Prostatakrebs mit MRT genau erkennen

Prof. Dr. Michaely

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© Prof. Dr. MichaelyMit der MRT-Untersuchung kann ein Tumor der Prostata gut sichtbar gemacht werden (© Prof. Dr. Michaely)Prostatakrebs ist aktuell die häufigste Tumorart bei Männern. Das übliche Vorgehen bei der Diagnose des Prostatakarzinoms ist, den sogenannten PSA-Wert im Blut zu bestimmen. Der Wert kann bei einer altersüblichen, gutartigen Prostatavergrößerung, aber auch bei einem Prostatakarzinom erhöht sein.

Wie kann die Prostata untersucht werden?

Bei einem erhöhten PSA-Wert sollte die Prostata durch einen Urologen abgetastet werden. Gegebenenfalls wird auch eine Probe, eine sogenannte Biopsie, aus der Prostata entnommen. Die Biopsie wird dabei durch eine Vorrichtung, die im Enddarm liegt, durchgeführt. Etwa 6-12 Gewebezylinder und ca. 1/1000 des Prostatavolumenswerden werden dann aus unterschiedlichen Arealen der Prostata entnommen.

Wieso ist eine MRT-Untersuchung wichtig?

Bei kleinen Karzinomen und steigendem PSA-Wert findet die Biopsie auch nach mehreren Versuchen häufig keine bösartigen Zellen, weil durch die zufällige Probe-Entnahme der Tumor verpasst werden kann. Um dieses Dilemma zu vermeiden, werden immer häufiger MRT-Untersuchungen der Prostata vor einer Biopsie angeordnet.

Wie funktioniert die MRT-Untersuchung?

Die Untersuchung kann in bequemer Rückenlage durchgeführt werden. Auf dem Becken des Patienten wird eine leichte Messspule gelegt, mit der die Signale der Prostata empfangen werden. Der Kopf des Patienten bleibt während der ganzen Untersuchung außerhalb der Röhre des MRT. Teilweise werden den Patienten Medikamente zur Verringerung der Darmbewegung verabreicht, um die Bildqualität optimal zu gestalten. Im Rahmen der Untersuchung werden dabei verschiedene Bilder aufgenommen, die unterschiedliche Gewebe-Eigenschaften der Prostata hochaufgelöst darstellen können.

  1. Die Form und innere Struktur der Prostata (Morphologie): Tumore zeichnen sich dabei durch eine Störung der Prostataarchitektur aus, wie im Bildbeispiel sichtbar. Hier wächst der Tumor sogar über die Kapsel der Prostata hinaus.
  2. Die Zelldichte der Prostata (Diffusion): Tumore haben aufgrund ihres Wachstums eine höhere Zelldichte als gesundes Gewebe. Im Bildbeispiel ist dies durch das helle Signal deutlich sichtbar (Pfeil).
  3. Der Blutfluss der Prostata (Perfusion): Tumore sind besser durchblutet als normales Prostatagewebe. Bei dieser Messung muss ein Kontrastmittel über die Vene gegeben werden. Man nennt diese Art der MRT-Untersuchung eine multiparametrische MRT (mpMRT) der Prostata.

Die Dauer der Untersuchung beträgt ca. 30 Minuten. Durch eine standardisierte Auswertung dieser drei Parameter nach dem sogenannten PI-RADS-Schema können Prostatakarzinome mit einer Genauigkeit von ca. 90 % entdeckt oder auch sicher ausgeschlossen werden. Dem behandelnden Urologen kann dann die Größe und Lage des Tumorherds genau mitgeteilt werden. Eine Biopsie kann der Arzt jetzt gezielt durchführen.

Zudem werden die Lymphknoten und der Knochen des Beckens betrachtet, so dass schon zusätzlich Aussagen getroffen werden können, ob der Tumor bereits gestreut hat.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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