Babys erste Zähne: So pflegen Sie sie richtig

Dr. Westmar

von
verfasst am

© vividpixels_iStockDamit die frisch gewonnenen Milchzähne auch gesund bleiben, sollte Mundhygiene auch bei Babys früh ernst genommen werden (© vividpixels_iStock)Endlich ist es da: Babys erstes Zähnchen! Ihr Schatz hat gelitten und gekämpft und die ganze Familie einige schlaflose Nächte verbracht. Jetzt gilt es, Babys wertvolle Zähne zu pflegen und somit die Gesundheit und Entwicklung Ihres Kindes zu unterstützen.

Erfahren Sie, wie Sie Milchzähne richtig putzen, um Karies zu vermeiden.

Karies bei Babys weit verbreitet

Der Durchbruch der Milchzähne markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung Ihres Kindes. Ihr Baby wird nun selbstständiger und beginnt zu essen. Außerdem unterstützen die Zähne das Wachstum des Kieferknochens und die Ausprägung der Gesichtszüge Ihres Kindes. Zudem sind sie entscheidend, um die Sprache zu erlernen.

Die ersten bleibenden Zähne brechen erst mit rund sechs Jahren durch. Die Milchbackenzähne bleiben meist über das zehnte Lebensjahr hinaus erhalten. Deswegen ist es so wichtig, Babys erste Zähnchen gut zu pflegen und Kariesbefall und einen frühzeitigen Verlust zu verhindern.

Fruchtsäfte, Kinderbrei und auch Muttermilch enthalten Zucker, der sich schon an den ersten Zähnen anlagern und Probleme verursachen kann.

Tatsächlich ist frühkindliche Karies gar nicht so selten: In manchen Regionen Deutschlands ist jedes fünfte Kind betroffen. Damit ist frühkindliche Karies die häufigste chronische Erkrankung im Vorschulalter und weiter verbreitet als Asthma und Heuschnupfen. Das liegt unter anderem daran, dass Milchzähne aufgrund ihres weichen Zahnschmelzes besonders anfällig für Bakterien sind.

© drubig-photo - FotoliaSobald Kinder selbstständig putzen können sollte gemeinsam auf eine gute Mundhygiene geachtet werden (© drubig-photo - Fotolia)Mundhygiene ab dem ersten Zahn

Zahnpflege gelingt leichter, wenn Sie Ihr Kind schon vor dem ersten Zahn darauf vorbereiten. Streichen Sie mit Ihrem Finger sanft über die Kieferkämme, damit sich das Baby an dieses Gefühl gewöhnt. Das hilft Ihrem Baby außerdem beim Zahnen!

Bricht nach etwa sechs Monaten der erste Zahn durch, beginnt die tägliche Zahnpflege. Putzen Sie den Zahn mit einer Kinderzahnbürste einmal pro Tag, am besten abends vor dem Schlafen. Am besten mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta, um Beläge zu entfernen.

Eine elektrische Kinderzahnbürste empfehlen wir ab dem dritten Lebensjahr. Damit entfernen Sie und Ihr Kind noch schneller und effektiver Plaque und Beläge.

Wenn das Kind nicht mitmacht

Manche Babys blockieren sofort, wenn sich Mama oder Papa mit der Zahnbürste nähern. Machen Sie es Ihrem Kind leichter, indem Sie das Zähneputzen in eine Geschichte einbauen oder ein Lied dazu singen. Oder putzen Sie zuerst Ihre eigenen Zähne, während der Nachwuchs zusieht – manche Kinder ahmen gerne das Verhalten ihrer Eltern nach.

Spezielle Zahnputz-Apps mit Zahnputz-Timer und lustigen Zahnputz-Songs können die Kinder zusätzlich motivieren und ihnen die tägliche Zahnpflege spielerisch beibringen. Besonders hilfreiche Zahnputz-Apps enthalten alle wichtigen Informationen für gesunde Kinderzähne als mobilen Ratgeber inklusive Notdienstfinder und Lehrvideos.

Die richtige Zahnputztechnik

Wir empfehlen die KAI-Methode für die Zahnpflege Ihres Kindes: Kauflächen-Außen-Innen.

Dies kann sich Ihr Schatz leicht merken und außerdem stellen Sie so sicher, dass Sie zusammen alle Zahnflächen gereinigt haben.

Nachputzen ist extrem wichtig. Wenn es mehr Zähne werden, gilt es, genau hinzusehen. Haben Sie wirklich alle Zahnflächen gereinigt? Nutzen Sie die Gelegenheit auch, um zu prüfen, ob alle Zähne noch gesund sind. Fallen Ihnen Beläge, Zahnfleischentzündungen oder weißliche Verfärbungen auf? Spätestens jetzt ist ein Zahnarztbesuch notwendig, denn diese Symptome deuten auf Karies hin.

 

Ab wann zum Zahnarzt?

Manche Eltern ziehen den ersten Zahnarztbesuch erst ab dem Kindergartenalter in Erwägung. Da viele Kinder zu diesem Zeitpunkt bereits kariöse Zähne haben, lohnt es sich jedoch, schon früher in der Praxis zu erscheinen.

©fotolia-Drobot DeanIndem Sie Ihr Kind regelmäßig zu Terminen beim Zahnarzt mitnehmen, kann es sich bereits von klein auf an die Umgebung in der Praxis gewöhnen (©fotolia-Drobot Dean)Gehen Sie mit Ihrem Baby ab dem ersten Zahn zum Kinderzahnarzt. Er kontrolliert nicht nur die Zahngesundheit Ihres Kindes, sondern gibt Ihnen auch nützliche Tipps zum Thema Zahnpflege, Ernährung oder Schnuller.

Nehmen Sie Ihr Kind ruhig auch zu Ihrer eigenen Kontrolluntersuchung mit. So lernt es die Zahnarztpraxis kennen und kann bei Mama oder Papa zuschauen. Danach gelingt die erste Untersuchung Ihres Kindes erfahrungsgemäß ganz angstfrei.

Weitere Verhaltenstipps für gesunde Zähne

Mundgesundheit beginnt zwar bei der täglichen Zahnpflege, ist damit aber längst nicht zu Ende. Achten Sie auf eine zuckerarme Ernährung Ihres Babys, um Karies vorzubeugen. Für die Nuckelflasche empfehlen wir Wasser. Fruchtsäfte und Schorlen sollten eine Ausnahme sein.

Sollte der Schnuller auf den Boden fallen, halten Sie ihn kurz unter den Wasserhahn. Den Sauger selbst abzulecken, ist keine gute Alternative, da so Bakterien übertragen werden können, die Karies verursachen.

Bleiben die Milchzähne gesund, verringert sich auch das Risiko, später an Karies zu erkranken. Mit einer konsequenten Zahnpflege legen Sie daher die Basis für eine gute Mundgesundheit Ihres Kindes.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
3
Interessante Artikel zum Thema „Milchzähne”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon