Herr Dorn tatsächlich eine Neurodermitis behandelt hat (er war eben kein Arzt). Sollten Sie oder Herr Dorn mittlerweile tatsächlich eine aussagekräftige Anzahl an Neurodermitis-Patienten erfolgreich nach der Dorn-Methode behandelt haben, lohnt es sich darüber zu diskutieren. So aber würde ich Ihr Beispiel zunächst als zufälligen Therapieerfolg verbuchen wollen. Bei allem Nutzen alternativer Heilmethoden bzw. Gedankengängen ausserhalb des Mainstream, sollten wir versuchen, hier keine falschen Hoffnungen zu wecken. . Dr. R. Liebhold


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