Deutschlands größtes Arzt-Patienten-Portal

Mein Kind atmet viel durch den Mund: Welche Folgen entstehen für Zähne und Gebiss?

Dr. Höschel

von
verfasst am

© Alen-D - fotoliaWie kann zu häufige Mundatmung die Stellung von Zähnen und Kiefern beeinflussen? (© Alen-D - fotolia)Die Mundatmung hat nicht nur direkte Folgen für die Zähne und Mundgesundheit, sondern weit darüber hinaus auch für das Gebiss und den gesamten Körper.

Durch die Fehllage der Zunge kommt es zu einer Entwicklungsstörung vor allem des Oberkiefers. Er wächst gehemmt und zu schmal, was weitere Probleme mit sich bringt.

Schmaler Oberkiefer mit hohem Gaumen und daraus entstehender Kreuzbiss

Bei der Mundatmung sinkt die Zunge, die normalerweise am Gaumen liegen sollte, nach unten. Der wachstumsstimulierende Reiz der Zunge auf den Gaumen und den Oberkiefer ist nicht ausreichend, so dass der Oberkiefer in der Entwicklung zurückbleibt.

Durch den zu schmal entwickelten Oberkiefer und normal ausgewachsenen Unterkiefer kommt es zu einem fehlerhaften Biss. Die Zähne des Unterkiefers stehen zu weit nach außen und die Zähne des Oberkiefers zu weit nach innen. Durch den Kreuzbiss wird der Oberkiefer somit weiterhin in seinem Wachstum gehemmt.

Neben medizinischen Problemen kommt es häufig auch zu ästhetischen Beschwerden. Denn eine falsche Ausbildung des Kiefers hat meist auch negative Auswirkungen auf die Proportionen des Gesichts. Zudem stehen die Zähne nicht korrekt im Kiefer. Das kann zu einer Überbelastung und einer dadurch bedingten vorzeitigen Abnutzung der Zähne führen.


Offener Biss der Schneidezähne und an den Seiten

Ein offener Biss bedeutet, dass beim Zubeißen die Schneidezahnkanten von Ober- und Unterkiefer nicht aufeinandertreffen. Es ist eine Lücke zwischen Oberkiefer und Unterkiefer erkennbar, die nicht nur im vorderen Schneidezahnbereich, sondern auch an den Seiten auftreten kann.

Durch den offenen Biss kann Ihr Kind sowohl Probleme beim Abbeißen als auch beim Sprechen haben. Denn der Kaumechanismus und die Kieferfunktion werden durch diese Öffnung gestört. Zudem kann es auch Probleme beim Schlucken verursachen und Betroffene haben häufig Schwierigkeiten, die Lippen bei geschlossenem Mund entspannt zu schließen.


Rücklage des Unterkiefers mit stark vergrößertem Überbiss

Die ständig offene Mundhaltung kann dazu führen, dass der Unterkiefer zu weit hinten liegt, was zur Folge hat, dass die Oberkiefer-Zähne sehr weit vor den unteren stehen. Diese sogenannte vergrößerte Frontzahnstufe bringt verschiedene Probleme mit sich.

Zum einen sind die Schneidezähne dadurch bei einem Sturz einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Auch das Abbeißen mit den Schneidezähnen kann stark erschwert sein. Nicht zuletzt beeinträchtigt ein Überbiss das Gesichtsprofil häufig auch durch "Hasenzähne".


Häufiger schiefe Zähne

Die Unterentwicklung des Oberkiefers führt häufig dazu, dass die Zähne nicht genügend Platz finden, da der Kiefer zu klein für sie ist. Das kann dazu führen, dass die Zähne nicht vollständig herauswachsen können oder sogar ganz im Kiefer verbleiben. Sie können auch schief oder gedreht stehen.

Das frühzeitige Erkennen dieser Fehlstellungen ist wichtig, um rechtzeitig eingreifen zu können. Die oben genannten Probleme können vor allem durch kieferorthopädische Maßnahmen therapiert werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
2
Interessante Artikel zum Thema „Milchzähne”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete