Hilfe, mein Kind ist ständig krank! Was Eltern jetzt tun sollten

Dr. Jäger

von
verfasst am

© WavebreakMediaMicro - FotoliaBei Schuleintritt können Kinder vermehrt zu Infekten neigen. (© WavebreakMediaMicro - Fotolia)Eltern sind oftmals ratlos, wenn ihr Kind wieder unter einem Infekt leidet. Die häufigsten Fragen sollen in diesem Artikel beantwortet werden:


1) Wie viele Infekte sind pro Jahr normal?

Grundsätzlich sind 8 Infekte über das ganze Jahr hinweg normal. In der ersten Zeit in einer öffentlichen Kinderbetreuung kann die Anzahl der Infekte jedoch auch etwas höher sein, da das Kind zum ersten Mal mit zahlreichen neuen Infekten in Berührung kommt und erst seine eigene Immunabwehr aufbauen muss. Gehäufte Infekte sind also eine vorübergehende Phase.

Auch später kann es wieder vermehrt zu Infekten kommen - z.B. beim Schulwechsel oder in der Pubertät, also in jeglichen Umstellungsphasen des Organismus.


2) Wie läuft die Ansteckung innerhalb der eigenen Familie ab?

Jedes infizierte Familienmitglied kann Ihr Kind anstecken. Auch ein Mundschutz vermeidet eine Ansteckung nicht zu 100 %, da man meistens bereits vor den ersten Anzeichen einer Erkrankung ansteckend ist. Ist das Kind erkrankt, ist es daraufhin immun gegen diesen Erreger.

In der Anfangszeit in einer öffentlichen Kinderbetreuung stecken sich die Eltern aber auch häufig bei den Kindern an - das ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, denn auch die Eltern müssen ihre Immunabwehr neu aufbauen. Es handelt sich somit nur um eine vorübergehende Phase.


3) Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr bei Windpocken und Gürtelrose?

©fotolia-22375895-Dan RaceWindpocken sind eine typische Kinderkrankheit (©fotolia-22375895-Dan Race)Windpocken sind eine sehr ansteckende Kinderkrankheit. Man kann sich aber nur infizieren, wenn man noch keine Windpocken hatte oder nicht dagegen geimpft ist.

Nach einer Windpockenerkrankung oder -impfung bleiben die Viren lebenslang im Körper und können nach einem beliebigen Zeitraum eine Gürtelrose auslösen - auch nach Jahren. Diese Erkrankung kommt also aus dem eigenen Körper.

Ein Kind, das noch keine Windpocken hatte und auch nicht dagegen geimpft ist, kann sich einem Gürtelrose-Patienten mit den Windpockenviren anstecken, da sie sich in den Bläschen der Gürtelrose befinden.


4) Wie gehe ich mit meinem Kind bei einem fieberhaften Infekt um?

Wenn das Kind Fieber hat, d.h. ab einer Körpertemperatur von 38° Celsius, sollte es zu Hause bleiben und nicht in die Schule oder ins Freie gehen. Es sollte sich ausruhen und umsorgt werden. Vitaminreiche Kost und viel Flüssigkeit unterstützen den Heilungsprozess.

Fernsehen ist kontraproduktiv, denn das kranke Kind muss auch innerlich zur Ruhe zu kommen. Ab 39° Celsius oder bei Schmerzen kann man Fiebermedikamente (Paracetamol oder Ibuprofen) geben. Ein fieberndes Kind sollte zudem nicht gebadet werden.

Sobald das Kind einen Tag ohne Medikamente fieberfrei war und sich wieder wohlfühlt, kann es wieder in die Schule oder in den Kindergarten gehen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


27.02.2017 - 13:37 Uhr

Mein Sohn geht in die 3. Klasse und hat seit...

von R. G.

... diesem Schuljahr nur noch Magen-Darm. Er ist vielleicht zwei Wochen in der Schule und dann ist er wieder krank. Gibt es vielleicht irgendetwas, was man dagegen tun kann?

Dr. Jäger

Antwort vom Autor am 01.03.2017
Dr. med. Margarete Jäger

Ich würde Ihnen empfehlen, Ihren Sohn ärztlich untersuchen zu lassen, z.B. auf Lebensmittelallergien und Zöliakie.Wenn diese Untersuchungen normal sind, würde ich ihn sehr gesund ernähren und für ausreichende Entspannung sorgen. Alles Gute!


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