Mundkrebsvorsorge: Durch die Früherkennung Leben retten

Dr. Papavasileiou

von
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© Oft wird Mundkrebs erst zu spät erkannt - eine regelmäßige Untersuchung beim Zahnarzt hilftOft wird Mundkrebs erst zu spät erkannt - eine regelmäßige Untersuchung beim Zahnarzt hilft (© Oft wird Mundkrebs erst zu spät erkannt - eine regelmäßige Untersuchung beim Zahnarzt hilft)Mundhöhlenkarzinome stehen an der siebten Stelle aller bösartigen Tumore in Deutschland. Der Mundboden und der seitliche Zungenrand sind die Stellen, die am meisten betroffen sind.

Die Vorstufen machen sich zwar als weiße oder rote Flecken auf der Mundschleimhaut bemerkbar, werden von Patienten aber oft nicht ernstgenommen. Auch Mundhöhlenkarzinome nehmen viele zu spät wahr, weil sie keine Schmerzen verursachen.

Risikofaktoren für Mundkrebs

Das Risiko bei Rauchern gegenüber Nichtrauchern steigt um den Faktor 3,6. Bei Rauchern, die gleichzeitig unter einer Alkoholsucht leiden, ist das Risiko nochmal um den Faktor 2,5 erhöht. Zu den weiteren Risiken zählen auch chronische mechanische Reize, z.B. durch schlecht passende Zahnprothesen, eine schlechte Mundhygiene und eine HPV-Infektion.


Warnsignale, die ernst genommen werden müssen:

  • weiße oder rote Flecken auf der Mundschleimhaut  
  • wunde Stellen im Mund, die leicht bluten und nicht innerhalb einer Woche verheilen
  • starker Mundgeruch
  • Fremdkörpergefühl
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Plötzlich aufgetretene Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Taubheitsgefühl an Zunge oder Lippe
  • Schwellung am Hals oder unter dem Kiefer

Wird ein Tumor zu spät erkannt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei ca. 50 %. Wird der Tumor im Frühstadium diagnostiziert, steigt die 5-Jahres-Überlebensrate auf bis zu 90 % an.


Was kann ich als Patient tun?

Der Zahnarzt ist in der Regel der einzige Arzt, der Ihre Mundhöhle unter die Lupe nimmt. Es ist die Aufgabe des Zahnarztes in regelmäßigen Abständen nicht nur die Zähne des Patienten zu untersuchen, sondern auch die Mundschleimhaut zu kontrollieren. Dazu gehören Lippen, Zunge, Mundboden, Gaumen und Wangen. So können verdächtige Verletzungen schnell diagnostiziert und weiter abgeklärt werden. Bereits kleine Veränderungen der Mundschleimhaut können mögliche Krebsvorstufen sein.

 

Bei Mundkrebs unbedingt den Zahnarzt aufsuchen

Falls für die Behandlung eines Tumors im Kopf,- Hals- oder Mundbereich eine Strahlentherapie notwendig ist, ist eine gründliche Untersuchung der Zähne vor Behandlungsbeginn unabdingbar, um Folgerisiken zu erkennen und defekte Zähne zu behandeln.

Aber auch nach der Behandlung des Tumors ist der Zahnarzt die erste Anlaufstelle für die Diagnose und teilweise auch für die Behandlung von Komplikationen, wie zum Beispiel Mundtrockenheit, erhöhtes Risiko für Kariesbildung oder erhöhtes Risiko für Infektion des Kieferknochens.

Die Krebsvorsorgeuntersuchung sollte ein fester Bestandteil des Recallsystems in der Zahnarztpraxis sein, denn bei Mundkrebs gilt: Je früher er erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


17.12.2017 - 12:00 Uhr

Hallo, meine Mutter wurde vor Knapp einem Jahr...

von Mario E.

... wegen einem Rachentumor operiert. Die Ärzte konnten damals den ganzen Tumor entfernen. Kurz darauf folgte diie Bestrahlung und Chemotherapie. Seitdem hat meine Mutter eine Tracheotomie und eine Magensonde für die Ernährung. Nach der Operation sagten die Ärzte, dass dieser Krebs kommplet entfernt wurde und selbst wenn er wieder kommen würde, würden die Ärzte ihn bei der Vorsorge früh genug erkennen und der Eingriff wäre nur ein kleiner Eingriff. Meine Mutter hatte jeden Vorsorgetermin wahrgenommen und immer sagten die Ärzte meiner Mutter alles wäre gut und es würde alles gut verheilen. Vor knapp acht Wochen hatte der HNO Arzt meiner Mutter zufällig festgestellt, dass meine Mutter die Nasennebehöhlen zu hatte und beantragte ein CT, um zu sehen, worum es sich handelt. Im Krankenhaus wurde dann ein Rezidiv-Oropharynxkarzinom festgestellt und vor kurzen wurde daran operiert. Laut den Ärzten konnten sie denn Ganzen Tumor nicht entfernen. Meine Mutter hat seit einiger Zeit Schmerzen den Kiefer auf der Linken Seite hochziehen zum Auge. Die Ärzte wollen meine Mutter jetzt nur eine Chemotherapie mit palliativer Intension anbieten. Laut den Ärzten wurde das mit meiner Mutter und uns besprochen, das aber nicht stimmt. Worum handelt es sich dabei?Ich hoffe Sie können mir helfen. Folgend steht die genauen Diagnosen Rezidiv-Oropharynkarzinom G2 rpT2 rpNO (0/2) LO VO PnO R2 ; klinisch Hartgaumen /Nasopharynx heranreichend Z.n.Laterale Pharyngektomie,Tumorresektiobn,mod.rad.Neck dissectiion bds.und Defektdeckung mittels mikrovask.-anastomierten Radialslappen von Links ,Tracheotomie,10/2016 Adjuntive Radio /Chemotherapie Was genau bedeutet das und die Tumorbezeichnung? Ich hoffe und bitte Sie können mir weiterhelfen. Mfg Mario

Dr. Papavasileiou

Antwort vom Autor am 19.12.2017
Dr. Dimitrios Papavasileiou

Sehr geehrter Herr Mario E., vielen Dank für Ihre Frage. Die Erkrankung Ihrer Mutter übersteigt meinen Tätigkeitsbereich als Zahnarzt und Oralchirurg. Ein HNO Arzt in einer Klinik wäre für Sie in diesem Fall der geeignete Ansprechpartner. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute. Mit freundlichen Grüßen Dr. Dimitrios Papavasileiou


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