Penisverkrümmung (IPP): Was ist die beste Behandlungsmethode für die Plaque-Entfernung?

Dr. Thiel

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©fotolia-105550182-Ocskay MarkEin schmerzhafter Knoten am Penis kann ein Anzeichen für eine Penisverkrümmung sein (©fotolia-105550182-Ocskay Mark)

Penisverkrümmungen sind häufig angeboren oder sie bilden sich im Laufe des Lebens heraus. Die angeborene Form wird oft von anderen Fehlbildungen begleitet und muss schon im Kleinkindalter operiert werden. Denn im Erwachsenenalter können die Verkrümmungen Schmerzen im Penis oder auch Sexualstörungen verursachen. Wenn die Verkrümmung sehr stark ist, kann normaler Geschlechtsverkehr sogar unmöglich sein.
 

Welche Ursachen gibt es?

Heute geht man davon aus, dass kleine "Unfälle", wie z.B. ein Abknicken beim Geschlechtsverkehr, die Hauptursache darstellen. Der Penisschwellkörper ist ähnlich wie bei einem Fahrradmantel von einer festen Bindegewebshülle umgeben. Ist der Penis erregt, füllt sich diese Hülle mit Blut und wird steif. Knickt der erigierte Penis beim Geschlechtsverkehr ab, z.B. wenn die Frau oben liegt, dann kann es zu einer Verletzung des Schwellkörpers und der Bindegewebshülle kommen.

Im weiteren Verlauf bildet sich dann eine Narbe, die z.T. verkalken kann. Da Narben im Körper tendenziell schrumpfen, knickt der Penis zu einer Seite hin ab. Es gibt aber auch Fälle, bei denen unklar ist, wo genau die Ursache der Erkrankung liegt.


Symptome

Die Narben werden "Plaques" und die entstehende Erkrankung "Induratio penis plastica (IPP)" genannt.

Der Patient kann die Plaques häufig selber ertasten - sie fühlt sich im schlaffen Penis wie ein verhärteter Knoten an. In der Anfangsphase kann der Knoten zudem sehr schmerzhaft sein.
 

Behandlungsmöglichkeiten

© WavebreakMediaMicro - fotolia.comEine Penisverkrümmung kann unbehandelt sogar zu Erektionsstörungen führen (© WavebreakMediaMicro - fotolia.com)Es kommt zwar vor, dass die Erkrankung folgenlos von alleine ausheilt, in den meisten Fällen knickt der Penis aber deutlich zu einer Seite hin ab.

Die Untersuchung beim Urologen erfolgt mittels Abtastung sowie Ultraschall. Der Patient sollte außerdem Bilder seines erigierten Penis in mehreren Ebenen mitbringen, damit der Arzt das Ausmaß der Erkrankung beurteilen kann – im erschlafften Zustand kann man meist keine Veränderung erkennen.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Therapieversuche mit Tabletten, Salben und Spritzen gemacht, jedoch ohne dass es eindeutige, nachvollziehbare und anhaltende Erfolge gab. Es kommt bei der Therapie lediglich zu einem Placeboeffekt, da die Wirkstoffe nicht in das verhärtete Narbengewebe eindringen können, da hier keine Durchblutung stattfindet.

Weitere Behandlungsmethoden sind die Stoßwellentherapie oder Einspritzungen mit "Kalkauflösern". Sie wurden in den letzten Jahren vielfach angewendet, jedoch mit geringem Erfolg. In den meisten Fällen verschafft lediglich eine Operation Abhilfe, da der Penis hier wieder gerade aufgerichtet werden kann.

Ein großer Vorteil der OP ist, dass der Chirurg noch während des Eingriffs sehen kann, ob alles erfolgreich verläuft.

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Kommentare zum Artikel (1)


03.08.2017 - 14:22 Uhr

Sehr interessant. Ich suche einen guten Chirurgen...

von D.fr

... im Bereich 66900. Bitte um Rückmeldung.

Dr. Thiel

Antwort vom Autor am 07.08.2017
Dr. med. Ralf Thiel

Sehr geehrter Herr, Sie können sich gerne direkt mit mir in Verbindung setzten. Leider weiß ich nicht wo 66900 liegt. ral.thiel@asklepios.com Dr. R. Thiel


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