Läuse bei Kindern: So wird man die Parasiten wieder los

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Kopfläuse bei Kindern haben nichts mit schlechter Hygiene zu tun, im Gegenteil: Läuse mögen sauberes Haar. Was man außer Geduld und Sorgfalt noch braucht, um die winzigen Parasiten wieder loszuwerden, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Kopfläuse legen ihre Eier an warmen, dunklen Stellen ab
Kopfläuse sind flügellose Insekten, die sich auf den Menschen spezialisiert haben. Sie leben auf der Kopfhaut und saugen als Parasiten alle 3-5 Stunden menschliches Blut. Sie halten sich vor allem an dunklen, warmen Stellen auf, z. B. hinter den Ohren oder im Nacken. Ein Weibchen kann in ihrem bis zu fünfwöchigen Leben 150-300 Eier legen. Die Eier befestigt die Laus mit einem Klebstoff nahe der Kopfhaut an einzelnen Haaren. Aus den Eiern schlüpfen nach 7-10 Tagen Larven, die sich in den folgenden 7 Tagen zu geschlechtsreifen Läusen entwickeln. Kopfläuse sind 2-3 mm lang, ihre Farbe variiert von hell-sandfarben bis schwarz. Die Tiere können nicht springen, sie werden durch Kontakt von Mensch zu Mensch weitergegeben, Krankheiten übertragen sie nicht.

Lampe, Lupe, Läusekamm: Auf der Suche nach den Parasiten
Hat ein Kind zum ersten Mal Läuse, entdeckt man diese oft erst nach mehreren Wochen, da ein Juckreiz anfangs fehlt. Bei wiederholtem Befall tritt der Juckreiz dagegen schon nach den ersten Blutmahlzeiten der Läuse ein, sodass man die Läuse schneller bemerkt. Auffällig sind die leeren Eihüllen (Nissen) an einzelnen Haaren, sie haben sich mit dem Haarwachstum schon von der Kopfhaut weg bewegt und sind nicht infektiös. Sie sehen aus wie Sand oder Schuppen, lassen sich aber nur schwer abstreifen. Frische, gefüllte Eier sind graubraun und befinden sich nahe der Kopfhaut. Läuse findet man in der Regel nur, wenn man das Haar anfeuchtet und mit Lampe, Lupe und Kamm auf die Suche geht. Kämmt man das feuchte oder mit Haarspülung behandelte Haar mit einem feinzinkigen Läusekamm und streicht diesen auf einem hellen Taschentuch aus, kann man die Tiere gut erkennen.

Behandlung: chemische oder physikalische Wirkstoffe
Um Läuse zu beseitigen, kombiniert man am besten die Anwendung eines Läusemittels mit regelmäßigem Auskämmen. Man kann zwischen Läusemitteln mit chemischen und physikalischen Wirkstoffen wählen. Produkte mit chemischen Wirkstoffen enthalten z. B. Pyrethrumextrakt, Permethrin oder Allethrin. Diese Wirkstoffe lähmen die Parasiten, sodass sie ersticken. Rein physikalisch wirken Öle, die die Atmungsöffnungen der Tiere verstopfen. Verwendet werden Silikon-, Pflanzen- und Mineralöle. Gegen Läuseeier wirken beide Wirkstoffvarianten nur eingeschränkt. Die Anwendung sollte streng nach Angaben des Herstellers erfolgen, um den Erfolg zu sichern. Je nach Präparat trägt man es in ausreichender Menge auf trockenes bzw. feuchtes Haar auf, lässt es die vorgeschriebene Zeit einwirken, kämmt mit einem Läusekamm aus und spült mit oder ohne Shampoo nach. Alle vier Tage wird gekämmt, um eventuell geschlüpfte Tiere zu entfernen, nach 8 bis 10 Tagen wird die Behandlung wiederholt. Eine Kontrolle nach vier Tagen mit dem Kamm sollte erfolgen.

Kuscheltiere und Mützen für drei Tage in eine Plastiktüte
Bettwäsche, Unterwäsche und Schlafgewand sollte man bei 60°C waschen. Dinge wie Mützen, Schals, Helme, Bürsten und Kuscheltiere packt man für 3 Tage in eine Plastiktüte, sodass die Läuse verhungern. Dagegen braucht man Sofa und Sessel nicht speziell zu behandeln, da sich dort keine überlebensfähigen Läuse aufhalten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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