Aktinische Keratosen: Die Hautkrebsvorstufen müssen entfernt werden

Dr. med. Martina Bayerl

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© flashpics - Fotolia.com© flashpics - Fotolia.comAktinische Keratosen sind sogenannte Präkanzerosen. Synonym werden für den Begriff "aktinische Keratosen" auch die Bezeichnungen "solare Keratosen" oder "Keratosis actinica" verwendet. Bei aktinischen Keratosen handelt es sich um lichtinduzierte Verhornungsstörungen der Oberhaut. Sie sind die häufigste Hautkrebsvorstufe (Präkanzerose) des Menschen. Unbehandelt können aktinische Keratosen nach Jahren in einen speziellen Typ eines Hautkrebses übergehen ("Spinaliom" oder "Spinozelluläres Karzinom"), der dann aggressiv unter Zerstörung umliegender Strukturen wächst und auch in den Körper streuen kann. Rechtzeitig erkannt und behandelt sind aktinische Keratosen immer heilbar.

Bevorzugt sind hellhäutige Menschen ab dem 50. Lebensjahr betroffen. Der wichtigste Risikofaktor bei der Entstehung von aktinischen Keratosen ist die lebenslange chronische Sonnenbelastung (UV-Strahlung) der Haut. Eine erhöhte Sonneneinstrahlung mit zahlreichen Sonnenbränden kann nach einer Latenzzeit von 10-20 Jahren zur Entwicklung von aktinischen Keratosen führen. Deshalb entstehen diese Hautkrebsvorstufen zumeist in sonnenexponierten Hautarealen (Gesicht, Kopfhaut bei Glatzenträgern, Ohren, Unterlippe, Handrücken, Unterschenkel). Gefährdet sind insbesondere Menschen mit einem hellerer Hauttyp (Hauttyp I und II, blond, häufig Sonnenbrand) und vermehrter Sonnenexposition (Sportarten im Freien, Sonnenhungrige, Bergführer).

Aktinische Keratosen beginnen als punktförmige oder konfettigroße und besser tast- als sichtbare Rauhigkeiten der Haut. Sie können auch als schuppende Rötungen in Erscheinung treten. Im weiteren Verlauf werden sie größer, rauer und warzenartig erhaben. Subjektive Beschwerden fehlen meist. Aktinische Keratosen müssen aufgrund ihres chronischen Verlaufes und des möglichen Überganges in einen Hautkrebs immer entfernt werden. Standardtherapie ist die oberflächliche Abtragung der Hautveränderungen mit dem CO2-Laser. Dieser schonende Präzisions-Laser entfernt punktuell über einen Scanner die betroffenen Hautareale und führt in aller Regel nach einer Sitzung zur Heilung. Nach dem wenige Minuten dauernden Laser-Eingriff entstehen zunächst feine Krusten in den gelaserten Arealen. Im weiteren Verlauf entsteht eine gesunde Haut.
Da aktinische Keratosen in der Regel auf dem Boden einer sonnengeschädigten Haut entstehen, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für weitere Entstehungen in diesem Bereich. Daher ist eine sorgfältige Nachsorge und Selbstkontrolle nach erfolgter Lasertherapie erforderlich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


03.02.2017 - 10:35 Uhr

Das ist für mich sehr interessant. Leider habe...

von Edith F.

... ich mich in meinen jungen Jahren oft den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Ich bin hellhäutig, doch wollte ich schön braungebrannt vom Strand zurückkommen. Leider wusste ich nicht, was auf mich in späteren Jahren zukommen könnte. Zur Zeit bin ich in Behandlung, um meine Haut zu retten. Meine Hautärztin bevorzugt die Laserbestrahlung, die mir gut bekommt. Allerdings habe ich nach der Behandlung eine ziemlich gerötete Haut, etwa 14 Tage lang. Danach geht es mir gut. Leider bezahlt mir das die Gesundheitskasse nicht. Trotz alledem - es lohnt sich, denn das Ergebnis heilt alle Wunden!


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