Was sind die Folgen bei vorzeitigem Milchzahnverlust? Platzhalter können helfen!

Milchzähne spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der bleibenden Zähne. (© auremar - fotolia)

Der Irrglaube, dass der Verlust von Milchzähnen nicht so tragisch ist, da hier ja sowieso bleibende Zähne nachkommen, ist noch immer sehr weit verbreitet.

Warum dem nicht so ist und was im Falle eines Milchzahnverlustes zu tun ist, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Wieso ist es wichtig, dass Milchzähne zunächst erhalten bleiben?

Ein wichtiger Aspekt der Milchzähne, der nicht unterschätzt werden sollte, ist die Platzhalterfunktion. Bevor der bleibende Zahn durchbricht, hält der Milchzahn den erforderlichen Platz im Zahnbogen frei. Nachdem der bleibende Zahn über einen längeren Zeitraum von unten gegen die Wurzeln des Milchzahns gedrückt hat und sich seine Wurzeln nach und nach auflösen, fängt der Milchzahn an zu wackeln. Er fällt schließlich aus und macht dem bleibenden Zahn Platz.

Muss der Zahn jedoch vorzeitig gezogen werden, lange bevor der Nachfolger den Platz im Zahnbogen einnehmen kann, ist häufig Folgendes zu beobachten: Die Nachbarzähne kippen in die Lücke und versperren dem bleibenden Zahn den Durchbruchsweg. Somit hat der bleibende Zahn später nicht den nötigen Platz. Auf diese Weise brechen die Zähne an untypischen Orten durch oder der Durchbruch des Zahnes wird be- oder gar verhindert.

Hier entstehen Zahnfehlstehlungen, die später sehr aufwendig und über Jahre kieferorthopädisch korrigiert werden müssen. Zusätzlich kann durch diese Fehlstellungen auch ein Zwangsbiss entstehen. Das heißt, dass der Unterkiefer beim Zusammenbeißen durch eine Blockade in eine bestimmte Position gezwungen und das Kieferwachstum gestört wird.

Das wiederum kann zu weiteren Fehlstellungen im Gebiss, aber auch zu Problemen im Kiefergelenk führen.

Wie können Lücken versorgt werden?

Manchmal kann nicht verhindert werden, dass ein verletzter oder zerstörter Milchzahn gezogen werden muss. In diesem Fall ist es vor allem im Seitenzahnbereich wichtig, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die entstandene Lücke in der erforderlichen Größe für den bleibenden Zahn freizuhalten. Man arbeitet hier in der Zahnmedizin und der Kieferorthopädie mit sogenannten „Platzhaltern“.

Unter einem Platzhalter versteht man eine herausnehmbare oder festsitzende Apparatur, die mit Hilfe einer gebogenen Klammer oder eines kleinen Kunststoffblocks die Lücke offenhält. So wird verhindert, dass die Nachbarzähne in die Lücke wandern.

Diese kleinen Platzhalter werden beim Zahnarzt angefertigt und so lange getragen, bis der bleibende Zahn durchzubrechen beginnt. 

Fazit

Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass es in jedem Fall notwendig ist, einen frühzeitigen Milchzahnverlust zu verhindern. Sollte das doch einmal nicht möglich sein, können Platzhalter eine sinnvolle Behandlung darstellen. Sie verhindern oder vereinfachen eine spätere aufwändige kieferorthopädische Behandlung.

In jedem Fall erfüllt der natürliche, gesunde oder mit einer guten Füllung oder auch Kinderkrone versorgte Milchzahn diese Lückenhalterfunktion mit Abstand am besten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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