Mit Krebs länger leben: So hilft die optimierte Krebstherapie

Prof. Dr. Schoenberg

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© magann_fotoliaDie Lebensqualität kann durch die optimierte Krebstherapie verbessert werden (© magann_fotolia)

Die Fortschritte in der Früherkennung und der Therapie von Krebserkrankungen haben in den letzten Jahren zu einem Anstieg der 5-Jahres-Überlebensraten geführt. Frauen haben demnach eine Überlebensrate von 64 % und Männer von bis zu 59 %, wobei nach wie vor einzelne Tumorarten erhebliche Unterschiede aufweisen.
 

Welche Nebenwirkungen bringt die Krebstherapie mit sich?

Viele Krebspatienten leiden aber nicht nur während der Therapie, sondern auch zum Teil Jahre danach an erheblichen Nebenwirkungen. Zu den Nachwirkungen der Krebstherapie zählen Müdigkeit und Erschöpfung, Schmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen sowie Depressionen, Angststörungen und Niedergeschlagenheit. Obwohl sie die Lebensqualität des Betroffenen erheblich einschränken, schenken Betroffene den Nebenwirkungen häufig zu wenig Beachtung.

Im Rahmen der leitliniengerechten Therapie kann durch die optimierte Krebstherapie sowohl die Lebensqualität als auch die Prognose selbst um 30 - 40 % verbessert werden.
 

Die optimierte Krebstherapie

Unter "optimierter Krebstherapie" versteht man körperliche Bewegung, gesunde bzw. der Krankheit angepasste Ernährung und die Verbesserung des seelischen Befindens der Patienten durch Psychoonkologie.

Es ist hier vollkommen irrelevant, wie viel Sport der Patient vor der Diagnose getrieben hat. Jeder Patient kann aktiv mithelfen, die Krebserkrankung zu überstehen. Bewegung, gesunde Ernährung und psychologische Betreuung sind gleichsam „Medikamente“, die effektiv gegen den Krebs wirken, jedoch häufig „unterdosiert“ werden.

© igor - FotoliaMüdigkeit und Depressionen sind mögliche Nebenwirkungen der Krebstherapie (© igor - Fotolia)Diese Elemente wirken synergistisch, d.h., sie verstärken sich gegenseitig. Beschwerden und Nebenwirkungen, wie sie während der Krebstherapie auftreten, können durch die Veränderung des Lebensstils im Rahmen der optimierten Krebstherapie vermindert oder gar verhindert werden.

Patienten, die sich bereits während der Therapie bewegen und gesund ernähren, vertragen die belastende Chemo- und Strahlentherapien viel besser.

Darüber hinaus führen insbesondere körperliche Aktivität und gesunde Ernährung beim Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs im Rahmen der optimierten Krebstherapie zu einer Prognoseverbesserung von 30 - 40 %. Ähnliche Erfolgsraten zeigen sich auch bei anderen häufigen Krebsarten wie Eierstock-, Nierenzell- oder Lungenkrebs.

Das Ziel der optimierten Krebstherapie ist die Stärkung und die Anleitung zur aktiven Krankheitsbewältigung des Patienten durch die Beratung und die Begleitung geeigneter Therapeuten (Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Ernährungsmediziner und Pflegekräfte).

Das optimierte Krebstherapie-Programm sieht vor, dass Patienten in regelmäßigen Abständen befragt und individuelle Trainings- und Ernährungsprogramm erstellt werden. Zusammen mit seelischer Unterstützung kann der Patient so optimal durch diese schwierige Lebensphase begleitet werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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