Steißbeinfistel: Diagnose und Therapiemöglichkeiten

Eine Steißbeinfistel kann sich durch Schmerzhafte Rötungen und auch Überwärmung im oberen Steißbeinbereich bemerkbar machen. (© absolutimages - fotolia)

 

 Was ist Steißbeinfistel?

Bei der Steißbeinfistel handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung im oberen Bereich der Gesäßfalte, die mit einer Häufigkeit von ca. 48 von 100.000 Einwohnern vorkommt. Männer sind wesentlich häufiger davon betroffen als Frauen. Die Diagnose der Steißbeinfistel ist eine Blickdiagnose d.h. man erkennt die Fistel schon beim Sehen.


 Was sind die Ursachen der Steißbeinfistel?

Die Ursache der Entstehung einer Steißbeinfistel sind in der Regel abgebrochene Haare, die in die Tiefe eindringen und eine rötliche Infektion auslösen. Es kann das abgebrochene Haar oder auch ein ganzes Haarbüschel noch sichtbar aus der Eintrittsstelle herausragen.

 Welche Faktoren begünstigen das Entstehen einer Steißbeinfistel?

Das männliche Geschlecht, das Alter zwischen 20 und 40 Jahren, eine starke Körperbehaarung, Übergewicht, dickere Unterhautfettgewebe-Schicht, eine tiefere Gesäßfalte, starke Schweißproduktion, überwiegend sitzender Alltag / Beruf und ungewohnte körperliche Belastungen können Faktoren sein.


 Welche Symptome hat eine Steißbeinfistel?

Eine oder mehrere den folgenden Symptomen könnte vorhanden sein.

  • Schmerzhafte Schwellung mit Rötung und auch Überwärmung im oberen Steißbeinbereich
  • Ein oder mehrere Fistelöffnungen mit / oder ohne Eiter und Blut, ggf. begleitend von einem fauligen Geruch durch den ausfließenden Eiter
  • erschwertes Sitzen oder Liegen auf dem Rücken durch die Schmerzen

 

 Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für die Steißbeinfistel?

Welche Therapie zu wählen ist, hängt einerseits von dem Ausmaß der Entzündung und klinischen Beschwerden z.B. ein akuter Abszess muss entlastet und ausgeräumt werden.
Andererseits sind auch die Komplexität und die Tiefe der Steißbeinfistel entscheidende Faktoren darüber, welche Therapie der behandelnde Arzt wählen kann.
Als Therapie stehen konventionelle Invasive sowie minimalinvasive aber auch interventionelle minimalinvasive semioperative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Minimal-invasive operative Verfahren sind beispielsweise:

  • Pit-Picking
  • Sinusektomie

konventionelle invasive Verfahren:

  • Herausschneiden des Fistelsystems und offene Wundheilung
  • Herausschneiden des Fistelsystems und geschlossene Wundheilung (z. B. nach Karydakis oder Limberg)

Interventionelle semioperative Verfahren:

  • Abszessausräumung, abheilen lassen der akuten Weichteilentzündung und dann im beinahe Entzündungsfreiem Intervall wird der Fistelgang gebürstet bzw. gereinigt und mit Wärmeenergie durch Laser oder Radiofrequenz - Ablation behandelt (Thermo- Ablations- Verfahren)

 

 Welcher Facharzt kann am besten helfen?

Die Fachärzte für Koloproktologie und operativ tätige Proktologen, die sich hauptsächlich mit den Erkrankungen des Dick- und Enddarmes befassen sind in diesem Fall die besten Ansprechpartnern, um eine mögliche Steißbeinfistel abzuklären und auch entsprechend zu behandeln.

 

 Wie kann man eine Steißbeinfistel vorbeugen?

Einer Steißbeinfistel lässt sich nicht direkt vorbeugen, man kann aber das Risiko minimieren, durch

  • Vermeidung vom langen Sitzen
  • Gewichtsreduktion, wenn ein Übergewicht vorliegt
  • Achte auf eine ausreichende Hygiene
  • Übermäßiges Schwitzen im Gesäßbereich vermeiden (z. B. durch luftdurchlässige, lockere Kleidung).
  • Reduktion der starken Körperbehaarung im Steißbeinbereich.
  • Eine Postoperative Enthaarung im Bereich der Gesäßfalte kann durchgeführt werden, aber eine Evidenz für die Wirksamkeit ist nicht nachgewiesen

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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