Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) in der Urologie

Die ESWT verbessert die Durchblutung und kann so zu einer stabileren Erektion verhelfen. (© rendix_alextian - freepik)

Die niedrig-energetische extrakorporale Stoßwellentherapie (low-intensity extracorporeal shock wave therapy, ESWT) ist ein ambulantes, nicht-operatives Verfahren, bei dem außerhalb des Körpers ("extrakorporal") erzeugte Druckwellen definierter Energie und Frequenz in Körpergeweben unterschiedliche, insbesondere regenerative Wirkungen entfalten. 

In welchen Bereichen kann die ESWT eingesetzt werden?

Bereits in den 80er Jahren wurde die ESWT von Urologen für die berührungsfreie Zertrümmerung von Nieren-/Harnsteinen entwickelt, so dass die bis dahin üblichen operativen Therapien der Steinbehandlung nur noch selten zum Einsatz kamen.

In der Folgezeit wurde die ESWT neben der Urologie auch in anderen Bereichen der Medizin fest etabliert. So wird das Verfahren beispielsweise in der Physikalischen Medizin, Unfallchirurgie und Orthopädie bei Muskel-, Gelenk- und Sehnenerkrankungen mit Erfolg eingesetzt.

Wie funktioniert die ESWT?

Hinsichtlich der Wirkungsweise der Stoßwellenbehandlung geht man aktuell davon aus, dass die niedrig-energetischen Druckwellen im Zielgewebe nicht nur den Abbau von Plaque-/Kalkablagerung fördern, sondern auch Nervenzellen aktivieren und Botenstoffe („Mediatoren“) freisetzen können.

In der Summe werden dadurch körpereigene regenerative (also Reparatur-)Prozesse in Gang gesetzt und die Durchblutung der behandelten Gewebe nachhaltig gefördert. 

So kann die ESWT bei Erektionsstörungen helfen

In der Urologie wird die ESWT insbesondere für die Therapie organisch bedingter Erektionsstörungen ("vaskuläre erektile Dysfunktion") bei schmerzhaften Plaquebildungen des Penis ("Induratio penis plastica") und beim sogenannten Beckenschmerzsyndrom (chronisch-wiederkehrende abakterielle Prostataentzündung) mit beachtlichen Ergebnissen eingesetzt.

Insbesondere für Patienten, die auf die gängigen medikamentösen Therapien (PDE-5-Hemmer wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil der gefäßbedingten Erektionsstörung nicht bzw. nicht ausreichend ansprechen, ist die ESWT eine empfehlenswerte Methode.

So konnte in mehreren klinischen Studien gezeigt werden, dass Männer mit gefäßbedingter erektiler Dysfunktion bereits nach sechs ambulanten, in der Regel schmerzfreien ESWT-Behandungen von jeweils 15 Minuten eine gute Aussicht haben, eine für einen Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zurückzugewinnen. Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie ist die ESWT eine nachhaltige, auf die Ursache der gefäßbedingten Störung gerichtete Behandlungsform.

Aufgrund ihrer Wirkungsweise und der überzeugenden Ergebnisse hat die ESWT mittlerweile in Expertenkreisen einen festen Platz im therapeutischen Spektrum der Impotenzbehandlung gefunden. Nicht weniger positiv sind die Erfahrungen mit der Stoßwellenbehandlung bei schmerzhaften Penisplaquebildungen sowie bei der chronischen Prostatitis, wenn alle verfügbaren medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten zu keiner Besserung führen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (2)

S. Andreas, 09.11.2020 - 09:05 Uhr

Sehr geehrter Prof. Peter Rubenwolf. Bei mir helfen bis jetzt leider keine Tabletten. Seit über einem Jahr habe ich gar keinen Sex mehr mit meiner Frau. Meine Urologin will jetzt das mit dem Zäpfchen das in das Glied eingeführt wird probieren. Jetzt habe ich von ihrer Methode gehört und hätte sie gerne ausprobiert. Wie ist denn der Preis und wie lange muss ich warten? Das wichtigste wo ist Ihre Praxis? Mfg Andreas

Mehmet G., 10.07.2020 - 12:22 Uhr

Sehr geerte Peter Rubenwolf, İch habe große Erektionsstörungsprobleme, ich war bis jetzt bei fast 4 Urologen gegangen aber jedes mal Behandlung mit tabletten. Sie haben nicht geholfen. Seit ein paar Jahren habe ich keinen richtigen Sex, bitte helfen sie mir Danke

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