Zahnbehandlungen unter Vollnarkose schon bei Kindern?

Um Zahnbehandlungen auch für kleine Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten, ist auch eine Vollnarkose eine gute Option. (© goodluz - fotolia)

Benötigen Kinder eine Zahnbehandlung, gehört es zu den obersten Behandlungszielen, sie so schonend und damit schmerzfrei wie möglich zu gestalten. Deswegen greifen Behandler bei den kleinen Patienten genauso zu Narkosetechniken wie bei Erwachsenen. In bestimmten Fällen auch zur Totalanästhesie oder Vollnarkose.


Anwendung einer Vollnarkose bei Kindern

Die Vollnarkose kommt bei Kindern seltener zur Anwendung als bei Erwachsenen. Zumeist arbeitet die Kinderzahnheilkunde mit Lokalanästhesie oder örtlicher Betäubung nach vorheriger Oberflächenanästhesie gegen den Einstichschmerz. Ergänzend nutzen Kinderzahnärzte auch zahnärztliche Hypnose, Lachgas oder eine Sedierung mit beruhigendem Saft unter der Kontrolle eines Anästhesisten. Umfangreichere Behandlungen erfordern aber eine stärkere Anästhesie:

  • größere Sanierung von Milchzahn-Gebissen oder ersten bleibenden Zähnen
  • andere Eingriffe, bei denen durch chronische Entzündungen eine punktuelle Schmerzausschaltung nicht sichergestellt ist

Ebenso gibt es patientenbedingte Gründe für eine Vollnarkose:

  • bei sehr kleinen oder unwilligen Kindern
  • bei Kindern mit geistiger oder körperlicher Einschränkung

Hier dient die Vollnarkose jeweils dazu, überhaupt eine sichere Behandlung zu ermöglichen. Dafür muss nicht notwendigerweise ein schwerer Zahndefekt vorliegen.


Ablauf einer Vollnarkose bei Kindern

Eine Vollnarkose kann in jedem Alter zur Anästhesie bei operativen Eingriffen oder größeren Zahnbehandlungen eingesetzt werden. Bei Kindern nutzen Zahnärzte überwiegend die Methode der Inhalationsanästhesie und keine totalintravenöse Technik wie bei Erwachsenen.

Das Narkosemittel wird mit Schlafmedikamenten, Schmerzstillern und muskelentspannenden Mitteln über eine Maske eingeatmet. Die Kinder gleiten spätestens nach ein paar Minuten sanft in den Narkoseschlaf. Schon vorher erhalten die Kinder ein mildes Beruhigungsmittel. Die Narkose selbst wird später über einen Venenzugang mit weiteren Anästhetika und Infusionsmitteln gesteuert und kontrolliert.

Dafür sind immer speziell ausgebildete Kinder-Anästhesisten zugegen, die bei jeder Narkose bestimmte kindliche Besonderheiten berücksichtigen. Wie die noch nicht ausgereiften Organe oder die veränderten Muster bei Atmung und Herz-Kreislauf-Funktionen. Selbstverständlich erhalten Kinder auch geringere Dosierungen der Narkosemittel. Genauso wie bei Erwachsenen überwachen die Anästhesisten die komplette Narkose und die Vitalwerte. Zusätzlich kümmern sie sich auch nach dem Aufwachen noch länger um die Kinder. 

Einerseits beobachten sie dabei die vollständige Regeneration von der Narkosewirkung. Des Weiteren stellen sie sicher, dass die Kinder keine postoperativen Schmerzen erleiden müssen. Dazu werden bei Bedarf einzelne Schmerzmittel verabreicht. Teilweise erhalten die Kleinen auch bereits bei der Operation einen Schmerzkatheter, falls nach dem Eingriff größere oder länger anhaltende Schmerzen zu erwarten sind. Wenn Sie schon etwas älter sind, erhalten sie stattdessen eine Schmerzpumpe.

Bei der Vollnarkose für Kinder gilt wie bei allen anderen Behandlungen in der Zahnarztpraxis immer die Maxime einer kurzen Behandlungsdauer. So fallen Zahnbehandlungen unter Vollnarkose bei Kindern deutlich kürzer aus als bei Erwachsenen. Nach ungefähr vier Stunden ist der Eingriff überstanden und die Kinder haben sich auch von der Narkose erholt, sodass sie mit Einverständnis des Anästhesisten wieder nach Hause dürfen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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