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Zahnverfärbungen bei Kindern – Was Sie tun können

Dr. Schröder

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© drubig-photo - fotoliaZahnverfärbungen können auch bereits bei Kleinkindern auftreten. (© drubig-photo - fotolia)Kinder trinken keinen Kaffee, keinen Wein und rauchen nicht. Folglich können sie keine Beläge und Verfärbungen haben und Zahnstein haben Kinder sowieso nicht – das ist absolut falsch.

Nicht jede Verfärbung gleicht der anderen

Bereits bei Kleinkindern kann es zu Zahnstein, Belägen und Verfärbungen kommen. Dabei kann man nicht alle Verfärbungen pauschal in einen Topf werfen. Es gibt Verfärbungen, die einfach nur unschön aussehen, aber völlig harmlos sind. Es gibt aber auch Verfärbungen, die kontrolliert und gegebenenfalls beseitigt werden sollten.

Als Elternteil kann man es eigentlich nicht auseinanderhalten und deswegen sind zahnärztliche Kontrollen auch so wichtig. Dabei kann man nicht genug betonen, dass eine Kontrolle möglichst von einem niedergelassenen Kinderzahnarzt durchgeführt werden sollte. Die Untersuchung in der Kita oder des Schulzahnarztes reicht da absolut nicht. Da muss schon etwas genauer geschaut und hinterfragt werden und oftmals mit den Eltern Rücksprache gehalten werden. Das können die Schulzahnärzte nicht gewährleisten, da sie keine Eltern als Ansprechpartner haben.

Aber woher kommen denn jetzt Verfärbungen bei Kindern?

Als erstes muss man die Verfärbungen in zwei Gruppen unterteilen: in auf dem Zahn aufgelagerte Verfärbungen und interne Verfärbungen der Zähne.

Auf der Zahnoberfläche kann sich alles auflagern, was wir zu uns nehmen – egal ob wir es essen, trinken oder an die Zähne bringen. Farbpigmente aus Säften, bunten Nahrungsmitteln, Obst und Gemüse lagert sich bei Kindern gern ab. Dabei lagern sich die Farbpigmente lieber an raue Oberflächen. Haben Kinder wenig Speichel, eine anatomisch bedingte raue Zahnoberfläche, raue Füllungen oder Zahnspangen, atmen sie vermehrt durch den Mund (Mundatmer oder häufige HNO-Infekte). Dadurch setzen sich auch mehr Beläge an. Bestimmte Ionen wie Magnesium, Eisen und Kupfer lagern sich auch besonders gern an. Unterschiedliche Wasserqualitäten bewirken teilweise unschöne Verfärbungen.

Manche Verfärbungen sind auch bakteriell bedingt. So gibt es Bakterien, die Farbpigmente produzieren. Diese Bakterien finden wir bei Patienten mit einem extrem niedrigen Kariesrisiko. Die Eltern sind jedoch immer total verunsichert durch kleine schwarze Punkte auf der Zahnoberfläche, die meist am Zahnfleisch entlang zu finden sind.

Im Zahn eingelagerte Verfärbungen können durch Traumata, Fluorid im Säuglingsalter, Antibiotika sowie Hypomineralisierung entstehen. Auch Karies lagert Pigmente ein und wird dadurch für uns als Verfärbung sichtbar.

Was kann ich als Elternteil für meine Kinder tun?

Weil dieses Thema einfach so komplex ist, sollten Kinder ab dem zweiten Lebensjahr Jahr alle sechs Monate zum Zahnarzt. Nur das Fachpersonal kann eine Verfärbung beurteilen und benennen. Es ist sicherlich ein guter Ansatz, die Mundhygiene zu optimieren. Bei Kindern bis zur dritten Klasse sollten Eltern prinzipiell nachputzen, weil die manuelle Geschicklichkeit noch nicht so ausgeprägt ist.

In den Kindermund gehören jedoch keine aggressiven Mittel, somit ist von „Whitening-Zahnpasta“ sowie Bleachingmitteln absolut abzuraten. Bei aufgelagerten Verfärbungen sollten diese im Rahmen einer Kinderprophylaxe entfernt werden. Diese ist in einem kleinen Rahmen auch bei gesetzlich versicherten Kindern ab sechs Jahren Kassenleistung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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