Untersuchungsverfahren: Was ist eigentlich PET/CT?

Das PET/CT ermöglicht ein genaues Fusionsbild des Tumors. (©fotolia-23139461-apfelweile)

Die PET/CT ist eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Untersuchungsverfahren: der PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und der CT (Computertomographie), die unterschiedliche Informationen und Bilder liefern. PET ist ein nuklearmedizinisches Verfahren. Mithilfe eines radioaktiv markierten Stoffs – dem sogenannten Tracer – werden Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper sichtbar gemacht. Der Tracer kann beispielsweise ein mit radioaktivem Fluor markierter Traubenzucker oder ein radioaktiv markierter Bestandteil der Prostatazelle sein.

Da Krebszellen einen besonders hohen Stoffwechsel haben und sich schnell teilen, eignet sich die PET besonders gut, um entartete Zellen mit einem hohen Energiebedarf oder einer hohen Teilungsrate aufzuspüren. Sie wird aber beispielsweise auch häufig in der Diagnostik von Herz-Erkrankungen oder zur Demenzabklärung eingesetzt.

Die CT ist eine moderne Röntgenuntersuchung, die den Körper in Schichten darstellt und sich gut für die Darstellung aller Gewebestrukturen, insbesondere auch Knochen, Lunge und Hohlräume eignet. Die Informationen und Bilder beider Verfahren ergänzen sich hervorragend in der Diagnostik.

Das PET/CT führt beide Untersuchungen zusammen, indem beide Techniken praktisch gleichzeitig ausgeführt werden. Das Ergebnis ist ein Fusionsbild, das beispielsweise die exakte Bestimmung der Position, Größe, Aktivität und Ausbreitung einer Tumorerkrankung ermöglicht.
 

Welche Vorteile hat die PET/CT?

Durch die Kombination der beiden Diagnoseverfahren erspart die PET/CT zeitaufwendige Doppeluntersuchungen. Die Voraussetzungen wie Körperlage und Konstitution des Patienten sind gleich, was für die Beurteilung der Bilder sehr wichtig ist.

Zudem stellt die Kombination der Daten eine enorme Verbesserung in der Diagnostik und in der Therapie dar, z.B. bei der Planung von Strahlentherapien oder Operationen. So kann durch die funktionelle Darstellung in Kombination mit den CT-Bildern ein bösartiger Tumor viel exakter in der Bestrahlungsplanung eingegrenzt werden.
 

Wie funktioniert die PET-Untersuchung?

Dem Patienten wird eine winzige Menge radioaktiv markierter Lösung (Tracer) in die Vene injiziert, die sich je nach Untersuchung 30 bis 90 Minuten lang im Körper verteilt.

Während der eigentlichen Untersuchung liegt der Patient auf einer Liege, die durch das Aufnahmegerät gefahren wird. Man sollte sich dabei möglichst wenig bewegen, damit es nicht zu Bildstörungen kommt. Die vom Körper ausgehenden Strahlungsimpulse werden von Messköpfen aufgefangen und hinsichtlich der räumlichen Orientierung weiterverarbeitet.

Im kombinierten PET-CT befinden sich die Aufnahmeeinheiten für die Positronen-Emissions-Tomographie und die Computertomographie unmittelbar hintereinander. Moderne PET-CT-Geräte haben nur eine sehr kurze "Röhre".

Raumangst (auch "Platzangst" genannt) ist daher für die meisten Patienten kein Problem. Wer dennoch unter Engegefühlen leidet, kann vor der Aufnahme ein beruhigendes Medikament erhalten.
 

Wann wird PET/CT eingesetzt?

Das PET/CT wird zur Bestimmung von Brustkrebs eingesetzt. (©fotolia-81637951-offstocker)
Sie findet vor allem bei folgenden Krebserkrankungen Anwendung:

  • Malignes Lymphom
  • Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
  • Dickdarm- und Mastdarmkrebs (Kolorektales Karzinom)
  • Brustkrebs (Mammakarzinom)
  • schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)
  • Kopf- und Halstumore
  • Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
  • Schilddrüsenkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • Knochen- und Weichteiltumore

Eine neue Anwendung für PET/CT mit F-18-Methylcholin oder Ga-67-PSMA und 18 F-PMSA ist das Rezidiv bzw. die Ausbreitungsdiagnostik von Prostatakrebs. In der Neurologie geht es insbesondere um die Früherkennung verschiedenster Demenzen
(insbesondere Alzheimer-Demenz) und in der Kardiologie können durch das PET/CT intakte Herzmuskelanteile bestimmt, ferner auch unklare entzündliche Zustände der Gefässe ober bei Fieber abgeklärt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (10)

B. Hartstein, 04.05.2021 - 09:06 Uhr

Bei mir wurde jetzt Leukämie CML festgestellt. Da die Ursache Strahlen- Behhandlungen sein können, sammel ich alle infragekommenden Behandlungen in meinem Leben und stelle ein Übermaß Radiologischer Behandlungen fest, u.a. Pet CT, Bestrahlungen nach Plettenepithal-Karzinom-Erkrankung mit Neck dissection etc.etc. Wieviel Anteil haben alle Behandlungen zusammen im Hinblick auf Leukämie? B. Hartstein

Susann B., 27.02.2020 - 11:26 Uhr

Sehr geehrter Dr. Möllers, vielen Dank für den tollen Artikel. Wird das PET auch in der Praxis für Nuklearmedizin in Bamberg angewendet?

