Das jameda-Interview: 8 Fragen an Dr. med. Peter Stoll

Dr. med. Peter Stoll praktiziert als Strahlentherapeut und Krebsbehandler in Pasing. (© Stoll)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Peter Stoll interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Strahlentherapeut und Krebsbehandler.

jameda: Herr Dr. Stoll, was hat Sie motiviert, Strahlentherapeut und Krebsbehandler zu werden? 

Dr. med. Peter Stoll: Ich wollte nach dem Studium eigentlich Hausarzt werden und habe auch einige Zeit als Hausarzt gearbeitet. Ich bin dann über meine Doktorarbeit zur Strahlentherapie gekommen und habe auch lange überlegt, ob ich den Krebspatienten – und es geht in der Strahlentherapie ja nun einmal in erster Linie um Krebs – gerecht werden kann. In meiner Zeit in der Radiologie habe ich dann gemerkt, wie sehr mir gerade diese Patientin gefehlt haben.

Krebspatienten brauchen Ärzte, die ihren Beruf aus Leidenschaft ausüben. Weil oft genug ihr Leben genau davon abhängt. Das hat mich vor Jahren dann wieder in die Strahlentherapie zurückgezogen. Ich versuche, jeden Patienten so zu behandeln, wie auch ich behandelt werden wollte. Und mein Team tut das auch. Es ist sehr schön, zu sehen, was man damit alles erreichen kann. Das ist der Grund, warum ich nichts anderes machen möchte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. med. Peter Stoll: Wir behandeln neben Krebserkrankungen auch viele chronische Schmerzen. Die Strahlentherapie hat in den letzten Jahren auch durch die Digitalisierung sehr extreme Fortschritte gemacht. Inzwischen können wir daher mit unserer Therapie Dinge erreichen, die ich vor Jahren nicht für möglich gehalten hätte.

Es kommt aber nicht nur darauf an, fachlich und technisch auf dem aktuellsten Stand zu sein, sondern auch darauf, gerade in einem so sensiblen Bereich immer daran zu denken, dass wir es mit Menschen zu tun haben und nicht mit Fällen. Gerade Krebspatienten sind oft extrem verletztlich. In so einer Situation braucht man auch menschliche Wärme – Behandler, denen man vertraut. Wir bemühen uns in Pasing, den Menschen genau das zu vermitteln.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. med. Peter Stoll: Ja. Klingt vielleicht seltsam, aber das ist kein ärztliches Vorbild, sondern es sind viele der Patienten, die ich in den vergangenen 25 Jahren behandeln durfte. In so vielen Jahren erlebt man als Arzt so einiges. Oftmals frage ich mich, ob ich so tapfer mit so einer Krankheit umgehen würde, wie viele meiner Patienten.

Mein Weg, mit dieser Frage umzugehen, ist, zu versuchen, dem notleidenden Menschen beizustehen und fachlich und auch menschlich alles in meiner Macht stehende zu tun, um ihm zu helfen.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. med. Peter Stoll: Wir haben vor kurzem eine komplett neue Strahlentherapie-Einheit in Betrieb genommen und das deutschlandweit erste High-End-Gerät dieser Baureihe installiert. Die Strahlentherapie wandelt sich analog der Digitalisierung rasant. Da ist es selbstverständlich, dass wir da immer auf dem neusten Stand sind.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. med. Peter Stoll: Das ist mit Sicherheit die sogenannte personalisierte Medizin, bei der es darum geht, die Therapie möglichst individuell zu gestalten. Je individueller, umso passgenauer und erfolgversprechender. Ich glaube, dass wir zusammen mit den neueren Therapieverfahren (Stichwort: Immuntherapie) und den zunehmenden genetischen Erkenntnissen über Krebszellen und Krebsentstehung in Zukunft noch viel mehr erreichen können.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. med. Peter Stoll: Ich neige nicht dazu, mich selbst zu beweihräuchern, aber ich versuche, mich immer so auszudrücken, dass man mich versteht. Und ich suche immer nach Lösungen. Bei mir geht niemand aus dem Zimmer, ohne dass er weiß, wie es weitergeht.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. med. Peter Stoll: Wenn jemand mit einer so schweren und auch stigmatisierten Erkrankung das Gefühl hat, dass man ihm wirklich helfen möchte und auch hilft, dann kommt da sehr oft unglaublich viel zurück. Das ist auch ein Hauptgrund, weshalb ich leidenschaftlich gerne in der Krebstherapie arbeite.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Dr. med. Peter Stoll: Leben Sie so, dass Sie am Ende sagen können "Es war ein gutes Leben!"

Zur Person:

1997
Approbation und Promotion (Thema: Effektivität der simultanen Radio-Chemotherapie bei ösophaguskarzinom).

2003-2006
Radiologie / Strahlentherapie / Nuklearmedizin, Praxis Muehleninsel in Landshut

2006-2009
Niedergelassener Arzt für Strahlentherapie im Radiologischen Netzwerk Rheinland, Strahlentherapie MediLev in Leverkusen

2010-2015
Niedergelassener Arzt für Strahlentherapie am MVZ für Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Onkologie, Rosenheim

Seit 2015
Niedergelassener Arzt für Strahlentherapie als Partner in der Praxis für Strahlentherapie am Klinikum München-West Strahlentherapie Pasing

2019
Übernahme der Strahlentherapie Pasing

Seit 2020
Medizinischer Direktor des Zentrums für Strahlentherapie und Nuklearmedizin in Tiflis / Georgien

Zur Praxis:

Über allem steht dabei unser Grundsatz, den Patienten nicht nur als "Fall" zu sehen, sondern als Menschen und Partner. Wir möchten, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen, denn gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage einer erfolgreichen Therapie.

In unserer Praxis verbinden wir modernste wissenschaftliche Erkenntnisse in der Strahlenttherapie und eine entsprechende technische Ausstattung mit einem ganzheitlichen Konzept, das auch die Entwicklungen im komplementärmedizinischen Bereich aufgreift. Ziel ist es, einen optimalen Therapieerfolg zu erreichen.

Nach einem ausführlichen Informationsgespräch, in dem wir uns selbstverständlich viel Zeit für Sie nehmen und Ihnen alle therapeutischen Möglichkeiten ausführlich erklären, entscheiden wir gemeinsam, was für Sie die beste Therapie ist. Selbstverständlich begleiten wir Sie während der gesamten Behandlung und sorgen mit Achtsamkeit und Professionalität dafür, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen.

Unsere Praxis verfügt über zwei hochmoderne Linearbeschleuniger von Varian Medical Systems, die auf dem neuesten technischen Stand sind. Mit diesen Bestrahlungsgeräten können wir alle gängigen Therapieverfahren durchführen. Eines dieser Geräte – der TrueBeam – ist das deutschlandweit erste Gerät dieser High-End-Baureihe mit iterativem CBCT – für noch höhere Präzision, noch bessere Tumorkontrolle und noch weniger Nebenwirkungen.

Unser Team besucht regelmäßig Fortbildungen, um ebenfalls immer auf dem neuesten Stand zu sein. Ein umfangreiches Qualitätsmanagement sorgt dafür, dass wir uns organisatorisch und im Hinblick auf die Bestrahlungstechniken kontinuierlich weiterentwickeln.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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