Die dunkle Jahreszeit nutzen - Für die Hautkrebsvorsorge zum Haut- oder Hausarzt?

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

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© Picture-Factory - fotoliaMuttermalvorsorge: Sollte ich zum Hausarzt oder Dermatologen? (© Picture-Factory - fotolia)Dermatologen schlagen Alarm: Die Zahl der Hautkrebserkrankungen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Mittlerweile ist Hautkrebs die häufigste Tumorart in Deutschland. Das ist erschreckend, aber dennoch gibt es auch eine gute Nachricht: Im Frühstadium ist Hautkrebs fast immer heilbar.

Voraussetzung dafür, dass krankhafte Veränderungen rechtzeitig erkannt werden, ist ein regelmäßiger Muttermal-Check. Hier erfahren Sie, warum Sie diese Untersuchung am besten im Herbst oder Winter durchführen lassen sollten und warum sich dafür ein Gang zum Dermatologen lohnt.


Kleiner Exkurs: Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs

Es gibt den schwarzen Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt. Er ist die gefährlichere Hautkrebsart, denn er kann sich rasch über das Lymphsystem oder die Blutbahn im Körper ausbreiten und Metastasen in anderen Körperorganen bilden. Außerdem gibt es den weißen Hautkrebs, auch heller Hautkrebs genannt. Er kommt wesentlich häufiger vor, bildet aber seltener Metastasen. Bei beiden Krebsarten gibt es zahlreiche Unterarten.


Nicht jeder Fleck ist gefährlich!

Keine Panik, wenn Sie an sich eine Hautveränderung bemerken: Die meisten Flecken sind harmlos! Es handelt sich oft um gutartige Wucherungen bestimmter Zellen (Melanozyten), die das hautfärbende Pigment Melanin produzieren. Der Hautarzt spricht gewöhnlich von „Nävi“ (Einzahl: Nävus). Umgangssprachlich sagen wir dazu entweder Muttermal oder Leberfleck. Die Alarmglocken sollten läuten, wenn ein Fleck seine Form verändert, schmerzt, juckt, nässt oder öfter blutet.

Warum im Herbst und Winter untersuchen lassen?

Grundsätzlich kann man die Muttermalvorsorge immer durchführen. Dermatologen empfehlen jedoch, für den Check die „dunkle Jahreszeit“ zu nutzen. Denn dann ist die Haut meistens relativ blass und Veränderungen werden besser erkannt.

Und: Wenn ein Muttermal behandelt werden muss, sollte man im Anschluss meistens eine Weile die UV-Strahlung meiden. Das ist im Herbst und Winter natürlich einfacher als im Sommer.

Wie oft soll ich zum Hautkrebs-Screening?

Normalerweise reicht einmal im Jahr aus. Wenn Sie allerdings einen verdächtigen Leberfleck bemerken, sollten Sie nicht bis zum nächsten Termin abwarten, sondern sofort zum Dermatologen gehen. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig!


© szepy - iStockDermatologen verfügen über spezielle Untersuchungstechniken, durch die noch genauer gearbeitet werden kann. (© szepy - iStock)Kann das nicht auch der Hausarzt machen?

Oft wird die Muttermalvorsorge von Hausärzten im Rahmen des normalen Gesundheitschecks mit angeboten. Dieser Check steht gesetzlich versicherten Patienten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre zu.

Die Untersuchung läuft meist mit bloßem Auge ab, eventuell benutzt der Allgemeinmediziner eine kleine Lupe. Wenn ihm etwas Ungewöhnliches auffällt, wird er Sie zum Dermatologen überweisen. Privatpatienten können sich je nach Krankenversicherungstarif oft auch direkt an den Hautarzt wenden.


Warum zum Dermatologen?

Ein erfahrener Hautarzt ist auf Hautveränderungen spezialisiert und hat andere Untersuchungsmöglichkeiten als der Allgemeinarzt. So bieten beispielsweise die digitale Auflichtmikroskopie mit Computerunterstützung oder auch die elektrische Impendanzspektroskopie wertvolle Unterstützung zur Absicherung der Diagnose! Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern je nach Anzahl der Muttermale zwischen 15 und 60 Minuten - eine kleine Zeitinvestition, die Ihr Leben retten kann.


Sechs Vorteile beim Hautarzt

  1. mehr Erfahrung im Erkennen krankhafter Hautveränderungen
  2. Einsatz modernster Technologie: z. B. digitale Auflichtmikroskopie mit Computerunterstützung oder elektrische Impendanzspektroskopie
  3. Archivierung verdächtiger Flecke, sodass beim nächsten Check Veränderungen leicht festgestellt werden können
  4. erhöhte Sicherheit und Vermeidung unnötiger Operationen durch fortschrittliche Diagnostik
  5. Möglichkeit, verdächtige Muttermale in einem kleinen chirurgischen Eingriff direkt vor Ort in der Praxis zu entfernen
  6. umfangreiches Therapieangebot, wenn ein Muttermal behandelt werden muss: z. B. Photodynamische Therapie (PDT), Ausschabung (Kürettage), Kältebehandlung (Kryotherapie), Strahlen- und Lasertherapie


Wie finde ich den richtigen Dermatologen?

Mein Tipp: Wählen Sie einen erfahrenen Dermatologen, der sich auf die Muttermalvorsorge spezialisiert hat. Erkundigen Sie sich vorab, welche Verfahren bei ihm zum Einsatz kommen! Denn eine moderne Praxisausstattung erspart Ihnen unnötige Eingriffe und senkt zugleich die Gefahr, dass ein Melanom übersehen wird. Profitieren Sie von dem neuen Standard der Hautkrebs-Vorsorge - für Ihre Haut-Gesundheit.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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