Darmentzündung: Wann die Symptome gefährlich werden können

Darmentzündungen lösen häufig Durchfall und Erbrechen aus (© Remistudio - Fotolia)

Häufig ist eine Darmentzündung ganz harmlos. In manchen Fällen kann sie jedoch schwer verlaufen und bei Flüssigkeitsmangel sogar zu einem Kreislaufkollaps führen. Wie Sie die Symptome richtig deuten und was Sie tun können, verrät dieser Artikel.

Typische Beschwerden einer Darmentzündung

Das Haupt-Symptom ist Durchfall, der meist zusammen mit Übelkeit und Erbrechen auftritt. Zusätzlich können die Patienten an Krämpfen, Bauchschmerzen oder Fieber leiden.

Wenn der Körper im Verlauf der Erkrankung zunehmend Flüssigkeit und Salze verliert, können Anzeichen für eine Dehydratation auftreten. Dazu gehören Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Wadenkrämpfe. Bei ausgeprägten Fällen kann es sogar zu einem Kreislaufschock kommen.

Zu welchen weiteren Komplikationen kann es kommen?

Vor allem Babys und ältere Menschen laufen Gefahr, während einer Darmentzündung einen Wasserentzug zu erleiden. Selbst wenn der Durchfall nur kurz ist, kann es bei ausgeprägten Fällen zu einer zunehmenden Bewusstseinstrübung kommen, die bis zur Bewusstlosigkeit führen kann. Wenn Sie ein derartige Veränderungen bei sich oder Ihrem Baby bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Hält die Durchfallerkrankung länger an und wird der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, haben Kinder und Erwachsene nicht nur ein erhöhtes Risiko für einen Kreislaufzusammenbruch. Auch Schäden an den Nieren, die sich als akute Niereninsuffizienz bemerkbar machen können, zählen zu den möglichen Konsequenzen. Wenn sich das Blut aufgrund eines Flüssigkeitsmangels eindickt, steigt außerdem die Gefahr von Blutgerinnseln, die im weiteren Verlauf eine Embolie oder einen Gefäßverschluss verursachen können.

Ist ein Erreger die Ursache der Darmentzündung, kann die Erkrankung bis zur Blutvergiftung mit sehr hohem Fieber führen. Die Keime können in die Organe gelangen und dort zu Funktionsstörungen führen. Es gibt auch Erreger, die eine Autoimmunreaktion hervorrufen. In der Folge greift das fehlgeleitete Immunsystem körpereigene Zellen an. Davon sind dann in der Regel Haut, Augen, Gelenke und das Herz betroffen.


Auch bei frischen Lebensmitteln sollten Sie im Ausland vorsichtig sein (© richardschramm_iStock)
Darmentzündung vorbeugen: So geht’s

Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es einige Tipps und Tricks, die Sie im Alltag beachten können. Besonders im Ausland sollte man kein Wasser aus der Leitung trinken oder zum Zähneputzen verwenden. Wenn es nicht anders geht, das Wasser vorher unbedingt abkochen. Nehmen Sie nur Getränke zu sich, die original verschlossen waren. Und essen Sie nur frisch zubereitete, gekochte und gut durchgebratene Nahrungsmittel.

Vor allem in warmen Ländern ist beim Verzehr von Eiswürfeln, Eiscreme und kalten Speisen Vorsicht geboten. Auch Salate und bereits geschälte Früchte können eine Gefahrenquelle sein. Reisende sollten immer daran denken: „Cook it, boil it, peel it, or forget it“ (Koche es, brate es, schäle es oder vergiss es).

Aber auch zu Hause ist es ratsam, Obst und Gemüse vor dem Verzehr abzuwaschen und Fleisch und Fisch gut zu erhitzen.

Darmentzündung behandeln

Der Ausgleich des Wasser- und Salzverlustes hat höchste Priorität. Am besten ist es, Tee oder dünnen Haferbrei zu sich zu nehmen, die mit Kochsalz angereichert wurden. Die Flüssigkeit man auch löffelweise zu sich nehmen. Zusätzlich ist die Einnahme von Traubenzucker empfehlenswert. Die darin enthaltene Glukose hilft den Darmzellen, die zugeführten Elektrolyte aufzunehmen. In der Apotheke kann man darüber hinaus Mittel kaufen, die das optimale Verhältnis von Glukose, Wasser und Elektrolyten enthalten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (3)

Jacqueline K., 19.08.2021 - 09:56 Uhr

Seit einer Sechs Wöchigen Antibiotikatherapie vor 10 Jahre habe ich mich Gewichtsmäßig halbiert und Verschiedene Allergien und Intoleranzen entwickelt. Durchfall und Verstopfungen wechseln sich ab. Ständigiges Grummeln im Bauch, Leistungseinbruch und Benommenheit machen das Leben zu einer Qual. Magenspiegelungen und Darmspiegelungen sind immer ohne Befund. Darmflora soll angeblich ok sein. Leberwerte latent erhöht, angeblich durch Morbus Meulengracht, Gerinnungs Werte leicht verändert Folsäure, Vitamin D und Vitamin B mangel. Gallensteine sind bekannt aber wohl nicht die Ursache für die Unspezifischen Symptome. Pankreas Werte sind wieder ok. Entzündungswerte leicht erhöht. Mitderweile weiß ich nicht mehr wie es weitergeht. Ich habe das gefühl total übersäuert zu sein. Habe aber keine Magenbeschwerden. Es fühlt sich sogar eher wie eine Vergiftung an. Bei der Bitte mal nach Quecksilber, Nickel oder Candita Albicans zu schauen werde ich eher abgewürgt. Ich bin kaum noch in der Lage ein relativ normales Leben zu verbringen.

Anja N., 27.02.2020 - 11:02 Uhr

Mir wurde vor ca.2 Jahren ein Karzinoid im Darm entfernt. Das war ein Zufallsfund, weil ich immer Bauchweh hatte. Aber seitdem und drei weiteren Darmspiegelungen habe ich eine "leichte" Darmentzündung. Nur mit Flohsamen und Klistierspülungen ist sie zu ertragen. Mein Facharzt hat es heruntergespielt, aber ich nehme jetzt konstant ab. Meine Werte sind allerdings gut, bis auf den Wert, der die Nahrungsaufnahme zeigt, den Phasenwinkel. Ist der Darm nicht heilbar? Was kann ich tun, damit die Entzündung weg geht?

Antwort von Dr. med. Christof Pfundstein - Privatpraxis, verfasst am 28.02.2020

Guten Morgen, das hört sich ja etwas komplexer an. Um Ihnen helfen zu können, braucht man etwas Zeit und alle Vorbefunde, um zu wissen, was Sie eigentlich haben. Gerne können Sie hierfür bei mir einen Termin vereinbaren. Ihr Dr. C. Pfundstein

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