Medikamente für Kinder: Das sollten Sie unbedingt beachten

Gesponsert von

© Jani Bryson_iStockBei Medikamenten für Kinder spielt der richtige Umgang eine große Rolle (© Jani Bryson_iStock)Wenn Kinder krank sind und Medikamente bekommen, passieren immer mal wieder Fehler bei der Aufbewahrung und Dosierung der Arzneimittel. Das kann gerade bei Kindern gravierende Folgen haben. Wir erklären Ihnen daher, was Sie unbedingt beachten sollten.

1. Den Beipackzettel lesen

Im Beipackzettel finden Sie alle Informationen über das Medikament und die richtige Dosierung. Hier erfahren Sie, welche Nebenwirkungen es haben kann und was Sie tun müssen, wenn das Produkt falsch dosiert wurde.

Den Beipackzettel sollten Sie vor der Verabreichung des Arzneimittelns daher auf jeden Fall aufmerksam durchlesen und anschließend gut aufbewahren. Am besten lassen Sie ihn in der Verpackung des Medikaments, wo Sie ihn auch direkt nach dem Kauf finden. Falls Sie den Beipackzettel verlegt haben, bekommen Sie in der Apotheke Ersatz.

2. Arzneimittel sicher aufbewahren

Apropos Aufbewahrung: Nicht nur der Beipackzettel, auch die Medikamente selbst werden häufig falsch aufbewahrt. Arzneimittel dürfen auf keinen Fall zu Hause herumliegen! Kinder sind von Natur aus neugierig, probieren gerne Neues aus – und Tabletten sehen Bonbons oft gefährlich ähnlich. Arzneimittel dürfen daher nicht in Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Auf der Verpackung sind Lagerungshinweise aufgedruckt. Meistens werden Medikamente entweder bei Raumtemperatur, im Kühlschrank oder tiefgekühlt gelagert. Arzneimittel sollten niemals großer Hitze oder direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden, ebenso ist das Badezimmer durch die hohe Luftfeuchtigkeit kein geeigneter Aufbewahrungsort. Tropfenflüssigkeiten nie verdünnen oder in andere Flaschen umfüllen – dadurch kann sich die Tropfengröße verändern, was zu einer falschen Dosierung führt.

3. Medikamente richtig dosieren und anwenden

Die falsche Dosierung von Arzneimitteln kann schwerwiegende Folgen haben. „Viel hilft viel“ darf daher hierbei niemals das Motto sein, die Dosierung darf auch nicht geschätzt oder beliebig verändert werden. Oft hängt sie vom Alter oder Gewicht Ihres Kindes ab, dann sollten Sie Ihren Nachwuchs lieber noch einmal auf die Waage stellen, als das aktuelle Gewicht zu schätzen. Auch die korrekte Anwendung der Medikamente – zum Beispiel vor oder nach dem Essen oder mit genügend Flüssigkeit – ist wichtig.

Lassen Sie den richtigen Gebrauch der Arzneimittel daher ruhig mehrfach vom Kinderarzt oder Apotheker erklären und machen Sie sich Notizen, wenn Sie sich unsicher sind. Die Einnahmeempfehlung „pro Tag“ ist beispielsweise gleichzusetzen mit „innerhalb von 24 Stunden“ und gibt die Menge an, die ein Kind in diesem Zeitraum maximal erhalten soll. Diese Angabe wird oft missverstanden. Ebenso kann die Abkürzung ML schnell als „Milliliter“ statt „Messlöffel“ interpretiert werden. Fragen Sie daher immer genau nach, wenn Sie zweifeln.

© StephanieFrey_iStockAuch bei Kindern gibt es Medikamente, die bei Übelkeit und Erbrechen helfen (© StephanieFrey_iStock)Sorgen Sie beim Dosieren für gute Lichtverhältnisse und nehmen Sie sich unbedingt ausreichend Zeit zur Dosierung und Vergabe der Medikamente, statt Ihrem Kind die Arzneimittel „zwischen Tür und Angel“ zu geben.
 
Gerade bei flüssigen Arzneimitteln passiert es in der Hektik schnell, dass zu viel verabreicht wird. Jüngere Kinder sträuben sich zudem häufig gegen die Einnahme, öffnen den Mund nicht oder spucken das Arzneimittel wieder aus.
 
Gedankenstützen wie Zettel oder Aufkleber mit Hinweisen zur letzten Einnahme helfen, bestimmte Zeitabstände einzuhalten. Auch ein Wecker kann unterstützen.

 

4. Offen mit Dosierfehlern umgehen

Sie haben Ihrem Nachwuchs aus Versehen eine Tablette zu viel gegeben oder Tropfen falsch dosiert? Dann brauchen Sie sich nicht dafür schämen und den Fehler verschweigen. Holen Sie lieber zügig Rat beim Kinderarzt oder Apotheker ein.

Wenn eine Dosis vergessen wurde oder das Kind das Arzneimittel nach der Einnahme ausgespuckt oder erbrochen hat, sollten Sie bei der nächsten Einnahme nicht einfach die doppelte Dosis „zum Ausgleich“ geben. Auch in diesem Fall ist es sinnvoll, kurz Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker zu halten.

5. Die richtigen Medikamente verabreichen

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Die Verdauung (und damit auch die Zersetzung von Tabletten oder Säften) ist bei Babys beispielsweise langsamer als bei Erwachsenen. Ihre Haut ist hingegen viel dünner und damit auch aufnahmefähiger für Salben und Cremes. Manche Medikamente, die von Erwachsenen völlig bedenkenlos eingenommen werden, können für Kinder schädlich sein. Bei einigen Wirkstoffen sollten Sie aufpassen: Kinder und Jugendliche dürfen nur ausdrücklich vom Arzt verordnet Acetylsalicylsäure einnehmen und bei Hustensäften mit Codein müssen Sie vor allem bei Kindern unter sechs Jahren genau auf die Dosierung achten. Erkundigen Sie sich beim Arzt oder Apotheker nach kindertauglichen Medikamenten.

6. Abgelaufene Arzneimittel entsorgen

Achten Sie bei Medikamenten vor der Verabreichung immer auf ihr Haltbarkeitsdatum – abgelaufene Arzneimittel verlieren ihre Wirksamkeit und enthalten im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädliche Abbauprodukte. Medikamente wie Augentropfen können zudem mikrobiell anfällig sein. Am besten notieren Sie bei solchen Arzneimitteln das Öffnungsdatum auf der Verpackung. Wenn sich Arzneimittel verfärben, Geruch entwickeln oder sich in ihrer Konsistenz verändern, sollten Sie sicherheitshalber in der Apotheke nachfragen, ob Sie sie noch verwenden dürfen. Abgelaufene Medikamente gehören – wenn der Beipackzettel keine speziellen Hinweise für die Entsorgung enthält – in den Hausmüll.

Generell gilt: Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Medikament für Ihr Kind geeignet ist, wie es dosiert wird oder bei welchen Symptomen Sie überhaupt Arzneimittel verabreichen sollten, fragen Sie einfach einen Kinderarzt oder Apotheker.

Hier erfahren Sie mehr und hier finden Sie den Pflichttext.

Der Beitrag entstand in einer Kooperation zwischen netmoms und Vomex.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
0
Interessante Artikel zum Thema „Kindergesundheit”

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete und Lexikon-Inhalte

Über Krankheiten und Symptome informieren

Das jameda Lexikon