Todesursache bei Krebs sind zu 90 % die Metastasen: Cluster als Saatgut

Die Bildung von Metastasen hat im Verlauf einer Krebserkrankung oft verheerende Folgen. (© Photographee.eu - fotolia)

Etwa 90 % der Todesfälle bei Krebserkrankungen sind auf die Metastasierung des Primärtumors zurückzuführen. Durch die Metastasen wird aus einer lokalen Erkrankung eine systemische Erkrankung, die schwierig zu beherrschen ist.

Was sind Cluster?

Wenn sich der primäre Tumor erst einmal an den Blutkreislauf angeschlossen hat, um weiter wachsen zu können, sendet er sogenannte Cluster aus. Das sind im Prinzip die Samenkörner für die gefährlichen Metastasen.

Diese Tumorzell-Cluster sind ein Zusammenschluss (Hybride) einzelner Tumorzellen und körpereigener weißer Blutkörperchen (neutrophilen Granulozyten). Durch die körpereigenen Bestandteile sind die Cluster im Blut für das Immunsystem unsichtbar. Das heißt, sie werden nicht als bedrohlich, weil körperfremd, sondern als körpereigen erkannt und dementsprechend auch nicht bekämpft und können unbehelligt zirkulieren.

Wie funktioniert die Cluster-Erkennung?

Die Tumorzell-Cluster machen nur 1 bis 3 % der im Blut zirkulierenden Tumorzellen aus, besitzen jedoch allein die Fähigkeit, Metastasen zu bilden. Mengenmäßig befinden sich in den circa sechs Liter Blut eines Menschen bei einer Krebserkrankung nur zwischen zwei und sechs Tumorzell-Cluster. Bei bereits vorliegenden Metastasen können es auch zwölf zirkulierende Tumorzell-Cluster sein.

Die Verweildauer im Blut kann bis zu einem Jahr betragen und nach Durchdringung der Gefäßwand im Gewebe kann es sogar noch mehrere Jahre dauern, bis sich letztendlich eine Metastase entwickelt.

Diese Tumorzell-Cluster lassen sich mit einem speziellen Farbstoff selektiv anfärben. Körpereigene Zellen nehmen den Farbstoff nicht auf. Ein Messgerät regt diese, in einer Verweilkanüle liegenden optischen Fasern, von außen mit einem speziellen Laserlicht an und kann sie erkennen. Es können bei Anwesenheit von Clustern dann charakteristische Lichtsignale aufgezeichnet werden.

Dieses minimalinvasive Verfahren nennt sich Photodynamische Infrarotspektroskopie, kurz PDIS.
PDIS kann die Cluster im Blut mit einer Sensitivität von 98,5 % aufspüren. Dies ist ein erstaunlich hoher Wert, der sich durch eine nochmalige Untersuchung direkt im Anschluss noch weiter erhöhen lässt. Das Verfahren ist patentiert und geeicht. Es ist die einzige Möglichkeit, Cluster im Blut zirkulierend nachzuweisen und beruht auf rein physikalischen Grundlagen.

Die Spezifität, also Gesunde auch als gesund zu erkennen, beträgt nach zwei Untersuchungsgängen sogar 100 %.

Welche Vorteile bietet die Untersuchung?

Auf diese Art und Weise lassen sich diverse Fragen der Patienten mit klinischer Evidenz besser oder sogar erstmals beantworten:

  • Habe ich Krebs?
  • Ist die Behandlung erfolgreich?
  • Besteht die Gefahr von Metastasen?
  • Ist der Krebs schon wieder da oder bleibt er immer noch weg?

Und zwar durch die photodynamische, physikalische Untersuchung mittels Spektroskopie, denn die Anwesenheit von Clustern beweist einen Primärtumor 1:1. Denn diese Cluster werden nur in einem Tumor gebildet. Und das kann schon passieren, wenn der Tumor gerade mal um die 5.000 Zellen groß ist. Für die Darstellung im CT oder MRT müsste der Tumor zum Nachweis erst mal auf eine Größe von 300 Millionen Zellen anwachsen.

Daher schlägt das PDIS-Verfahren mitunter viele Monate eher an als die herkömmlichen bildgebenden Verfahren.

Unter Umständen kann der gegebenenfalls winzige Primärtumor bei positivem Cluster-Nachweis also gar nicht nachgewiesen werden. Jedoch bietet sich andererseits die Möglichkeit, frühestmöglich eine Therapie einzuleiten.

Dementsprechend kann man das Blut präventiv auf Cluster untersuchen, wenn beispielsweise eine familiäre Belastung vorliegt.

 PDIS eignet sich aber auch zur Abklärung suspekter Befunde.

Nach erfolgter Tumortherapie lässt sich mit dem PDIS der Therapieerfolg bestimmen. Im besten Falle über eine "Cluster-Freiheit". Bei Cluster-Nachweis ist eine Therapieanpassung erforderlich.

So erhält der Patient eine valide Aussage zu dem Stand seiner Erkrankung, bevor er beispielsweise bis zur planmäßigen Staging-Untersuchung in eine mitunter 6-monatige Therapiepause geht.

Werden Cluster gefunden, die ja bereits angefärbt sind, können sie über schmerzlose phototoxische Prozesse zerstört werden, nach jeder Untersuchung, also auch mehrmals. Die phototoxischen Prozesse bannen die akute Metastasierungsgefahr und eleminieren das "Saatgut".

Mit der Möglichkeit über den Nachweis zirkulierender Krebszell-Cluster im Blut lassen sich

  • Krebsrisiken besser einschätzen
  • Krebsrisiken besser kontrollieren
  • letztendlich die Sterblichkeit senken

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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