Neue Form der Stoßwellentherapie bei Erektionsstörungen: Radiale extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Priv.-Doz. Dr. Herden

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© lulu - fotoliaWelche Behandlungsmöglichkeiten bieten sich bei Erektionsproblemen an? (© lulu - fotolia)Seit einigen Jahren werden extrakorporale Stoßwellen in der Urologie zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Einige Studien konnten bereits eine erfolgreiche Behandlung gegenüber etwa PDE-5-Hemmern nachweisen. Dabei treten auch beim Einsatz höherer Energiemengen keine gravierenden Nebenwirkungen auf.

So läuft die radiale Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ab

Eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Stoßwellentherapie ist die sogenannte radiale Stoßwellentherapie. Die radiale Stoßwelle wird durch ein druckluftbeschleunigtes Projektil in einem Handstück erzeugt und dann über einen Applikator in den Körper eingeleitet.

Durch die radiale Ausbreitung der Stoßwellen kann ein größeres Zielvolumen als bei der herkömmlichen fokussierten Stoßwellentherapie behandelt werden. Dies eignet sich besonders für eine Behandlung der Schwellkörper des Penis. Mit Hilfe einer fachurologischen Untersuchung sollte jedoch herausgefunden werden, ob eine Indikation für eine radiale Stoßwellentherapie vorliegt.

Eine gute Durchblutung des Schwellkörpers ist für eine gute Erektion extrem wichtig und trägt einen wesentlichen Anteil an der männlichen Erektion bei. Die schmerzfreie Stoßwellenbehandlung regt die Durchblutung des Penis und die Bildung neuer Gefäßstrukturen an. Die Stoßwellenbehandlung ist sowohl als Stand-Alone-Anwendung erfolgreich aber auch in Kombination mit anderen Behandlungsformen wie z. B. Vakuumpumpen oder auch PDE-5-Hemmern.

Die radialen Stoßwellen werden mit einem ergonomischen Handstück direkt oder durch den Slip auf Penisschaft und Genitalumgebung abgegeben und stimulieren die betroffenen Gefäße. Eine lokale Betäubung des Behandlungsareals ist nicht erforderlich.

Wie viele Behandlungen brauche ich und wie verhalte ich mich nach der Behandlung richtig?

Je nach Grad der funktionellen Einschränkung sind durchschnittlich ca. fünf bis acht Behandlungen à 25 Minuten nötig und sollten ca. zweimal pro Woche durchgeführt werden.

Direkt nach der Behandlung können Sie Ihren normalen Alltag fortführen. Arbeiten oder Sport sind unmittelbar nach der Behandlung problemlos möglich. Auch auf sexuelle Aktivität muss nicht verzichtet werden.

Aufgrund des geringeren Energieeinsatzes und der flächigen Ausbreitung der Stoßwellen stellt die radiale Stoßwellentherapie ein sehr schonendes Behandlungsverfahren dar. Die Anwendung ist schmerzfrei. Probanden sprechen lediglich von Wärmeempfindung und leichter Vibration.

Mit welchen Ergebnissen kann gerechnet werden?

Mit der radialen extrakorporalen Stoßwellentherapie lassen sich bei den angeführten Indikationen in ca. 70 bis 90 % der Fälle langfristig gute bis sehr gute Behandlungsergebnisse erzielen.

Bei vielen Betroffenen zeigt sich schon wenige Wochen nach Behandlungsbeginn eine Verbesserung. In einigen Fällen führt bereits eine Therapiesitzung zu ersten positiven Ergebnissen. Probanden berichten über positive Veränderungen und eine längere bzw. stärkere Erektion.

Wer übernimmt die Kosten der Behandlung?

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) stellt noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen dar. Die Behandlungskosten müssen deshalb vom gesetzlich versicherten Patienten selbst getragen werden. Von den privaten Krankenversicherungen werden die Kosten im Rahmen der GOÄ in der Regel erstattet. Über die Höhe der Kosten informiert Sie gerne Ihr behandelnder Arzt im Rahmen eines Beratungsgesprächs.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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