Kinderprophylaxe beim Zahnarzt: Das können Sie tun

Zahngesundheit beginnt bereits im Kindesalter und sollte deshalb auch hier ernst genommen werden. (© Picture-Factory - fotolia)

Mit ihrem Wissen und ihren Möglichkeiten ist die Zahnmedizin heute in der Lage, schon vor der Geburt die besten Voraussetzungen für lebenslange Zahngesundheit unserer Kinder zu schaffen. Das beginnt mit Beratung und Therapien von Zahnkrankheiten bei werdenden Müttern, reicht über Frühuntersuchungsprogramme für Kleinkinder, Gruppenprophylaxe in Kindergärten und mündet schließlich in der Kinderprophylaxe.


Kinderprophylaxe erklärt

Die Kinderprophylaxe ist eine Individualprophylaxe für alle Kinder vom sechsten bis zum 17. Lebensjahr. Sie bietet Kindern und Jugendlichen während ihrer Entwicklung einen besonderen Basisschutz, der von den gesetzlichen Krankenkassen getragen wird. Für die Zahngesundheit bis ins hohe Alter sind diese Jahre eine wichtige Phase, denn hier verändert sich das Gebiss der Kleinen von Grund auf.

Ungefähr ab dem sechsten Lebensjahr ersetzen bleibende Zähne Stück für Stück die Milchzähne. Diese Entwicklung dauert grob bis zum 15. oder 16. Lebensjahr – Weisheitszähne kommen etwas später hinzu. Individualprophylaxe begleitet in dieser Zeit mit sogenannten IP-Leistungen.


Individualprophylaxe für Kinder

Zu den IP-Leistungen zählen vier Bausteine. Im ersten erhalten Kinder eine Diagnose der Mundhygiene. Dort zeigen zum Beispiel Färbeflüssigkeiten, wo sich an Zähnen Plaque befindet. Sie erfahren, wie sie diese durch eine verbesserte Mundhygiene beseitigen können. Dieser Baustein zielt darauf, durch Verhaltensänderungen die Zahngesundheit nachhaltig zu verbessern.

Auch der zweite Baustein konzentriert sich auf Aufklärung und Beratung, beschäftigt sich aber bereits mit eventuell festgestellten Erkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen oder auch Parodontitis.

Der nächste Baustein bietet mit Fluoridierung der Zähne konkreten Kariesschutz und wird zweimal – bei erhöhtem Kariesrisiko auch bis zu viermal – pro Jahr angewendet. Im letzten Baustein erhalten Kinder dann eine Fissurenversiegelung der hinteren Backenzähne. Dabei überzieht und begradigt der Behandler kariesanfällige Fissuren – kleine Grübchen in den Kauflächen – mit einer dünnen Kunststoffschicht.

In einzelnen Fällen bietet sich diese Versiegelung auch bei den kleinen Backenzähnen davor oder schon früher bei den Milchzähnen an. Dann gilt sie allerdings immer als Privatleistung und kostet Eltern circa 15 bis 20 Euro pro Zahn.


Ernährungsberatung als Teil der Kinderprophylaxe

Neben der regelmäßigen, gründlichen Zahnpflege entscheidet auch bei Kindern schon die Lebensweise über die Zahngesundheit. Bei den Kleinen können vor allem Süßigkeiten oder generell Süßes schnell Probleme bereiten. Im Rahmen der Kinderprophylaxe beraten Zahnärzte über den richtigen Umgang.

Beispielsweise sollten Zuckerimpulse zwischen den Mahlzeiten möglichst klein ausfallen: Lieber ein Stück Schokolade direkt nach dem Essen als zwischen zwei Mahlzeiten. Oder die Schokolade besser gleich durch süßes Obst ersetzen – und hinterher immer einen Schluck Wasser trinken, damit die so verdünnte Fruchtsäure die Zähne weniger angreifen kann.

Weil das Thema Naschen aber immer wieder aufkommt, können Eltern mit Süßigkeiten, die das Zahnmännchen der Aktion Zahnfreundlich tragen, einen guten Kompromiss schließen.

Empfehlenswert für zwischendurch sind auch Xylit-Kaugummis. Denn mit Xylit bekommen Kinder – aber auch die Eltern – eine wirkungsvolle Kariesprophylaxe. Dieser Stoff regt die Speichelproduktion im Mund an, bildet so Calciumphosphat zur Stärkung des Zahnschmelzes, reduziert Säuren im Mundraum und erhöht damit schließlich den pH-Wert. Das macht es Kariesbakterien schwerer, sich auf Zähnen anzusiedeln.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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