Prostatakrebsdiagnostik mit 3-D-Fusionsbiopsie

Bei einem nicht eindeutigen Ergebnis kann die 3D-Fusionsbiopsie Abhilfe für Krebspatienten verschaffen. (©Fotolia-95945074-VadimGuzhva)

Ein Dilemma in der Prostatakrebsdiagnostik ist die gute Bildgebung im MRT, aber die sehr schwierige Gewebeentnahme im MRT-Gerät. Eine Lösung bietet eine computergesteuerte Technik, bei der MRT-Bilder mit Ultraschallbildern fusioniert werden.

Dies ermöglicht eine wesentlich exaktere und sichere Probeentnahme als bei der herkömmlichen, nur durch Ultraschall unterstützten Methode. Entscheidend hier eine gute Bildgebung am besten mit 3-Tesla-MRTs und einem erfahrenden Prostata-Radiologen und Zusammenarbeit mit versierten Urologen.

Für wen ist die Methode geeignet?

Besonders geeignet ist die Methode bei Patienten, bei denen eine normale Ultraschall-gesteuerte Biopsie kein eindeutiges Ergebnis erbracht hat. Besteht bei einem Patienten der Verdacht auf Prostatakrebs, veranlasst der Urologe beim neuen Verfahren als erste Maßnahme ein so genanntes multiparametrisches MRT der Prostata.

Wie verläuft die Untersuchung?

Diese Untersuchung erfolgt ambulant beim Radiologen, wobei entsprechende krebsverdächtige Herde in den MRT-Bildern farblich markiert werden.

Die Daten aus der MRT-Untersuchung werden dann mit den Daten aus einem live angefertigten Ultraschall in einen speziellen Fusionsrechner übereinander gelegt, also fusioniert. In gleicher Sitzung werden die markierten Herde selektiv und millimetergenau vom Urologen biopsiert werden. Dazu wird ein Punktionsraster verwendet und die Proben bei kurzer Betäubung über den Damm entnommen.

Diese neue Methoder der Prostatauntersuchung stellt eine Methode ohne Bestrahlung dar. (©Fotolia-76469791-Jamrooferpix)
Welche Vorteile hat die Methode?

Für den Patienten bringt die neue Methode verschiedene Vorteile mit sich. So ist die Infektionsgefahr durch die Biopsie im Dammbereich ist gegenüber der Biopsie über den keimbesiedelten Enddarm deutlich geringer.

Darüber hinaus steigt nach bisherigen Studien die Trefferrate bei der Diagnose von besonders aggressiven Karzinomen signifikant. Sie lassen sich jetzt noch besser gegenüber den relativ harmlosen, so genannten Niedrig-Risiko-Tumoren, abgrenzen, die oft keiner Behandlung bedürfen, sondern nur beobachtet werden müssen.

Die neue Technik hat noch weitere Vorteile: Die Daten der MRT-Untersuchung können auch für eine etwaige Behandlung verwendet werden.
So können im MRT entdeckte kleine Krebsherde mit hochmodernen HIFU-Geräten gezielt zerstört werden und das ohne eine Operation oder Bestrahlung:
Die Prostata bleibt drin und nur der Krebs wird zerstört (fokale Therapie).

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (4)

Manfred G., 68 Jahre, 16.02.2018 - 14:04 Uhr

Am 19.02.2018 wird in der Urologie Fürth eine Fusionsbiopsie bei mir durchgeführt. MRT wurde bereits gemacht. Ist das jetzt schmerzfrei? Danke für Ihre Rückantwort!

Antwort von Dr. med. Ralf Thiel, verfasst am 21.02.2018

Sehr geehrter Herr, die Fusionsbiopsie wird meist in einer entsprechenden Betäubung im Sinne einer Kurznarkose durchgeführt und ist daher schmerzfrei! Alles Gute für den Eingriff! Dr. R. Thiel

Josef D., 15.11.2016 - 17:13 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, können Sie mir sagen, wo ich eine derartige Untersuchung mit gleichzeitiger Gewebeentnahme machen lassen kann (ohne Risiko). Danke für die Rückmeldung. Grüße, Josef D. aus 95652 Waldsassen.

Antwort von Dr. med. Ralf Thiel, verfasst am 18.11.2016

Sehr geehrter Patient, in der Nähe Ihres Wohnortes wird es sicher eine Klinik geben, die so etwas anbietet. Leider kenne ich mich an Ihrem Wohnort nicht aus. Auf den Homepages der umgebenden urologischen Kliniken sollte das aber angegeben sein. Falls Sie nicht fündig werden, können Sie mich gerne auch direkt anmailen: ral.thiel@asklepios.com MfG Dr. R. Thiel

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