Erektionsverlust nach radikaler Prostatakrebs-Operation - Behandlung mit SMART-ESWT

Dr. von Kellenbach

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© stokkete - fotoliaNach einer Prostataoperation leidet die Mehrheit aller Männer an Erektionsproblemen. (© stokkete - fotolia)Durch eine radikale operative Entfernung der Prostata kommt es meist zu einer Beeinträchtigung der Erektion bis hin zum vollständigen Erektionsverlust.

Das vorrangige Ziel einer radikalen Prostatakrebs-Operation ist die Heilung - positive Absetzungsränder (wenn der Krebs den abgetrennten Rand erreich hat) gefährden jedoch die Heilung. Für den Operateur gilt es, genau dies zu vermeiden.


Postoperative Beeinträchtigungen nach einer Prostatakrebs-OP

Typische postoperative Beeinträchtigungen, wie unwillkürlicher Urinverlust und erektile Impotenz, sind durch die direkte Nachbarschaft zum Schließmuskel und zu den Potenznerven möglich.

In Schwerpunktkrankenhäusern kommt es aufgrund der schonenden roboterassistierten Entfernung mittels Da Vinci selten zu einer Kontinenzstörung. Erektionsstörungen kommen durch den unterschiedlichen Verlauf der Potenznerven um die Prostata jedoch deutlich häufiger vor – etwa in 50 % der Fälle.

Besonders günstig ist es für den Operateur, wenn ohne Risiko für die Radikalität eine Nervenerhaltung versucht wird. Hierbei ist eine intraoperative Überwachung der tumorfreien Absetzungsränder durch den Uro-Pathologen unerlässlich – dieser kann dem Operateur im Nebenraum die notwendige Sicherheit durch sogenannte Schnellschnitte vermitteln.

Hierbei besteht jedoch auch keine Garantie für den Erektionserhalt, daher sind supportive Maßnahmen wichtig und können helfen. Inwieweit die regelmäßige direkt postoperative Einnahme von sogenannten PDE-5 Hemmern (Sildenafil, Vardenafil, Avanafil und Tadalafil) wirklich hilft, ist unsicher.


Behandlung mit SMART-ESWT

Eine sinnvolle Ergänzung könnte eine sogenannte SMART-ESWT sein. Diese neuartige Methode wird bei Erektionsstörungen, die durch eine krankhafte Verengung der Schwellkörper-Arterien bedingt sind, bereits seit ca. 3 Jahren erfolgreich in Deutschland eingesetzt. Bei dieser Methode werden genau definierte Stoßwellen entlang der Schwellkörper mit Spezialgeräten (z.B. Aries der FA. Dornier) appliziert.

 

Für wen ist diese Behandlungsmethode geeignet?

© drubig-photo - fotoliaDie Behandlung von Erektionsstörungen ist heutzutage möglich! Fragen Sie Ihren Arzt! (© drubig-photo - fotolia)Diese Methode ist ungeeignet bei kompletter Durchtrennung der Erektionsnerven um die Prostata und die angrenzende Samenblasen; ebenso eignet sie sich nicht zur Behandlung, wenn der Zeitabstand zur vorausgegangenen Operation zu lange zurückliegt.

Nur bei einer zeitnahen Stoßwellentherapie könnte eine bessere Regeneration der Potenznerven und Schwellkörper-Arterien erfolgen.

 

Vorteile der SMART-ESWT-Methode

Wir bewegen uns hier auf Neuland und es fehlen noch entsprechende Studienergebnisse - dennoch ist eine Regeneration der entsprechenden Arterien gesichert.

Da die SMART-ESWT eine völlig ungefährliche, schmerzlose und in der Anwendung am Menschen erprobte sichere Methode darstellt, spricht theoretisch nichts dagegen. Die Penisdurchblutung wird in jedem Fall verbessert, dies kann für die empfindlichen Erektionsnerven zur besseren Regeneration förderlich sein.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


02.09.2016 - 09:43 Uhr

Nach einer Total-Op der Prostata-Samenblase und...

von K.

... Lympfknoten bei "Erhaltung der Nerven" fühle ich mich inzwischen wie ein Krüppel. Kein Arzt hat einen Rat für mich, jeder schiebt mich weiter. Ich hatte Wundheilungsstörung und musste 3 Wochen Antibiotika im 8 Stunden-Rhytmus einnehmen. Des Weiteren litt ich unter einer nicht erkannte Lungenembolie usw. Ich war 5 Wochen bettlägig im Krankenhaus und wurde im Rollstuhl mit einem Lymphocele entlassen - mit einem Katheder, um die Flüssigkeit der Lymphe abzufangen. Und das alles als Privat-Patient! So frage ich mich, was haben wir denn heute für eine tolle Medizin?

Dr. von Kellenbach

Antwort vom Autor am 02.09.2016
Dr. med. Karl-Heinz von Kellenbach

Ihr Krankheitsverlauf ist sehr bedauerlich und sicherlich eine unangenehme Ausnahme. Ohne Kenntnis der Einzelheiten, die zu diesem Verlauf geführt haben, kann ich leider nicht mehr dazu schreiben. Ich hoffe, dass es aber nun wieder deutlich aufwärts geht und Sie wieder gesunden. Alles Gute! MfG


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