Methoden zur Untersuchung von Prostatakrebs: Tastuntersuchung, Ultraschall & PSA-Wert

Wie können Prostatakarzinome zuverlässig erkannt werden? (© bilderstoeckchen - fotolia)

PSA steht für "Prostataspezifisches Antigen", ein Eiweiß, das für die Verflüssigung des Samens nach dem Samenerguss notwendig ist. Man kann PSA im Blut bei gesunden und kranken Männern messen – bei bösartigen Erkrankungen der Prostata, also Prostatakrebs, aber auch bei gutartigen Erkrankungen wie der Prostataentzündung (Prostatitis) kann dieser Wert erhöht sein.

Der Urologe kann im Zusammenhang mit einer Tastuntersuchung der Prostata, dem Prostatavolumen und auch dem Verlauf des PSA-Wertes über die Zeit die Bedeutung hinsichtlich des möglichen Vorliegens einer Prostatakarzinomerkrankung einschätzen. So lassen sich Prostatakarzinome, also bösartige Erkrankungen der Prostata, nicht selten über eine Erhöhung des PSA-Wertes im Blut finden.

Welche Möglichkeiten bestehen, um die Prostata zu untersuchen?

Die Tastuntersuchung erfolgt mit dem Finger durch den Enddarm – die Prostata liegt unmittelbar der Endarmwand an. Neben der Größe der Prostata kann auch die Konsistenz festgestellt werden. Verhärtungen können hier ein Indiz für eine Prostatakrebserkrankung sein. Aber nicht jede Verhärtung entspricht einem Prostatakrebs: Auch eine Entzündung der Prostata – Prostatitis genannt – oder aber Verkalkungen können sich so tasten.

Deshalb bezieht der Urologe in die Untersuchung auch eine Ultraschalluntersuchung der Prostata ein. Hierbei wird über einen Ultraschallstab, der in den Enddarm eingeführt wird, die Prostata beurteilt. Verkalkungen lassen sich gut im Ultraschall erkennen. Bösartige Veränderungen erscheinen oft als sogenannte echoarme Areale (dunkel Flecken), sind aber durch diese Untersuchung nicht zuverlässig erkennbar. Dafür lässt sich das Prostatavolumen sehr sicher bestimmen.

Dies ist wichtig bei der Bewertung der PSA-Dichte, die wiederum auf Prostatakrebserkrankungen hinweisen kann.

Im Rahmen der modernen bildgebenden Untersuchung hat sich in den letzten Jahren die Magnetresonnanztomographie (MRT) als ein deutlich besseres Verfahren zur Erkennung von Prostatakrebs etabliert. Werden hier auffällige Areale entdeckt, können sie mit dem Ultraschallverfahren kombiniert zur Probeentnahme (Biopsie) verwendet werden. Dies nennt sich dann Fusionsbiopsie. Hier gibt es verschiedene Verfahren sowohl durch den Enddarm als auch durch den Damm.

Trotz Effizienz ist die PSA-Testung kein Standard

Leider ist der zuletzt im Jahr 2020 von den Urologen gemachte Versuch, die PSA-Testung als Kassenleistung anerkennen zu lassen, abermals gescheitert und das, obwohl unzählige Untersuchungen zur sinnvollen Bewertung vorgelegt wurden und kein Urologe auf diesen wichtigen Blutwert verzichtet. Dabei ist zu sagen, dass bei begründetem Verdacht der PSA-Wert eine Kassenleistung darstellt und nur zum Screening nicht verwendet werden darf.

Fazit

Die Bestimmung des PSA-Wertes ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Früherkennungsuntersuchung und der Verlaufsbeobachtung und Therapiesteuerung bei Männern mit Prostatakarzinom.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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