Tageslicht-PDT: So werden Hautkrebsvorstufen behandelt

Dr. Schröder

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© Markomarcello - fotoliaMit PDT werden Hautkrebsvorstufen mit Hilfe der Sonne behandelt (© Markomarcello - fotolia)Die photodynamische Therapie (PDT) wird zur Behandlung von Hautkrebsvorstufen, M. Bowen und oberflächlichen Basalzellkarzinomen eingesetzt. Dabei unterscheidet man zwischen der konventionellen PDT und der Tageslicht-PDT. Bei der konventionellen PDT wird eine lichtsensibilisierende Substanz aufgetragen und anschließend mit künstlichem Rotlicht bestrahlt, wohingegen bei der Daylight PDT der Rotanteil des Sonnenlichts genutzt wird.

Was sind die Vorteile der Tageslicht-PDT und wann kann sie angewendet werden?

Die Daylight PDT ist im Gegensatz zur konventionellen PDT deutlich weniger schmerzhaft, da eine Bestrahlung im Freien direkt nach dem Auftragen begonnen werden kann. Die lichtsensibilisierende Creme wird zügig abgebaut, bevor sie in die Nervenendigungen gelangen kann.

Voraussetzungen für eine PDT sind eine Außentemperatur von mehr als 10°C und eine Lichtstärke von mehr als 200.000 Lux. In der Regel ist das von März bis Oktober der Fall. Bei Regen sollte keine Photodynamische Therapie durchgeführt werden.

Durchführung: So läuft die Behandlung ab

Bevor die Tageslicht-PDT durchgeführt wird, sollten Sie morgens großzügig auf alle zu behandelnden Areale zum Schutz vor UV-Schädigung Lichtschutzfaktor 50 auftragen. Dann werden in der Praxis die rauen Anteile der Hautveränderungen mit dem CO2-Laser abgetragen oder angeraut, damit die lichtsensibilisierende Creme gut eindringen kann.

Als lichtsensibilisierende Substanz wird bei der Daylight PDT 5-Amino-4-oxopentanoat oder ihre methylierte Form verwendet. Sie wird direkt auf das Tumorgewebe aufgetragen. Dabei reichert sich die Substanz im Vergleich zur gesunden Haut zehnfach höher in den Tumorzellen an.

Nachdem die lichtsensibilisierende Creme aufgetragen wurde, sollten Sie sich innerhalb von 30 Minuten für ca. zwei Stunden ins Freie begeben. An sehr sonnigen Tagen reicht es, wenn Sie sich im Halbschatten aufhalten.

Durch das Tageslicht wird die lichtsensibilisierende Substanz angeregt, sodass sie mit Licht und Sauerstoff in der Zelle reagiert und gezielt die Tumorzellen zerstören kann.

Darauf sollten Sie nach der Behandlung achten

Nach ca. zweistündigem Aufenthalt im Freien sollten die noch vorhandenen Cremereste mit warmem Wasser abgewaschen werden. Gegebenenfalls kann eine erneute photodynamische Diagnostik in der Dunkelkammer durchgeführt werden. Hier wird kontrolliert, ob die Haut lang genug bestrahlt wurde.

Nachdem die Cremereste abgetragen wurden, sollten Sie erneut einen hohen Lichtschutzfaktor auftragen und für die nachfolgenden 48 Stunden die Sonne meiden. Nach einer PDT im Kopfbereich sollten Sie beim Aufenthalt im Freien möglichst eine Kopfbedeckung tragen. Etwa vier bis sechs Wochen später sollten Sie sich zur Kontrolle erneut bei Ihrem Hautarzt vorstellen. Je nach Befund sollte gegebenenfalls eine zweite PDT durchgeführt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


07.05.2018 - 07:57 Uhr

Gute Erklärung

von Mister L.


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