Leistenbruch: Ambulant oder stationär operieren?

Dr. Fuchs

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© stokkete - fotolia© stokkete - fotoliaAm 06. und 07. Februar fanden die Hernientage 2015 in Köln statt. Nationale und internationale Redner informierten das Fachpublikum über den Stand in der Chirurgie von Leisten-/Nabel- und Narbenbrüchen („Hernien“). Den Vorträgen standen Live-Operationen aus dem Eduardus Krankenhaus in Köln gegenüber. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass 2014 bundesweit circa 170.000 Leistenbrüche operiert wurden. Die Diagnose Leistenbruch nimmt damit Platz 13 aller vollstationären Leistungen ein. Die Leistenbruchchirurgie lässt sich nach Auffassung der Experten in zwei Drittel aller Fälle (demnach ungefähr 120.000 Eingriffe) ohne besondere Risiken ambulant operieren. Die Realität zeigt leider ein anderes Bild.

 

Schnell und schonend: Vorteile einer ambulanten Operation

Der überwiegende Teil der betroffenen Patienten verbringt im Durchschnitt 2-3 Tage im Krankenhaus. Bei einer ambulanten Operation verlässt der Patient 2 Stunden nach Beendigung des Eingriffes die Operationsabteilung und ist auf dem Weg nach Hause. Während bei ambulanten Operationen die Netzverstärkung der Leistenregion über einen kleinen Schnitt in der Leiste erfolgt, werden Patienten im Krankenhaus fast ausschließlich über die Schlüssellochtechnik operiert. Wissenschaftlich begründete Vorteile für die Schlüssellochchirurgie existieren keinesfalls. Hervorragende Resultate lassen sich mit beiden Vorgehensweisen erzielen, so sagen es die Auswertungen der Herniamed-Daten, einem deutschen Qualitätsregister. Kein Experte konnte ein schlüssiges Argument benennen, weshalb Patienten 2-3 Tage ins Krankenhaus müssen, obwohl ihnen ihr Leistenbruch ohne Gefahren und Qualitätseinbußen ambulant operiert werden kann. Der Aspekt, dass bei der Schlüssellochchirurgie Organ- und Gefäßverletzungen im Bauchraum möglich sind, die bei der offen-chirurgischen Technik überhaupt nicht auftreten können, blieb außer Acht.

Fazit: Der Leistenbruch sollte ambulant operiert werden. Überflüssige Liegezeiten und Risiken, auch die Gefahr von Krankenhausinfektionen, werden vermieden. Versicherer und Krankenkassen könnten zudem Geld einsparen!

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Kommentare zum Artikel (11)


06.07.2017 - 21:07 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, Vielen Dank für...

von Agnes R.

... Ihre Hilfe. Sie haben mich sehr beruhigt. Mit freundlichen Grüßen Agnes R.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 10.07.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr gerne.

06.07.2017 - 08:43 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs Nein, sie hat keine...

von A. Rasten

... subjektiven Beschwerden. Ihre Verdauung ist zwar schlecht, aber schon immer. Die Hausärztin sagt, es sollte ein Chirurg drüberschauen. Sie möchte es nicht. Ich habe aber Angst, dass er sich eines Tages einklemmt, möchte ihr aber weder KH noch Narkose zumuten. Ansonsten ist sie auch noch relativ mobil bis auf ein paar überschaubare Wehwehchen. Vielen Dank für Ihre Antwort Mit freundlichen Grüßen A. Rasten

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 06.07.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr Rasten, es ist immer richtig, in solchen Fällen wachsam zu sein. Solange sich am Gesamtzustand nichts verändert, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Früher wurde immer direkt operiert. Heute ist man schlauer. Beste Grüße Dr.Fuchs

27.06.2017 - 19:51 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren Meine Mutter 92 J....

von A. Rasten

... hat einen Leistenbruch. In ihrem Alter möchte ich ihr weder eine Narkose noch einen Krankenhausaufenthalt zumuten. Wo gäbe es im Erftkreis die Möglichkeit einer ambulanten OP? Vielen Dank im voraus. Mit freundlichen Grüßen A. Rasten

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 29.06.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau oder Herr Rasten, zuallererst stellt sich die Frage, ob Ihre Mutter durch den Leistenbruch subjektiv beeinträchtigt ist? Wenn Nein, dann muss nicht zwangsläufig operiert werden. Eine Operation, wenn diese notwendig erscheint, kann in örtlicher Betäubung oder Spinalanästhesie erfolgen. Das kann jede chirurgische Klinik. Gerne können Sie aber auch über meine Webseite Kontakt mit mir aufnehmen. Schreiben Sie mir eine Email und kommen Sie gerne zur Operation vorbei, falls es in Ihrer direkten Nähe kein geeignetes Krankenhaus gibt. Mit besten Grüßen, Dr.Fuchs

07.06.2017 - 11:12 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, dies ist ein ganz...

von Liselotte L.

