Aktinische Keratosen: Bedeutung, Folgen und Behandlung der Hautkrebsvorstufen

Wie können Aktinische Keratosen behandelt werden? (© contrastwerkstatt - fotolia)

Sonnenlicht (UV-Licht) hat viele gute Seiten und die meisten Menschen lieben es. Im Übermaß genossen birgt es jedoch auch eine Gefahr: Es fördert die Hautalterung und Hautkrebs. Betroffen sind vor allem Areale, die häufig direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Dazu gehören:

  • Gesicht
  • Kopfhaut
  • Handrücken
  • Unterarme
  • Dekolleté

Als sichtbares Zeichen der UV- Schädigung bilden sich häufig im Laufe des Lebens so genannte Aktinische Keratosen (AK) heraus. Die Haut wird sehr rau, sodass sie sich wie ein Reibeisen anfühlt, wenn man darüberstreicht. Später entwickeln sich schuppig-krustige Areale.

Andere Formen, vor allem im Gesicht, stechen als kleine scharfbegrenzte gerötete oder auch unregelmäßig pigmentierte Areale hervor. Aktinische Keratosen sind extrem häufig: Schätzungen zufolge hat jeder zweite Hellhäutige über 70 Jahren zumindest eine "AK- Läsion".

Welche Bedeutung haben Aktinische Keratosen?

Aktinische Keratosen gelten als Vorstufe von "hellem" Hautkrebs. Ein Teil entwickelt sich zu sogenannten Plattenepithelkarzinomen der Haut, auch "Stachelzellkrebs" genannt. Wir sprechen daher von Aktinischen Präkanzerosen oder auch von „in situ Plattenepithelkarzinomen des AK- Typs".

Plattenepithelkarzinome der Haut können in späteren Stadien Metastastasen entwickeln, also Tochtergeschwülste ausbilden. Aktinische Keratosen oder Aktinische Präkanzerosen sind also ernst zu nehmen. Daher erkennen neuerdings auch die Berufsgenossenschaften (BG) Aktinische Keratosen bei entsprechender beruflicher Vorgeschichte als Berufserkrankungen an und übernehmen die Behandlungskosten.

Das sind die Therapiemöglichkeiten

Es ist heute unbestritten, dass Aktinische Keratosen behandelt werden sollten, um den Übergang in ein invasives Plattenepithelkarzinom zu verhindern. Dafür stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.

Außerdem hat sich in letzter Zeit das Therapieverständnis weiterentwickelt. Während früher die Behandlung einzelner Hautveränderungen im Vordergrund stand, sieht man sichtbare Aktinitsche Keratosen heute zunehmend als "Spitze des Eisbergs". Das bedeutet, dass die Schädigung hier bereits besonders weit fortgeschritten ist. Eine Schädigung kann jedoch auch in der umgebenen Haut erwartet werden.

Dies hat zu der Vorstellung der sogenannten „Feldkanzerisierung“ und der daraus resultierenden „Feldtherapie“ geführt. Dabei hat sich neben anderen mehr oder weniger guten Therapiemöglichkeiten die „Photodynamische Therapie" (PDT) exzellent bewährt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (3)

Elmar B., 30.01.2020 - 10:19 Uhr

In welchen zeitlichen Abständen sollten aktinische Keratosen der Kopfhaut behandelt werden (Kryotherapie oder mit einer Tinktur)? Danke für eine Antwort. Frdl. Grüße Elmar Beyerle

Susanne P., 03.05.2019 - 16:47 Uhr

Habe ständig eine aufgeplatzte Lippe, habe vom Hautarzt Diclofenac bekommen, war beim Zahnarzt und da hat die Lippe wieder geblutet. Jetzt ist sie verkrustet, da hilft oder zieht doch die Creme nicht ein. Wie bekomme ich die Blutkruste weg?

Rudi M., 26.12.2018 - 11:54 Uhr

Ich werde im nächsten März 80 Jahre und leide schon seit vielen Jahren an der aktinischen Keratose auf der Kopfhaut im haarlosen Bereich. 2013 wurde ich in der Homburger Klinik mit einer Lichtterapie operiert, Das war nach der Vollnarkose bis zur Abheilung sehr schmerzhaft, und der Erfolg hielt nur etwas mehr als 2 Jahre. Nun habe ich von einer Tinktur erfahren mit dem Namen Phenol (?) oder ähnlich. Kennen Sie diese Tinktur mit evtl ähnlichem Namen?

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