Antwort von Dr. med. Marc-Oliver Möllers, verfasst am 29.02.2020

Das Verfahren wird auch im Klinikum am Bruderwald angeboten und von der hiesigen Nuklearmedizin betreut. Eines der modernsten PET/CT-Geräte wurde hier vor kurzem (2018) aufgestellt und in die diagnostische Routine mit eingebunden. Für Privatversicherte ist die Untersuchung in der Regel nicht mit Kosten verbunden, bei gesetzlich- oder ersatzkassenversicherten Patienten in Abhängigkeit von Fragestellung und klinischem Verlauf ambulant kostenfrei. Zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren.

thomas r., 11.02.2020 - 23:29 Uhr

moin, da das pet ct zumeist die markierten tracer zeigt, können so aktive und oompatible bereiche angezeigt werden. komme gerade vom Ga68-dotatoc pet-ct in der zbb wieder, man kann dort sehen (fa68, das zerfällt und 'leuchtet' in bild) wo das dotatoc angelagert wurde, für neinen, den 'net' krebs funtzt das prima, für andere sachen bitte den doc mit fragen löchern..

Kurtic, 24.03.2019 - 19:08 Uhr

Hallo, ich habe eine Frage: Kann man durch eine PET-CT-Durchsuchung alle bösartigen Tumore entdecken? LG

Antwort von Dr. med. Marc-Oliver Möllers, verfasst am 29.02.2020

Zwar kann man je nach Art und Wachstum des bösartigen Tumors viele entdecken, aber nicht alle. Grund dafür kann sein, dass der Tumor zu klein (unter 6 mm), zu wenig wachstumsaktiv ist oder die radioaktive Substanz nicht ausreichend aufnimmt. Hinderlich kann auch die Lage des Tumors (z.B. Gehirn oder in unmittelbarere Nähe zum harnableitendem System) sein. Beeinträchtigungen in der Darstellung können auch unmittelbar nach Che, Chemo-, Strahlentherapie oder OP sein, ferner bestimmte Medikamente und eine Zuckererkrankung. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dies im Einzelnen abgeklärt werden muss.

Dr. H. Meier-Duis, 31.08.2018 - 12:36 Uhr

Guten Tag. Ich bin radiolo. Kollege ohne Kenntnis im PET-CT. Zur weiteren Diagnostik eines Prostata Ca wurde mir ein PET-CT empfohlen. Bds habe ich Hüftendoprothesen. Wären diese bei der Unter störend? Für eine kurze Einschätzung Ihrerseits wäre ich Ihnen sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen H. Meier-Duis

Antwort von Dr. med. Marc-Oliver Möllers, verfasst am 29.02.2020

Die Hüftprothesen wären nicht sonderlich beeinträchtigend, Metallartefakte kann es aber manchmal geben (wegen der Computertomografie); die PET-CT zur Prostataabklärung macht insbesondere dann Sinn, wenn trotz steigenden PSA-Wertes (auch deutlich unter 1 ng/ml) und Zustand nach vollständiger OP oder Bestrahlung der Prostata der Verdacht auf Streuherde besteht (in der Regel nach Durchführung einer MRT/Kernspintomografie des Beckens).

Nieländer H., 09.12.2017 - 14:39 Uhr

Danke für diesen informativen Artikel. Eignet sich dieses Verfahren auch, um einen bzw. drei winzige Tumore an den Neben-Nierenrinden klarer zu bestimmen. Im Mai 2017 wurde bereits eine Niere wegen eines Tumors (15cm)entfernt. Nun wurden neue Flecken an der Nebennierenrinde festgestellt. Genaue Bestimmung soll erst im Februar erfolgen. Ist hier ein Onkologe besser als ein Urologe? Ein Pad-CT besser als ein CT? Ein Hinweis würde mir sehr helfen. Vielen Dank H.Nieländer

Antwort von Dr. med. Marc-Oliver Möllers, verfasst am 29.02.2020

Winzige Tumore werden leider nicht diagnostiziert, die Auflösungsgrenze liegt gerätetechnisch bei 5-8 mm. Je nach Wachstumsverhalten und Rezeptorbesatz der bösartigen Zellen eignen sich verschiedene radioaktive Substanzen (Tracer), die im speziellen Verwendung finden; der häufigste ist das 18F-FDG (ein zuckerähnliches Molekül), welches insbesondere in schnell wachsenden Zellen aufgenommen wird. Hinsichtlich der Nebennieren als Botenstoff / hormonproduzierendes Organ käme am ehesten auch ein radioaktiver Tracer in Betracht, der die Eigenschaft besitzt, an hormonell aktive Zelle anzudocken. Ihnen alles Gute!

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