Leistenbruchchirurgie / Leistenschmerzen: Was gibt es Neues?

Dr. Fuchs

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© Udo Kroener - fotolia.com© Udo Kroener - fotolia.comVom 28. bis zum 31. Mai fand in Edinburgh der diesjährige Kongress der Europäischen Herniengesellschaft statt. Ein Kongress, der zahlreiche Experten über die Grenzen von Europa hinaus als Referenten hatte. Die von der Europäischen und auch Deutschen Herniengesellschaft vertretenen Leitlinien basieren auf diesen Kenntnissen, Erfahrungen und wissenschaftlichen Publikationen.

Was gibt es also Neues in der Behandlung von Leistenbrüchen, Nabelbrüchen, Narbenbrüchen (Hernien) und der Sportlerleiste (schmerzhafte Leiste)?

Kunststoffnetze, also Polypropylen ("Polyester"), sind der Standard in der Versorgung von Leisten- und Nabelbrüchen. Biologisch abbaubare Netze werden in der Narbenchirurgie (Bauchdeckenbrüche nach vorangegangenen Operationen) öfter verwendet, da sich bei diesen Sonderformen von Bauchdeckenbrüchen öfter kontaminierte Operationsgebiete, also eine Infektionsgefahr oder Keimbesiedlung, vorfinden. Spezialisierte Zentren sind hier aufzusuchen, da mitunter ein erheblicher Aufwand betrieben werden muss, um die monströsen Vorstülpungen wieder sicher in die Bauchhöhle zurück zu bekommen. In vielen Zentren ist man bestrebt, diese Brüche durch eine von innen (Laparoskopische Operation oder MIC-Minimal Invasive Chirurgie) zu bewerkstelligen. Kommt es zu Verletzungen des Darmes oder anderer Strukturen unter diesen Eingriffen, ist mit erheblichen Komplikationen zu rechnen, sodass mittlerweile gerne durch einen offenen chirurgischen Zugang eine Stabilisierung der Bauchwand erfolgt. Dies erfolgt zwar auch nicht ohne, dafür in der Regel aber mit nur geringfügigen, gut zu steuernden Begleitwirkungen.

70% der Leisten- und Nabelbrüche werden als ambulante Operationen ausgeführt, 97% der Operationen in Vollnarkose. Die Wiederkehrrate (Rezidivrate) liegt bei 0.5% nach einem Jahr. Bei erneut auftretenden Brüchen (Rezidiven) wird eine weitere Operation mit Netzrepair empfohlen.

Der Leistenschmerz, öfter auch als Sportlerleiste beschrieben, entwickelt sich nach Expertenmeinung durch eine Druckschädigung der im Leistenkanal verlaufenden Nervenstrukturen. Die sehr positiven Resultate individualisierter Leistenoperationen lassen diese Eingriffe als eine vielversprechende Option im Therapiekonzept der Sportlerleiste mit schneller Genesung erscheinen. Von den neurologischen Ursachen der Leistenschmerzen sind Reizungen der Schambeinregion (Pubalgie) oder Sehnenansatzreizungen (Tendopathien) abzugrenzen. Hier steht ein konservatives Konzept (Physiotherapie, sofortige Belastungspause) im Vordergrund.

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