Deutschlands größtes Arzt-Patienten-Portal

Neues Mittel bei Impotenz: Stoßwellentherapie ist nebenwirkungsfrei!

Dr. Dr. Buntrock

von
verfasst am

© keithpix_istockphoto.comUm Erektionsströrungen zu behandeln kommen verschiedene Methoden in Frage, z.B. ESWT (© keithpix_istockphoto.com)Sie haben noch nie von ESWT gehört? Dann sind Sie in guter Gesellschaft, denn es dauert immer etliche Jahre, bevor neue Therapiemethoden in der breiten Öffentlichkeit bekannt werden. In Fachkreisen schon seit längerem ein Geheimtipp, könnte sich die Extrakorporale Stoßwellentherapie, kurz ESWT, bald zu einer festen Größe bei der Impotenzbehandlung entwickeln.

Was ist ESWT?

Stoßwellen sind in der Medizin eigentlich ein alter Hut. Zu Beginn der 80er revolutionierten sie die Nierensteintherapie. Statt wie zuvor zu operieren, konnten Nierensteine nun von außen per Stoßwelle zertrümmert werden. Mit den Jahren zeigte sich, dass Stoßwellen aber viel mehr können. Richtig dosiert und eingesetzt, helfen sie bei der Therapie unterschiedlicher Erkrankungen, neuerdings auch bei Erektionsstörungen.

Ein Stoßwellengenerator erzeugt elektromagnetische Impulse und sendet sie über Röhrchen ins Gewebe. Energie und Eindringtiefe lassen sich vorher genau festlegen, so dass man punktgenau behandeln kann. Für ein optimales Ergebnis benötigt man 5.000 Schuss, was ungefähr eine halbe Stunde dauert. Behandelt wird in der Regel zweimal die Woche über einen Zeitraum von sechs Wochen.

Wie wirken Stoßwellen?

Die Behandlung findet direkt am Penis, an den Schwellkörpern, statt. Der Eingriff ist völlig schmerzlos!

Auch wenn man im Detail noch nicht so ganz genau weiß wie, wirkt die Behandlung. Stoßwellen verbessern zum einen die Gefäßfunktion. In diesem Zusammenhang spielt Nitrogenoxid eine Schlüsselrolle, denn ohne kann keine Erektion stattfinden. Zum anderen regen Stoßwellen die Gefäßneubildung an. Das ist besonders wichtig, weil unzureichende Durchblutung durch Arteriosklerose in 70 % der Fälle die Schuld an der erektilen Dysfunktion trägt.

Möglicherweise aktiviert die Therapie auch Stammzellen in den Schwellkörpern. Dadurch schwinden schlecht durchblutete, vernarbte Bezirke. Man vermutet darüber hinaus, dass sich geschädigte Nerven durch Stoßwellen reparieren lassen. Auch die braucht man für die Erektion.

ESWT Wer kann von der Behandlung profitieren?

Alle, bei denen mangelnde Durchblutung der Grund für die ausbleibende Erektion ist. Im Fachjargon wird dies auch als vaskuläre ED bezeichnet. Für diese Gruppe zeigen die neuesten Forschungsdaten eine deutliche Verbesserung der Erektionsfähigkeit. Leichte Fälle von vaskulärer ED dürfen darauf hoffen, fortan ohne Potenzmittel auszukommen, schwere Fälle sprechen wieder auf PDE-5 Inhibitoren an. Das alles aber nur im Rahmen der naturgegebenen Möglichkeiten. Auch ESWT kann aus einem 60-Jährigen keinen 20-Jährigen machen.

Erektionsstörungen können die verschiedensten Ursachen haben. Daher müssen die Durchblutungsverhältnisse im Penis im Vorfeld über eine Ultraschallmessung genau gemessen werden. Ein knappes Drittel der Patienten ist nämlich für diese Therapie ungeeignet.

Wie lange hält der Effekt an?

Das kommt darauf an, wie die Ausgangslage ist und wie nett Sie zu Ihren Gefäßen sind. Die Angaben der einschlägigen Forschung schwanken zwischen ein paar Monaten bis zu ein paar Jahren. Grundsätzlich gilt: Alles, was Arteriosklerose verursacht, verkürzt auch den Behandlungserfolg. Ein Beispiel wäre Rauchen – so steht es auch auf den Zigarettenschachteln.

