Fissurenversiegelung bei Kindern - kleine Maßnahme bewahrt vor großen Schäden

Dr. Szostak

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© wojciech_gajda_iStockNicht vergessen: Auch Kinder sollten regelmäßig zum Zahnarzt gehen! (© wojciech_gajda_iStock)Stellen Sie sich ein Stück Holz vor, das längere Zeit den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist: Es bilden sich kleine Risse und der Regen greift die Oberfläche an. Sogar harte Substanzen wie Steine halten dem auf Dauer nicht stand.

Ähnlich verhält es sich mit den Zähnen, die beim Kauen ständigen Belastungen ausgesetzt sind: Es entstehen kleine Furchen und Grübchen - vor allem an den Backenzähnen.

Diese stellen einen idealen Aufenthaltsort für Bakterien dar – selbst eine sorgfältige Mundhygiene reicht hier nicht aus, denn die Zahnbürste kann die Oberfläche der betroffenen Zähne nicht ausreichend reinigen.

Wie der Zahnmediziner/in aus praktischer Erfahrung weiß, schützt eine sogenannte Fissurenversiegelung die Zähne nachhaltig vor Karies:

Versiegelte Zähne sind nach fünf Jahren wesentlich seltener daran erkrankt wie nicht versiegelte.

Effektive Vorsorgemaßnahme

Die Fissuren an den Backenzähnen können bis etwa einen Millimeter tief sein und sind somit zu schmal für die Borsten der Zahnbürste. Hier sammeln sich Speisereste und darauf folgend Bakterien an, wodurch das Kariesrisiko steigt.

Die hinteren Backenzähne sind besonders gefährdet, da hier die Mundhygiene ohnehin schwieriger ist als im vorderen Bereich. Ohne entsprechende Maßnahmen können irreversible Schäden entstehen, weshalb die regelmäßige Begutachtung durch den Zahnarzt zu empfehlen ist.

Das trifft selbstverständlich bereits für Milchzähne mit tiefen Grübchen zu, wird jedoch nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne noch wichtiger - schließlich sollen Ihre Kinder auch im Erwachsenenalter noch gesunde Zähne haben.

Die Behandlung: So geht der Zahnarzt vor

© fotolia-98834699-fotohanselEin Überblick über mögliche Zahnerkrankungen. (© fotolia-98834699-fotohansel)Stellt der Zahnarzt eine Notwendigkeit zur Fissurenversiegelung fest, werden die Zähne zunächst sorgfältig gereinigt und die Oberfläche getrocknet.

Anschließend wird die Oberfläche mit einem dünnflüssigen Kunststoff versiegelt, der unter speziellem UV-Licht aushärtet - dieses wird exakt punktuell ausgerichtet.

Auch Fluorid wird dem Zahn zugeführt, um seine Stabilität zu fördern. Material und Technik entsprechen hierbei modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Mit dem präzisen Auffüllen der gereinigten Rillen und Grübchen wird die Zahnoberfläche wieder glatt und widerstandsfähig. Die Zahnbürste kann so künftig alle Speisereste entfernen und kariesverursachenden Bakterien wird bei sorgfältiger Mundhygiene das Ansiedeln erschwert.

Die Behandlung dauert bei vier Zähnen nur 30 bis 45 Minuten.

Die Nachsorge

Die Zahnsubstanz selbst wird durch eine Fissurenversiegelung nicht angegriffen und die tägliche Mundhygiene sollte im Anschluss eine Selbstverständlichkeit sein.

Außerdem ist eine regelmäßige Kontrolle alle 6 Monate durch den Zahnarzt erforderlich, um die Versiegelung auf ihre Intaktheit zu überprüfen und natürlich auch bis dahin nicht betroffene Zähne zu untersuchen.

Sollte eine Beschädigung festgestellt werden, gestaltet sich die Reparatur ebenso unproblematisch, schmerz- und nebenwirkungsfrei wie die Erstbehandlung.

So kann eine Fissurenversiegelung viele Jahre halten und einen nachhaltigen Kariesschutz bilden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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