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Immunonkologische Therapie: Checkpoint-Hemmer als Behandlungsoption bei bestimmten Krebsarten

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© MSD Sharp & Dohme GmbHEin Antikörper (gelb dargestellt) nähert sich einer T-Zelle. (© MSD Sharp & Dohme GmbH)Die immunonkologische Therapie mit Checkpoint-Hemmern ist eine Option für die Behandlung bestimmter Krebsarten, meist im fortgeschrittenen Stadium. Fortgeschritten heißt, dass sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet und Tochtergeschwülste – sogenannte Metastasen – gebildet hat.1

Die immunonkologische Therapie mit Checkpoint-Hemmern funktioniert anders als bisherige Krebsbehandlungen: Sie aktiviert das körpereigene Immunsystem und versetzt es in die Lage, Krebszellen wieder als solche zu erkennen und sie gezielt zu bekämpfen.1

Fatales Zusammenspiel: Wie Krebszellen das Immunsystem manipulieren

Eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen T-Zellen, eine bestimmte Form von Immunzellen. Zu ihren Aufgaben zählt es auch, geschädigte Zellen wie Krebszellen zu erkennen und zu zerstören.

Sogenannte Immun-Checkpoints auf der Oberfläche der T-Zellen regulieren deren Aktivität und sorgen dafür, dass das Immunsystem nicht den eigenen Körper angreift. Manche Krebszellen schaffen es jedoch, diese Immun-Checkpoints selbst zu nutzen: Sie docken dort an und deaktivieren die T-Zellen, die den Krebs dann nicht mehr bekämpfen können. Folge: Die Krankheit kann sich im Körper ausbreiten.2

Checkpoint-Hemmer aktivieren das körpereigene Immunsystem

Eine immunonkologische Therapie setzt genau an dem Punkt an, an dem Krebszellen auf das Immunsystem einwirken: Sogenannte Immun-Checkpoint-Hemmer (Antikörper) verhindern, dass die Krebszellen an die T-Zellen andocken und sie ausbremsen. Das führt dazu, dass die T-Zellen wieder aktiviert werden und ihre Funktion erfüllen können. Das Immunsystem kann die Krebszellen somit wieder erkennen, angreifen und zerstören.2

Das Video erklärt den Wirkmechanismus der immunonkologischen Therapie mit Immun-Checkpoint-Hemmern.

Nebenwirkung überschießende Immunreaktion – Das ist jetzt wichtig

Wie bei jeder Therapie kann es auch bei der immunonkologischen Therapie mit Checkpoint-Hemmern zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. So machen aktivierte T-Zellen möglicherweise einen „zu guten Job“ und greifen dabei auch körpereigene, gesunde Zellen an. Die Folge können Entzündungen zum Beispiel der Lunge, des Darms, der Niere, der Leber oder der Schilddrüse sein.

In der Regel lassen sich diese Begleiterscheinungen behandeln. Entscheidend dabei ist, dass man sie rechtzeitig erkennt. Deswegen sollte eine immunonkologische Therapie mit Checkpoint-Hemmern auch nur unter Aufsicht eines Onkologen erfolgen, der entsprechende Erfahrung damit hat. Sollten Nebenwirkungen auftreten, ist es wichtig, dass der Patient umgehend den behandelnden Arzt konsultiert.3

Wird die immunonkologische Therapie Wirkung zeigen? Ein Biomarker-Test kann Auskunft geben

Bevor man mit einer immunonkologischen Therapie beginnt, muss in manchen Fällen ein sogenannter Biomarker-Test durchgeführt werden: Dies gilt für einige Checkpoint-Hemmer bei bestimmten Tumorarten. Mit dem Test prüft man, ob und in welchem Umfang die Strukturen, die zum Abschalten der T-Zellen führen, auf der Oberfläche z.B. der Krebszellen vorhanden sind. So erhält man Auskunft über die Wahrscheinlichkeit, mit der der Patient auf die immunonkologische Therapie ansprechen kann2, also ob sich die Therapie für ihn eignen könnte.

In einem Videointerview mit dem Experten Dr. med. Friedrich Overkamp erfahren Sie mehr zur immunonkologischen Therapie.



Zukunft der immunonkologischen Therapie mit Checkpoint-Hemmern

Immun-Checkpoint-Hemmer sind bereits seit einigen Jahren ein großer Hoffnungsträger in der Krebsmedizin. Forscher versuchen derzeit, die immunonkologische Therapie mit Checkpoint-Hemmern mit anderen Behandlungsoptionen wie etwa der Chemotherapie, der Bestrahlung oder der zielgerichteten Krebstherapie zu kombinieren. Dadurch soll die Therapie mehr Patienten die Chance auf ein längeres Überleben ermöglichen. Auch sind die Wissenschaftler auf der Suche nach weiteren Immun-Checkpoint-Hemmern, die für eine immunonkologische Therapie infrage kommen.2

© MSD Sharp & Dohme GmbH© MSD Sharp & Dohme GmbHEine Chance bei Krebs

Immunonkologische Therapien können bei bestimmten Krebsarten im fortgeschrittenen Stadium neue Hoffnung schenken. Diese innovativen Behandlungsmethoden haben die Krebstherapie in den letzten Jahren revolutioniert. Dennoch müssen Wissenschaftler weiterhin intensiv daran arbeiten, immunonkologische Therapien zu verbessern und neue Wirkstoffe zu entwickeln. MSD unterstützt die Forschung und Entwicklung immunonkologischer Therapien, um Krebspatienten eine neue Perspektive geben zu können.

Weitere Informationen zur immunonkologischen Therapie finden Sie unter:

www.immunonkologie.de

Dies ist ein Beitrag von MSD Sharp & Dohme.

Quellen:

  1. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums, https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/impfen-gegen-krebs.php#inhalt7, Abruf: 15.07.2019.
  2. Onko Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/immunonkologie-mit-dem-immunsys.html, Abruf: 15.07.2019.
  3. ESMO-Patientenleitlinie „Immuntherapiebedingte Nebenwirkungen und ihr Management“, European Society of Medical Oncology https://www.esmo.org/content/download/133758/2490221/file/DE-ESMO-Patientenleitlinie-Immuntherapie-bedingte-Nebenwirkungen-und-ihr-Management.pdf, Abruf: 15.07.2019.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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