Zahnpasta für Kinder: Welcher Fluorid-Anteil ist der richtige?

Frau Nazer

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© cloudberry77 - fotoliaZahnpasta ist nicht gleich Zahnpasta: Welche ist für Kinder geeignet? (© cloudberry77 - fotolia)Liebe Eltern,

oft kriegen wir die Frage gestellt mit welcher Zahnpasta Sie die Zähne Ihrer Kinder putzen sollten und was für eine Menge an Zahnpasta verwendet werden soll.

Welche Rolle spielt Fluorid für die Zahnpasta?

Fluorid ist der wichtigste Bestandteil der Zahnpasta. Es hilft, die Zähne nach Zucker- und Säureangriffen wieder zu remineralisieren und erhöht gleichzeitig die Säureresistenz der Zähne. 

Nachdem das Kind zuckerhaltige Säfte trinkt, Süßigkeiten oder sogar Obst isst, wird das Milieu im Mund sauer und der Zahn wird empfänglicher für einen Säureangriff. Fluorid hilft dabei, den Zahn vor genau diesen Angriffen zu schützen.

Für die Zahngesundheit und Kariesfreiheit sollte Fluorid daher ein grundlegender Baustein der häuslichen Mundhygiene sein.

Wie viel Fluorid sollte eine Zahnpasta für Kinder enthalten?

Wichtig ist, dass ab dem ersten Milchzahn die Zähne zwei Mal täglich geputzt werden. Der empfohlene Fluorid-Anteil in der Zahnpasta variiert von Alter zu Alter.

2018 haben Experten die Empfehlung der Fluorid-Menge in Zahnpasta für Kinder zuletzt aufgestellt. In dieser neuen Leitlinie haben sie die Fluorid-Werte im Vergleich zu vorher etwas angehoben.

Grund dafür ist, dass die schützende Wirkung des Fluorids erst ab einer Gesamtdosis von mindestens 900 ppm Fluorid einsetzt.

Für welches Alter eignet sich welche Zahnpasta?

Ab dem ersten Milchzahn bis zum zweiten Lebensjahr sollen Kinder entweder zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge einer Zahnpasta mit 500 ppm oder mit einer reiskorngroßen Menge einer Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid die Zähne geputzt bekommen.

Ab dem zweiten Lebensjahr bis zum sechsten Geburtstag sollen Kinder zweimal täglich ihre Zähne mit einer erbsengroßen Menge einer Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid putzen.

Mit dem sechsten Lebensjahr sollte dann die Zahnpasta gewechselt werden. Ab jetzt sollte eine Zahnpasta für Sechs- bis Zwölfjährige benutzt werden. Sie enthält in der Regel einen Anteil von mindestens 1400 ppm Fluorid.

In diesem Alter sollten die Kinder dann auch langsam daran herangeführt werden, ihre Zähne allein zu putzen. Idealerweise mit einer elektrischen Zahnbürste und mindestens zwei Mal, idealerweise drei Mal täglich.

Wie kann die Mundhygiene der Kinder zusätzlich unterstützt werden?

Zusätzlich zu der Zahnpasta sollte zu Hause ab diesem Alter ein hochdosiertes Fluoridgel einmal wöchentlich verwendet werden. Dieses Fluoridgel wird nach dem normalen Zähneputzen auf die Zähne aufgetragen. Dann lässt man es bis zu fünf Minuten einwirken und spült anschließend.
Für einen effektiven Kariesschutz sollte ein Fluoridgel alle sieben Tage regelmäßig verwendet werden.

Es sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Kinderzahnpasta kein Zink enthält. Erwachsenenzahnpasta enthält häufig Zink, da es als Zusatz antibakteriell wirkt. Für Kinder reicht aber die Menge an Zink, die durch die Nahrung sowieso aufgenommen wird und ein Zusatz in der Zahnpasta ist nicht notwendig.

Mit einer ausreichenden häuslichen Zahnpflege und Fluoridzufuhr in Form von Zahnpasta und Gel und regelmäßigen Kontrollen bei Ihrem Zahnarzt kann einer langen Mundgesundheit Ihres Kindes also nichts mehr im Wege stehen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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