Strahlentherapie bei Rektumkarzinom

Bei Darmkrebs gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung. (© VadimGuzhva - fotolia)

Die Diagnose „Darmkrebs“ betrifft in Deutschland jährlich über 70.000 Menschen.

Eine Strahlentherapie kommt in der Regel bei den Karzinomen des unteren Dickdarmabschnittes, der Rektum- oder Enddarmregion zum Einsatz. Gemäß der aktuellen deutschen S3-Leitlinie erfolgt die Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie vor der Operation des betroffenen Darmabschnittes.

Die kombinierte Strahlen- und Chemotherapie ist heute sehr gut ambulant durchführbar. Die so behandelten Patienten können ihren Alltag während der mehrwöchigen Therapiephase gut gestalten, zumal die jeweilige Bestrahlungseinheit nur wenige Minuten dauert.

 

Individuelle Therapieentscheidungen

Beim Rektumkarzinom unterscheidet man Tumoren, welche sehr nahe am Darmschließmuskel wachsen und solche, die sich in einigen Zentimetern Entfernung zum Schließmuskel befinden. Ferner unterscheidet man Tumoren, die sehr begrenzt auf der Darmwand wachsen oder solche, die sich über die Darmwand hinaus in die Umgebung ausdehnen.

Je nach Situation wird durch ein Expertengremium eine individuelle Therapieentscheidung getroffen. Der Austausch der behandelnden Ärzte erfolgt in der Regel in Tumorkonferenzen und sorgt somit für die optimale Betrachtung jedes einzelnen Krankheitsverlaufes. Zu Beginn der Strahlentherapie wird eine Planungs-Computertomographie durchgeführt.

Mithilfe dieser Computertomographie wird dann von Medizinphysikexperten in der Strahlentherapiepraxis ein individueller Bestrahlungsplan berechnet. Dieser Plan wird vom behandelnden Facharzt für Strahlentherapie noch einmal geprüft, bevor die Bestrahlungsserie beginnt.

 

Sichere Technik für die optimale Behandlung

Zum Einsatz kommen hochmoderne Linearbeschleuniger. Somit kann die Strahlendosis sehr exakt eingestellt und platziert werden. Gleichzeitig kann das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont werden.

Bei der Beckenbestrahlung liegen Teile des gesunden Darms und der Harnblase im Bestrahlungsgebiet. Daher kann es zu Durchfall, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen kommen. Diese Nebenwirkungen sind in den vergangenen Jahren dank der modernen Technik stark zurückgegangen und klingen meist nach der Therapie innerhalb kurzer Zeit wieder ab.

Die jeweilige Bestrahlung dauert nur wenige Minuten und erfolgt an mehreren Tagen der Woche. Eine Behandlungsserie bei Patienten mit Darmkrebs umfasst meist fünf bis sechs Wochen. Nach Abschluss aller Therapiemaßnahmen haben die meisten Patienten Anspruch auf eine Rehabilitationsmaßnahme.

Jüngeren Erkrankten soll dadurch die Rückkehr in den Beruf erleichtert werden. Älteren Patienten soll durch gezielte Maßnahmen ermöglich werden, ihre Selbstständigkeit zu bewahren oder wiederzuerlangen. Der behandelnde Facharzt für Strahlentherapie informiert den Patienten hierzu und ist auch bei der Antragstellung dieser sogenannten „Anschlussheilbehandlung“ behilflich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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