... toller Artikel. Ich muss dringend einen Leistenbruch operieren lassen und wohne in Friedrichshafen am Bodensee. Können Sie mir hier in der Gegend eine oder verschiedene Kliniken nennen oder Ärzte, die "ambulant" operieren? In München gab es eine Ärztin, die macht die OPs seit Jahren ambulant. Vielleicht gibt es hier in der Nähe etwas, ich bin privat versichert. Also Kosten sind kein Problem und wenn dann sind sie egal, ich habe oft Schmerzen und der Bruch wird größer. Die Schmerzen sind meist bei der Verdauung des Essens. Ich bin seit 50 Jahren Vegetarierin und lebe eigentlich gesund. 2011 kam das Problem mit einem kleinen Bruch. Er wird immer größer, weil ich auch Yogaübungen mache etc. Herzlichen Dank für Ihre Antwort. MfGruß Liselotte L.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 11.06.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Liselotte L., zum einen werden Sie über jameda sicherlich ganz hervorragend einen Spezialisten in Ihrer Nähe finden. Einen mir persönlich bekannten Kollegen kann ich Ihnen in Ihrem Raum nicht nennen. In München ist mir Frau Dr. Muschaweck bekannt, die ich auch auf dem aktuellen Europäischen Hernienkongress habe berichten hören. Wenn Sie aus Friedrichshafen mit dem Flugzeug anreisen, wären Sie am selben Tag auch wieder zu Hause. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich über meine Webseite an mich. Gerne helfe ich Ihnen weiter. MfG Dr.Fuchs

08.05.2017 - 16:42 Uhr

Ich suche einen Chirurgen, der die offene...

von Utz Z.

... Leistenbruchoperation durchführt. Danke

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 09.05.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Schreiben Sie mir unter info@gefaessmedizin-plus.de Sehr gerne helfe ich Ihnen weiter oder Sie lassen sich bei mir in Köln operieren. Ich biete ausschließlich den offen-chirurgischen Eingriff an. Beste Grüße, Dr.Fuchs

14.03.2017 - 10:25 Uhr

Hallo Herr Dr. Fuchs, mein Mann hat einen...

von Marko

... Leistenbruch und ist Landschaftsgärtner, d.h., starke körperliche Arbeit. Bei den ganzen Informationen im Internet sind wir unschlüssig, welche Methode die sicherste und nachhaltigste ist. Was können Sie uns raten? Danke und Gruß

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 15.03.2017
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Leser, Leistenbrüche werden heute ambulant operiert. Ausser, es liegen Nebenerkrankungen vor, die zu einer stationären Aufnahme veranlassen. Ebenso Standard ist der offen chirurgische Zugang und nicht die Schlüssellochchirurgie. Die Komplikationen sind beim chirurgischen Vorgehen nahezu Null. Netze werden zur Verstärkung der ausgedünnten Bauchdecke eingelegt. Üblicherweise erhalten die Patienten eine Narkose. Nach meinen Erfahrungen läßt sich der Eingriff sehr gut in einer Halbkörperbetäubung durchführen. Schweres Heben, also Gewichte über 20 KG, sind nach zwei Wochen wieder absolut erlaubt. Andere Tätigkeiten kann jeder aufnehmen wie er möchte. Jeder Mensch ist da unterschiedlich, was er sich zutraut. Für weitere Fragen schreiben Sie mir eine Mail. Gerne berate ich Sie weiter. Dr.Fuchs

29.11.2016 - 22:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, vor 9 Wochen hatte...

von Dr. Franz L.