Gibt es Nebenwirkungen? Übernimmt die Kasse ESWT?

Momentan sind keine Nebenwirkungen bekannt, wenn man die Ausschlusskriterien beachtet. Zu diesen gehören beispielsweise gerinnungshemmende Arzneimittel.

Momentan gibt es nur einzelne private Krankenkassen, die die Behandlung bezahlen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?
17
Interessante Artikel zum Thema „Erektionsstörung”

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Ihr Name(wird veröffentlicht)
Ihre E-Mail(wird nicht veröffentlicht)
Ihr Kommentar(wird veröffentlicht)
 
Ich akzeptiere die Nutzungsrichtlinien und AGB der jameda GmbH und habe die Datenschutzerklärung gelesen.
  

Kommentare zum Artikel (2)


06.02.2019 - 12:19 Uhr

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, die...

von Martin B.

... Hinweise zu den Erektionsstörungen und ihrer Behandlung mit der Stoßwellentherapie habe ich aufmerksam gelesen. Unter anderem wurde, wenn auch nur am Rande, erwähnt, dass selbst die Nerven neu gebildet werden könnten durch solch eine Therapie. Da ich seit 30 Jahren an einer Polyneuropathie - kurz PNP - (periphere Nervenerkrankung, wobei sehr viele Nerven funktionsuntüchtig oder abgestorben sind) leide, beschäftigt mich nun intensiv die Frage: Könnte solch eine Stoßwellentherapie nicht auch bei einer PNP helfen? Weitere Frage: Warum bleibt es den sowieso schon meist gut verdienenden Privatpatienten vorbehalten, dass sie diese Behandlung bezahlt bekommen, und wir Kassenpatienten, die wir finanziell sowieso schlechter gestellt sind, es selbst bezahlen müssen? Das könnte mal ein wesentlicher Schwerpunkt, auch auf vergleichbaren anderen Gebieten an den G-BA sein. Mit freundlichen Grüßen, Martin Bödeker

Dr. Dr. Buntrock

Antwort vom Autor am 08.02.2019
Dr. Dr. Stefan Buntrock

Sehr geehrter Herr Bödeker, inwieweit die ESWT in der Lage ist, Erektionsstörungen bei Polyneuropathie wirksam zu therapieren, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider nicht mit hinreichender Sicherheit beantwortet werden. Es gibt erste Studien, die einen positiven Effekt auf die peripheren Nerven nahelegen. Kleine Fallzahlen zeigen eine deutliche Verbesserung bei diabetischer Polyneuropathie. Allerdings ist die Datenlage nicht so gut, dass man Ihre Frage ohne zu zögern bejahen könnte. Es käme auf einen Therapieversuch an mit der Chance, die Situation zu verbessern, allerdings auch mit dem Risiko, Geld in eine Therapie zu investieren, die zu keinem Ergebnis führt. Zum zweiten Teil Ihrer Frage verweise ich auf meinen Artikel. Wie dort ausgeführt, wird die ESWT nur von den wenigsten privaten Krankenkassen übernommen. Sie sitzen also als GKV-Versicherter mit den allermeisten PKV-Versicherten in einem Boot. Beste Grüße Stefan Buntrock

28.02.2018 - 12:24 Uhr

Welche Ärzte in Bayern bieten die...

von Sigrid P.

... Soßwellentherapie gegen Impotenz an?

Dr. Dr. Buntrock

Antwort vom Autor am 28.02.2018
Dr. Dr. Stefan Buntrock

Liebe Interessierte, das einzige mir bekannte "Verzeichnis" wird von einem der Hersteller hier veröffentlicht: https://www.aries2.de/ Dort können Sie Behandler nach Ihrer Postleitzahl suchen. Beste Grüße Stefan Buntrock


Inhaltssuche

Durchsuchen Sie sämtliche Artikel auf jameda. Wenn Sie auf der Suche nach Ärzten oder Heilberuflern sind, geht es hier zur Arztsuche

Passende Behandlungsgebiete