Immuntherapie bei Krebs: Schonendere Alternative zur Chemotherapie?

Frau Schramm

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© fotoart-wallraf - fotoliaEntstehen bei einer Immuntherapie weniger Nebenwirkungen als bei einer Chemotherapie? (© fotoart-wallraf - fotolia)Dieses Jahr wurden zwei Forscher mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Sie haben Antikörper entdeckt, die unsere Immunabwehr hemmen. Es handelt sich dabei um Entdeckungen aus den Jahren 1992 und 1994. Normalerweise entdeckt unser Immunsystem nicht nur Eindringlinge wie Allergene, Viren und Bakterien, sondern auch kranke körpereigene Zellen.

Krebszellen werden nicht von unserem Immunsystem erkannt

Bei den Krebszellen verhält es sich leider anders. Diese sind in der Lage, sich durch spezielle Botenstoffe so zu tarnen, dass die Immunzellen sie nicht erkennen. Die sogenannten Immun-Checkpoints sind Signalwege im Immunsystem, die das Immunsystem bremsen. Die T-Zellaktivierung findet nicht oder nur noch sehr eingeschränkt statt.

Die Forscher Allison und Honjo entwickelten zwei Antikörper, die Checkpoint-Inhibitoren, die gezielt die Tarnrezeptoren der Tumorzelle enttarnen, wodurch die Tumorzellen wieder für das Immunsystem sichtbar werden. Das klingt erfolgversprechend.

Welche Kosten entstehen bei einer Immuntherapie?

Schaut man sich die Kosten an, drängt sich schnell die Frage auf, wer diese Form der Behandlung bezahlen soll, wenn sie denn wirklich so erfolgreich ist, wie zurzeit angenommen wird. Die Einzelgabe der Immuntherapie ist gegenwärtig etwa zehn Mal so teuer wie eine bisherige Chemotherapie. Die gesetzlichen Kassen zahlen die Immuntherapie aktuell erst, nachdem alle Chemotherapiemaßnahmen ausgeschöpft sind.

Welche Rolle spielt das Immunsystem bei der Krebstherapie?

Seit einigen Jahren ist auf Grund vorliegender Studien bekannt, dass die Checkpoint-Inhibitoren zur Verrichtung Ihrer Arbeit einen guten Vitamin-D-Spiegel benötigen und erhöhte Entzündungswerte (im Besonderen NF-κB) den Checkpoint-Inhibitoren entgegen wirken.

Bei der Behandlung von Krebspatienten fällt auf, dass diese deutlich erniedrigte Vitamin-D-Spiegel und ein schwaches Immunsystem haben (im Besonderen nach Chemotherapie und Bestrahlung) und oft auch erhöhte Entzündungswerte aufweisen. Dadurch können diese Checkpoint-Inhibitoren nicht so arbeiten, wie sie es theoretisch sollten. Deshalb ist es wichtig, das Immunsystem an Hand von Laboruntersuchungen zielgerichtet aufzubauen, bevor Checkpoint-Inhibitoren eingesetzt werden.


Ist eine Immuntherapie besser verträglich als eine Chemotherapie?

Wichtig ist es zu unterstreichen, dass diese Art der Immuntherapie nichts mit dem zu tun hat, was sich der medizinische Laie unter „Immuntherapie“ vorstellt. Eine Immuntherapie hat Nebenwirkungen und belastet den Körper ähnlich wie eine Chemotherapie. Die Pharmalobby preist die Immuntherapie als nebenwirkungsarm. Die Realität sieht aber leider anders aus.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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