... ich wegen eines perforierten Ulkus duodeni ad pylori eine Notoperation. Intraoperativ konnte die angedachte große Skrotalhernie wegen einer Adhäsion im Sigmabereich leider nicht mitversorgt werden. Da eine Adhäsiolyse ja auch ihre Probleme hat, kann man diese bei einer OP nach Liechtenstein einfach bestehen lassen und dennoch ein Netz einbringen? Ich bin 84 Jahre alt, schlank und soweit fit. Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus für Ihre Antwort. Dr. Franz L.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 30.11.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr Dr. Franz L., auch große Skrotalhernien werden gemäß den Standards mit einer Netztimplantation operiert. Dies durch einen offenen, chirurgischen Eingriff mit Hautschnitt in der Leiste, bekannt als Verfahren nach LICHTENSTEIN. Ist der Patient fit und besteht auch seitens der Narkoseärzte keine Veranlassung zur Überwachung, gehen die Patienten zwei Stunden nach OP-Ende nach Hause. Wenden Sie sich gerne an meine Mitarbeiter unter 0221 5955 4846, wenn Sie einen Termin vereinbaren möchten. MFG Dr.Fuchs

17.11.2016 - 20:39 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs, ich (60 Jahre) habe...

von Bernhard D.

... seit 2 Jahren einen Leistenbruch. Ich habe aber enorme Angst vor der OP, da ich keine Vollnarkose möchte. Gibt es da eine andere Möglichkeit? Als Anmerkung: Habe mir alle Zahnimplantate incl Sinuslift ohne Narkose setzen lassen, d.h. ich bin nicht empfindlich. Danke für Ihre Rückmeldung. Liebe Grüße, Bernhard D.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 18.11.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr D., selbstverständlich gibt es Alternativen zu einer Vollnarkose: es gibt die Halbkörperbetäubung, sogenannte Spinalanästhesie, oder selbstverständlich auch die Möglichkeit einer Lokalanästhesie, also eine örtliche Betäubung. Melden Sie sich gerne per Email oder stellen Sie sich vor. Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung. Mit besten Grüßen Dr. Fuchs

23.02.2016 - 12:27 Uhr

Könnten Sie mir einen Chirurg in Köln empfehlen,...

von Menaja

... der Leistenbrüche operiert? Ich würde das lieber stationär durchführen lassen, weil ich alleine zu Hause bin.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 26.02.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr gerne. Nutzen Sie meine Kontaktdaten und rufen Sie mich in der Praxis an. Als Ergänzung muß ich anfügen, dass bei bestimmten Gründen, die zwischen dem Patienten und mir erläutert werden, eine stationäre Betreuung selbstverständlich ebenfalls möglich ist. Beste Grüße Dr. Fuchs

26.01.2016 - 16:31 Uhr

Kann ich selbst entscheiden, ob im Krankenhaus...

von Thomas B.

... oder ambulant operiert werden soll? Oder entscheidet das normalerweise der Arzt?

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 27.01.2016
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrter Herr Thomas B., es gibt einen, der die Entscheidung trifft und das sind Sie. Der Arzt ist gehalten, Sie über alle mit dem Eingriff in Verbindung stehenden Möglichkeiten und Risiken aufzuklären. In einem offenen Gespräch sollte er Sie mit Argumenten überzeugen und nicht überreden. Der Standardeingriff nach Auffassung der internationalen Hernienspezialisten erfolgt als offen chirurgischer Eingriff mit Netzimplantation. Und dies in aller Regel ambulant. Beste Grüße Dr.Fuchs

09.11.2015 - 21:40 Uhr

Seit 2 Tagen hat mein Mann Beschwerden in der...

von Monika

... linken Leiste. Nachdem im vergangenen Jahr im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ein Urologe bei ihm bereits einen Leistenbruch diagnostiziert hat, der ihn nicht schmerzte und keine Ausstülpung aufwies, gehen wir davon aus, dass es diesmal auch dieser Leistenbruch ist. Allerdings hat er jetzt immer mal Schmerzen und ab und zu kein Gefühl im linken Oberschenkel. Er würde gerne zum Arzt, weiß aber nicht welcher Arzt dafür zuständig ist.

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 11.11.2015
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Leserin, Ihre Vermutung ist mit großer Wahrscheinlichkeit die naheliegendste. Einen Chirurgen aufzusuchen ist hier die richtige Entscheidung. Schmerzen in der Leiste haben natürlich auch andere Ursachen. Bei dieser Vorgeschichte sollte jedoch zunächst das Offensichtliche abgeklärt werden. Gerne stehe ich Ihrem Mann zur Verfügung oder berate Sie, wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung kommen Patienten für diesen tageschirurgischen Eingriff auch aus Dresden oder Wiesbaden zu mir und fliegen/fahren dann wieder nach Hause. Beste Grüße Dr.Fuchs


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