Hautreaktionen bei der Bestrahlung von Brustkrebs

Bei Hautreaktionen ist es sinnvoll auf parfümfreie und natürliche Hautpflege zurückzugreifen. (© Metzmann)

Die Behandlung von Brustkrebs erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Die Strahlentherapie erfolgt im Anschluss an brusterhaltende Operationen. Aber auch nach einer Amputation der Brust kann eine Bestrahlung erforderlich sein, um eventuell verbliebene Krebszellen zu zerstören. Durch moderne Techniken wird auch bei Brustkrebs die Tumorregion lokal bestrahlt. Dadurch wird das umliegende Gewebe weitgehend geschont. Somit werden Nebenwirkungen reduziert.

Als „direktes Durchtrittsorgan“ kann die Haut allerdings während einer Strahlentherapie diverse Reaktionen zeigen. Meist kommt es zu einer Sofortreaktion, die sich durch Rötung, Pigmentierung oder Schwellung in der Haut und dem Unterhautgewebe auszeichnet. Diese Symptome treten etwa zwei bis drei Wochen nach Beginn einer Strahlentherapie auf. Die jeweilige Ausprägung ist abhängig von folgenden Faktoren:

  • der Gesamtstrahlendosis
  • der Fokussierung der Strahlenquelle
  • den Zeitabständen der Bestrahlungen.

Die Therapiephase bei Brustkrebs liegt zwischen 16 und 36 Behandlungstagen. Sie ist von verschiedenen Faktoren, unter anderem der Ausgangslage, abhängig. In der Bestrahlungszeit sollte direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermieden werden.

Während der Strahlentherapie-Behandlung benötigt die Haut eine spezielle Pflege. Hierzu gehört das Waschen mit lauwarmem Wasser ebenso wie der Verzicht auf Seife und Deodorant. Feuchtigkeitsspendende und leicht rückfettende Lotionen können benutzt werden. Allerdings sollten sie keine Konservierungsstoffe, Parfum oder Alkohol enthalten.

In der Regel sind fast alle Patientinnen von Hautreaktionen bedingt durch die Strahlentherapie betroffen. In welcher Ausprägung dies auftritt, hängt von der individuellen Beschaffenheit der Haut ab. Eine umfassende Aufklärung über Hautreaktionen und Hautpflege vor Beginn der Therapie hilft den Betroffenen, besser mit den Nebenwirkungen umgehen zu können. Meist sind die aufgezeigten Hautreaktionen nicht schwerwiegend.

Die Akutreaktionen klingen circa zwei bis drei Wochen nach Ende der Strahlentherapie ab. Eher selten kann es später zu anhaltender Pigmentierung und festerer Konsistenz der Haut kommen.


Übersicht zu Hautpflegeempfehlungen:

  • Körperreinigung nur mit lauwarmem Wasser
  • Verzicht auf Seife und Deodorant
  • Verwendung von leicht rückfettenden Lotionen (ohne Konservierungsstoffe, Parfum, Alkohol)
  • Möglichst keine Wannenbäder, keine Schwimmbadbesuche
  • Haut vorsichtig trockentupfen, nicht reiben


Übersicht zu Hautschutzempfehlungen:

  • Direkte Sonneneinstrahlung meiden
  • Luftige, lockere Kleidung tragen
  • Reizungen durch Schmuck, Nassrasuren, Massagen vermeiden
  • Starke Temperaturschwankungen vermeiden (z. B. Sauna)

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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