Hilfe bei Blähungen und Völlegefühl

Dr. Iris Hinneburg

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© Fleafer - iStock© Fleafer - iStockWeihnachten ist Schlemmerzeit. Für den Gaumen ist das ein Genuss, für die Verdauung aber häufig problematisch: Viele Menschen leiden während der Feiertage unter Völlegefühl und Blähungen.

Zu schnell, zu viel, zu fettig
Die häufigsten Ursachen für die Beschwerden sind zu schnelles Essen, zu üppige und zu fette Mahlzeiten. Wer hastig isst, schluckt mit der Nahrung viel Luft, die im Verdauungstrakt kleine Gasbläschen bildet. Diese können besonders bei fettigen Lebensmitteln nur schlecht entweichen, weil der Nahrungsbrei lange im Magen verweilt. Empfindlich reagiert der Magen auch auf den Druck, der durch zu große Essensmengen entsteht.

Blähende Speisen
Bestimmte Lebensmittel gelten als typische Verursacher von Blähungen. Dazu gehören etwa Hülsenfrüchte und Kohlarten. Sie sind reich an Ballaststoffen, die bei langsamer Verdauung im Darm gären können. Erbsen, Bohnen, Weißkraut und Co. stellen in der Regel kein großes Problem dar, wenn der Darm an den regelmäßigen Verzehr von Ballaststoffen gewöhnt ist. Wer seine Ernährung entsprechend umstellen will, sollte es aber langsam angehen lassen, um den Darm nicht zu überfordern.

Was Sie tun können

  • Essen Sie langsam und vermeiden Sie Gespräche während den Mahlzeiten, so dass Sie keine oder weniger Luft schlucken.
  • Meiden Sie blähende und unverträgliche Speisen, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, Weizenkleie, Milchprodukte und Obst.
  • Sorgen Sie für einen regelmäßigen Stuhl.
  • Meiden Sie bestimmte Medikamente, die die Darmtätigkeit hemmen, wie zum Beispiel Antibiotika.

Wann zum Arzt?
Grundsätzlich können Völlegefühl und Blähungen selbst behandelt werden, wenn die Ursache bekannt ist, wie etwa eine zu üppige Mahlzeit. Wenn allerdings starke Schmerzen auftreten, die Beschwerden länger als zwei oder drei Tage anhalten oder andere Symptome dazukommen (Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Blut im Stuhl), sollte ein Arzt abklären, was genau hinter den Beschwerden steckt. Denn auch bestimmte Erkrankungen können die Beschwerden verursachen, wie etwa chronische Darmentzündungen oder das Reizdarmsyndrom. Nicht selten sind Unverträglichkeiten von bestimmten Nahrungsmitteln, wie beispielsweise die Laktoseintoleranz, schuld an den Bauchschmerzen. Auch Arzneimittel, etwa manche Antibiotika, Mittel gegen Diabetes oder zu hohe Blutfettwerte, können Blähungen auslösen.

Der Arzt hilft Ihnen, indem er gezielt Medikamente verschreibt, wie zum Beispiel Entschäumer, Karminativa oder Enzympräparate.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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