Bauchdeckenstraffung beim Mann: Ablauf, Risiken und Ergebnisse

Dr. Koeller-Bratz

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©tibanna79 - fotoliaEine Bauchstraffung kann vielen Männern den Wunsch eines flachen Bauches ermöglichen (©tibanna79 - fotolia)Ein straffer und fester Bauch – für viele Männer ein Schönheitssymbol, das Männlichkeit, Fitness und Jugend ausstrahlt. Doch nicht immer kann die eigene Wunschfigur nur durch Sport und Ernährung erreicht werden.

Durch langjähriges Übergewicht und extreme Gewichtsabnahme kann es zu unschönen Fettschürzen und Dehnungsstreifen kommen, die selten durch eigene Bemühungen reduziert werden können. Auch die Bauchmuskulatur kann durch Übergewicht erschlaffen. Hier kann eine Bauchdeckenstraffung, auch Abdominoplastik genannt, Abhilfe schaffen.

Wie funktioniert eine Bauchdeckenstraffung und was bringt sie?

Bei einer Bauchdeckstraffung werden überschüssige Hautlappen entfernt und das Gewebe wird nach unten gestrafft. Dabei wird der Bauchnabel versetzt und die gerade Bauchmuskulatur wird zusammengezogen.

Häufig wird der Eingriff in Kombination mit einer Fettabsaugung, z.B. an den Flanken, durchgeführt. Er ist jedoch kein geeignetes Mittel zur Gewichtsreduktion. Die besten Ergebnisse lassen sich in der Regel bei gesunden und normalgewichtigen Menschen erreichen.

Nach dem Eingriff ist die Bauchwand flacher und gleichmäßiger, die Konturen sind wieder definierter und die Haut gestrafft. Es bleiben nur Narben oberhalb des Intimbereichs und am Bauchnabel zurück. Sie verblassen mit der Zeit und sind dann in der Regel nicht stark sichtbar.

©fotolia-KurhanEine Bauchstraffung ist kein geeigneter Eingriff um Gewicht zu verlieren und daher kein Ersatz für eine Diät und Sport (©fotolia-Kurhan)Was muss ich vor der Operation beachten?

Mindestens 14 Tage vor dem Eingriff sollte der Patient keine Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure mehr einnehmen. Diese Säure ist z. B. in Kopfschmerzmitteln enthalten und kann aufgrund ihrer blutverdünnenden Wirkung die Gerinnung behindern, was zu Nachblutungen führen kann.

Zudem sollte der Patient seinen Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum zurückfahren. Im Idealfall hören Patienten drei bis vier Wochen vor dem Eingriff mit dem Rauchen auf.

Ihren Arzt sollten Sie unbedingt über eventuelle Unverträglichkeiten und Allergien informieren. Außerdem sollten zehn bis vierzehn Tage Arbeitsunfähigkeit nach dem Eingriff eingeplant werden.


Die Operation - Ablauf, Techniken und Risiken

Die angewandte Technik kann je nach Körpertyp und Grad der Hauterschlaffung stark variieren. Grundsätzlich wird ein längerer Schnitt oberhalb des Intimbereichs gesetzt. Mit einem kleinen, zusätzlichen Schnitt wird der Bauchnabel vom Hautgewebe getrennt. Um die Bauchmuskeln zusammenzufügen und somit zu straffen, löst der Plastische Chirurg das Hautgewebe von der Bauchwand.

Das abgelöste Hautgewebe wird nun nach unten gezogen, die überschüssige Haut wird entfernt und das Gewebe miteinander vernäht. Der Bauchnabel wird mit einem weiteren Schnitt neu positioniert. 

Wenn die geraden Bauchmuskeln nicht zusammengefügt werden, sondern der Arzt nur die Haut zwischen Bauchnabel und Bauchschnitt strafft, dann spricht man von einer Mini-Abdominoplastik. Dabei wird der Nabel nicht versetzt.

Nach der Operation werden zusätzlich Drainagen gelegt, um den Abfluss von Blut und Wundsekreten zu erleichtern. Der gesamte Eingriff dauert ca. zwei bis drei Stunden, bei zusätzlicher Fettabsaugung auch länger, und wird stationär durchgeführt. Die Operation findet in der Regel unter Vollnarkose statt. 

© Koeller-Bratz Auch wenn der Eingriff mit vergleichsweise geringen Risiken verbunden ist, sollte er ausschließlich von Fachärzten durchgeführt werden (© Koeller-Bratz )Die Risiken einer Bauchdeckenstraffung sind verhältnismäßig gering und beschränken sich meistens auf eventuelle Blutergüsse, Schwellungen und die Bildung von Wundwasser. Sie heilen meist von selbst wieder ab. Nur eine Nachblutung, die sehr selten auftritt, macht einen erneuten Eingriff erforderlich.

In seltenen Fällen können Wundheilungsstörungen dazu führen, dass die Wundnaht auseinanderdriftet. In ganz seltenen Fällen ist der Bauchnabel minderdurchblutet und kann absterben. Weitere Risiken sind Asymmetrien, Taubheitsgefühl und Störungen der Narbenbildung.


Worauf muss ich nach dem Eingriff achten?

Um zu verhindern, dass sich die entstandenen Hohlräume mit Flüssigkeit oder Blut füllen, wird dem Patienten noch im OP-Saal ein leicht komprimierender Verband oder eine Bauchbandage angelegt. Die Drainagen werden bereits nach wenigen Tagen entfernt. Die Kompressionswäsche sollte mindestens vier bis sechs Wochen Tag und Nacht getragen werden.

Nach zwei Tagen kann der Patient bereits wieder duschen, jedoch noch nicht baden oder schwimmen. Kalte Duschen regen die Durchblutung an und können den Heilungsprozess  beschleunigen.

Nach ca. vierzehn Tagen werden die Fäden gezogen, sofern keine selbstauflösenden Fäden verwendet wurden. Eventuell auftretende Schwellungen heilen innerhalb von ca. drei Monaten ab. Bewegung kann Thrombosen vorbeugen, allerdings sollte vier Wochen lang auf Sport verzichtet werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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