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Gutartige Prostatavergrößerung? Machen Sie den Symptom-Check!

Dr. Derakhshani

von
verfasst am

© Henrie - fotoliaWie erkenne ich eine vergrößerte Prostata und welche Folgen kann sie mit sich bringen? (© Henrie - fotolia)Probleme mit der Prostata? Das haben doch nur alte Männer. Weit gefehlt, denn die gutartige Prostatavergrößerung ist keineswegs eine „Altherrenkrankheit“.

Wie häufig treten Prostatavergrößerungen auf?

Sie trifft im Durchschnitt jeden zweiten Mann über 50 und fast jeden 80-Jährigen. Anders als beim Prostatakarzinom, das in mehr als 70 Prozent der Fälle in der außenliegenden Zone der Prostata entsteht, vergrößern sich bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) weiter innenliegende Drüsenanteile. In der Folge wird die Harnröhre zunehmend eingeengt und es kann zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen.

Auch wenn die Zellwucherung gutartig ist, können Beschwerden durch eine benigne Prostatahyperplasie die Lebensqualität stark beeinträchtigen und Komplikationen sowie Spätfolgen nach sich ziehen. Eine Checkliste soll Ihnen dabei helfen, erste Anzeichen zu erkennen und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen.


Die sechs häufigsten Anzeichen der gutartigen Prostatavergrößerung

  1. Abgeschwächter Harnstrahl: Erstmals bemerkbar macht sich eine vergrößerte Prostata meist dadurch, dass sich der Harnstrahl abschwächt oder häufig unterbrochen wird. Der Grund: Die Blase kann sich nicht mehr problemlos entleeren, weil die Harnröhre durch die Prostatavergrößerung eingeengt wird.
  2. Häufiger Harndrang: Häufiger Harndrang, nächtliche Gänge zur Toilette und das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer wird, sind ebenfalls typische Symptome der BPH. Auf Dauer kann der ständige Harndrang den Alltag und die Nachtruhe erheblich einschränken. 
  3. Starker Harndrang: Das Druckgefühl in der Blase nimmt zu; die Toilette muss schnellstens aufgesucht werden. Mitunter kann es bei verstärktem Blasendrang zu einem unfreiwilligen Abgang von Urin (sogenannte Dranginkontinenz) kommen, was oftmals als besonders belastend empfunden wird. 
  4. Nachtröpfeln nach dem Toilettengang: Nachtröpfeln ist ebenfalls ein häufiges Zeichen für eine gutartige Prostatavergrößerung. Hierbei treten nach dem Toilettengang noch ein paar Tropfen Urin aus, da die Blase nicht vollständig geleert werden konnte.
  5. Erschwertes Wasserlassen: Durch die Einengung der Harnröhre muss die Harnblasenmuskulatur einen erhöhten Widerstand überwinden. Betroffene müssen daher regelrecht pressen, um urinieren zu können.
  6. Restharngefühl in der Blase: Das Gefühl, die Blase nicht komplett entleeren zu können, ist häufig ein Zeichen dafür, dass sich Restharn in der Blase angesammelt hat.


Fünf Spätfolgen und Komplikationen

  1. Blasenentzündung: Verbleibt immer wieder Restharn in der Blase, können sich dort Keime entwickeln. Das Risiko einer Blaseninfektion ist deutlich erhöht. 
  2. Harnsteine: Restharn in der Blase begünstigt außerdem die Bildung von Harnsteinen. Kleine Harnsteine, die normalerweise beim Wasserlassen ausgespült werden, verbleiben in der Harnblase und nehmen dort an Größe zu. 
  3. Schädigung der Nieren: Kann die Blase über einen längeren Zeitraum nicht mehr vollständig entleert werden, steigt Restharn über die Harnleiter in die Nieren auf. Im schlimmsten Fall kann dieser Umstand zu einer chronischen Nierenschädigung und letztlich zum Nierenversagen führen.
  4. Blutungen: Blutgefäße der Prostata oder der Blase können durch vermehrtes Pressen beim Toilettengang beschädigt werden und einreißen: der Urin wird blutig. Gerinnungshemmende Medikamente (ASS, Marcumar) verstärken die Blutung zusätzlich. Auch Blasentzündungen können dazu führen, dass sich Blut im Urin befindet.
  5. Akuter Harnverhalt: Eine plötzlich auftretende und sehr schmerzhafte Komplikation der gutartigen Vergrößerung der Prostata ist der akute Harnverhalt. Die „volle“ Blase kann nicht mehr entleert werden, obwohl der Betroffene einen deutlichen Harndrang verspürt. In einem solchen Fall muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


28.11.2019 - 17:25 Uhr

Alle im Beitrag erwähnten Probleme treffen bei mir...

von Burkhard H.

... zu. Eine Vergrößerung gutartige Vergrößerung der Prostata ist festgestellt worden . Zur Zeit nehme ich Tamsulosin 0,4 mg und Finasterid 5 mg ein. Wasserlassen in den Morgenstunden träge. Im Laufe des Tages teilwese besser werdend. Häufigkeit unterschiedlich - 4 - 8 mal. Empfohlene Maßnahmen meines Urologen- schälen der Prostata. Meinerseits Bedenken der Nachteile z.B. Inkontinenz, außerdem ist die Behandlung mit starkem bluten verbunden und bedarf einen Klinikaufenthalt von etwa 14 Tagen. Deswegen mein zögern weil ich in dieser Hinsicht ein großes Problem sehe das auch verbunden mit einer erheblichen Portion Angst verbunden ist. Ist Ihre Methode PAE eher für mich zu empfehlen? Auf eine Antwort würde ich mich freuen Mit freundlichen Grüßen Burkhard H.

Dr. Derakhshani

Antwort vom Autor am 02.12.2019
Dr. med. Pedram Derakhshani

Guten Tag, die PAE (Prostataarterienembolisation) ist ein experimentelles Verfahren, das wir aufgrund der derzeit nicht ausreichenden Langzeitdaten nicht durchführen. Die Prostata-Laservaporisation ist deutlich schonender als die Ausschälung und wird von uns favorisiert. Die Laser-Vaporisation könnte auch für Sie eine Option sein. Am besten besprechen Sie das mit Ihrem Urologen. MFG Dr. Derakhshani


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