Ist Darmkrebs vermeidbar? Vorsorge ist besser als Früherkennung

Nehmen Sie sich Zeit für die Darmkrebsvorsorge! (© DOC RABE Media - fotolia)

Jährlich erkranken ca. 65.000 Bundesbürger an Darmkrebs, ca. 30.000 von ihnen versterben an dieser Krankheit. Alleine an diesem Krebs versterben so jedes Jahr mehr, auch jüngere Menschen, als im Straßenverkehr.

Darmkrebs ist damit die zweithäufigste Todesursache unter allen Krebserkrankungen in Deutschland und könnte doch fast immer verhindert werden, da sich fast alle (>90%) Darmkrebse aus gutartigen Vorstufen (sog. adenomatösen Polypen) entwickeln.

Darmkrebs ist fast zu 100% vermeidbar

Diese „Umwandlung“ von einem gutartigen Polypen in bösartig wachsenden Krebs dauert in aller Regel über 5 Jahre, sodass in diesem Intervall durch eine Darmspiegelung mit gleichzeitiger Polypenentfernung das Entstehen eines Dickdarmkrebses sicher verhindert werden kann.

Es ist wichtig frühzeitig mit der Vorsorge zu beginnen

Da die Polypen- bzw. Krebsentstehung häufig weit vor dem 55. Lebensjahr auftritt, sollte die Darmkrebsvorsorge frühzeitig begonnen und regelmäßig wiederholt werden.
Daneben wird das Risiko einer Darmkrebserkrankung auch von genetischen/erblichen Faktoren bestimmt, sodass eine konsequente und frühzeitige Vorsorge -gerade auch im Falle familiär aufgetretener Darmkrebserkrankungen- sehr wichtig ist.

Test auf Blut im Stuhl ist keine Vorsorge!

Testverfahren auf verborgenes Blut im Stuhl (ob nun enzymatisch oder immunologisch) sind ein schlechtes Mittel zur Darmkrebsprävention. Sie schlagen nur an, wenn sich bereits Blut im Stuhl befindet und kommen so oft zu spät, wenn bereits ein Tumor vorhanden ist. Andererseits schlagen sie oft falschen Alarm, wenn es durch harmlose Schleimhautrisse oder Hämorrhoiden etc. zu kleineren Blutungen kommt.
Goldstandard ist und bleibt eine vollständige Darmspiegelung mit der Möglichkeit zur gleichzeitigen Polypenentfernung. Diese kann heutzutage schnell und unkompliziert ambulant durchgeführt werden.
Da das möglichst gründliche Auffinden auch kleiner Polypen entscheidend zum tatsächlichen Vorsorgewert der Darmspiegelung beiträgt, wurden in den letzten Jahren die Endoskope durch zahlreiche technische Entwicklungen wie z.B. Zoom-Lupen, Weitwinkeloptik oder (virtuelle) Schleimhautfärbeverfahren verbessert. Nichtsdestotrotz bleiben Untersucherexpertise und v.a. die für die Untersuchung genommene Zeit die einzig wissenschaftlich bewiesenen Faktoren für eine möglichst vollständige Polypendetektion.

Eine Darmspiegelung ist unkompliziert und tut nicht weh

Mittels Einsatz moderner Medikamente wird die Untersuchung in aller Regel an einem tief schlafenden und somit auch schmerzfreien Patienten durchgeführt (sogenannte Kurznarkose), sodass insgesamt die Akzeptanz der Darmspiegelung sehr hoch ist.
Als unangenehm wurde früher die vor Untersuchung notwendige Darmreinigung empfunden. Doch auch hier ist durch Entwicklung kleinvolumiger und geschmacklich akzeptabler abführend wirkender Medikamente sowie durch einfaches Einnehmen ein großer Fortschritt erzielt worden, sodass heutzutage keiner mehr eine Vorsorge-Darmspiegelung scheuen oder fürchten muss.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Ingrid, 08.06.2015 - 08:40 Uhr

Gehen durch das Abführen des Stuhls bei der Darmspiegelung die Darmbakterien verloren? Ich hatte nach einer Darmspiegelung Probleme mit einem geregelten Stuhlgang. Habe jetzt eine Laktoseintoleranz, die sich durch Durchfälle cirka 3x am Tag äußert. Sollte ich keine Darmspiegelung mehr machen lassen? Vielen Dank für ihre Mühe

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