Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. med. Susanne Feigl-Lurz

Dr. Feigl-Lurz

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© Feigl-LurzFrau Dr. Feigl-Lurz praktiziert als Internistin in Nürnberg. (© Feigl-Lurz)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Susanne Feigl-Lurz interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Internistin.

jameda: Frau Dr. Feigl-Lurz, was hat Sie motiviert, Internistin zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Frau Dr. Feigl-Lurz: Mein Interesse im Bereich der Inneren Medizin liegt daran, dass es sich um ein großes, umfassendes Gebiet handelt, in dem ich den Patienten ganzheitlich sehe und auch als Mensch betreuen kann.

Die Onkologie und Hämatologie sind die Bereiche der Inneren Medizin, in denen ich mich spezialisiert habe. Es handelt sich um kleine Teilgebiete, in denen es in den letzten Jahren spannende Weiterentwicklungen gab und in denen ich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch eine langfristige und regelmäßige Betreuung der Patienten sehe.

Zusätzlich habe ich mich im Bereich der Palliativmedizin spezialisiert, was meinen Schwerpunkt erweitert und auch in der Osteologie, welche ich als Ergänzung zur Onkologie sehe, z. B. bei Patienten mit Brustkrebs unter antihormoneller Therapie.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Meine Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bereich der gesamten Inneren Medizin, wobei ich vorrangig in der Betreuung onkologischer Erkrankungen tätig bin.

Ich plane und verabreiche intravenöse und orale Chemotherapien, arbeite in der Diagnostik (Knochenmarkspunktion, Ultraschall der Organe und Gefäße mit Lymphknoten), Transfusion von Blutbestandteilen und nehme an Tumorkonferenzen teil.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Im Rahmen meiner internistischen Ausbildung war ich im Klinikum Nürnberg Nord, 5. Medizin, Onkologie und Hämatologie tätig. Hier wurde ich hervorragend in der Inneren Medizin und vor allem auch im Bereich Onkologie und Hämatologie ausgebildet. Ich habe dort auch die Begleitung in schweren Situationen sehr intensiv kennengelernt und auch im Rahmen der psychoonkologischen Mitbegleitung viel Erfahrung bekommen.

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Mit meinen onkologischen Kolleginnen und Kollegen in unserer Praxis leiten wir an verschiedenen Kliniken die Tumorkonferenzen wie am St. Theresien Krankenhaus, Martha Maria Krankenhaus und Krankenhaus Hallerwiese. In diesen Tumorkonferenzen kann man intensiv diskutieren, um die optimale Therapie eines Patienten festzulegen, was den Praxisalltag zunehmend erleichtert, da es sich im Rahmen der Patientenbetreuung um ein ganzheitliches Konzept mit interdisziplinären Entscheidungen handelt.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Ähnlich wie in den USA kommt es auch in Deutschland zu einer Zunahme des Gewichts. Die Menschen werden älter und haben häufiger onkologische Erkrankungen. Daraus ergibt sich eine sehr große Herausforderung für die Zukunft, weiterhin Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen optimal zu versorgen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Ich sehe mich als Ärztin in der Rolle, dem Patienten eine umfangreiche Information zu geben und ihm oftmals auch mehrere Möglichkeiten in der Therapie seiner Behandlung aufzuzeigen. Meine offene Art wird von den Patienten sehr geschätzt. Ich versuche, die Erkrankung verständlich zu vermitteln und auch den Patienten während einer onkologischen Therapie oder Chemotherapie zu begleiten. Ich mache sehr gerne Vorsorgeuntersuchungen, aber auch Nachsorgen nach einer Therapie. Kommen Sie vorbei, ich freue mich auf Sie.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Ich freue mich über einen respektvollen, oft auch freundschaftlichen Umgang mit den Patienten. Dieses harmonische Verhältnis zu den Patienten erleichtert meine medizinische Tätigkeit gewaltig. Sie motiviert mich und bringt mir sehr viel Freude in meinem Berufsleben.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Feigl-Lurz: Da gibt es natürlich viele Erlebnisse. Zuletzt denke ich gerade an eine junge Frau, die im Alter von 24 Jahren an Brustkrebs erkrankte und mit Chemotherapien und Bestrahlungen behandelt wurde. Im Rahmen der Nachsorge habe ich sie letzte Woche gesehen – ca. 10 Jahre nach dem Therapieende und mit dem zweiten Kind schwanger.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Frau Dr. Feigl-Lurz: Ernähren Sie sich ausgewogen und gehen Sie an die frische Luft. Meiden Sie zu viel Alkohol, Nikotin und das Solarium. Treiben Sie Sport mit mindestens 10.000 Schritten täglich und achten Sie auf Ihr Gewicht. Behalten Sie wie ich die Freude und Lust am Leben.

Ich nehme regelmäßig Vitamin D als Nahrungsergänzung zum Schutz vor Osteoporose und zur Vorbeugung von Infektionen. Machen Sie einen Vorsorgetermin aus.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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