Sind Hämorrhoiden gefährlich?

Claudia Galler

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© stokkete - fotoliaHämorrhoiden sind zwar nicht gefährlich, können aber zu starken Schmerzen führen (© stokkete - fotolia)Hämorrhoiden können klein und unscheinbar sein, aber auch stark anschwellen und nach außen treten. Was man bei Hämorrhoiden beachten sollte, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesen Gesundheitstipp.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch

Die Hämorrhoiden sind ein Gefäßpolster, das unter der Darmschleimhaut im Übergang von Analkanal zum Rektum liegt. Zusammen mit den zwei Schließmuskeln dichten die Hämorrhoiden den Darm nach außen hin ab. Ist das Gefäßpolster mit Blut gefüllt, verschließt es den Darm. Erschlafft der innere Schließmuskel durch Stuhldruck, fließt das Blut aus den Hämorrhoiden ab, der Darm öffnet sich.

Von einem Hämorrhoidalleiden sind bis zu 80 % der Bevölkerung einmal betroffen

Fließt zu viel Blut in das Gefäßpolster, entstehen verdickte Knoten unterschiedlicher Größe, die auch nach außen treten können. Ein Hämorrhoidalleiden entwickelt sich, umgangssprachlich „Hämorrhoiden“ genannt. Typische Symptome sind Jucken und Schmerzen beim Toilettengang. Schleim wird abgesondert, Betroffene haben ein Fremdkörpergefühl und empfinden die Stuhlentleerung als unvollständig. Reißen Blutgefäße auf, findet man hellrotes Blut auf dem Stuhl oder Toilettenpapier. Man unterscheidet bei Hämorrhoidalleiden die Stadien I bis IV, je nach Größe und Lage der Knoten.

Wie Hämorrhoiden entstehen

Als Ursachen für Hämorrhoiden gilt vor allem zu starkes Pressen bei der Stuhlentleerung. Begünstigt wird die Entwicklung durch Übergewicht, langes Sitzen, eine schwache Beckenbodenmuskulatur, Bewegungsmangel und Verstopfung. Auch Schwangere sind oft von Hämorrhoiden betroffen, da das zunehmende Gewicht, die Neigung zu Verstopfung und die Weitstellung der Gefäße das Gefäßpolster belasten.

Sind Hämorrhoiden gefährlich?

Hämorrhoiden sind nicht gefährlich, können aber unbehandelt zu starken Schmerzen, Entzündungen, Infektionen und Stuhlinkontinenz führen. Auch in der Schwangerschaft und während der Geburt bedeuten Hämorrhoiden per se keine Gefahr für Mutter und Kind. Wer Hämorrhoiden rechtzeitig behandelt, sich ballaststoffreich ernährt, viel trinkt und bei der Stuhlentleerung nicht presst, kann ein Fortschreiten verhindern.

Nicht immer sind es Hämorrhoiden

Die typischen Symptome, wie sie bei Hämorrhoiden auftreten, können auch auf andere Erkrankungen hindeuten. So sind Marisken Hautläppchen oder Knoten am After, die sich vor allem mit fortschreitendem Alter entwickeln. Auch sie können bei starkem Pressen anschwellen, haben aber ihren Ursprung nicht am Gefäßpolster. Eine Analfissur ist ein Riss in der Haut des Analkanals, der starke Schmerzen bereitet, da dieser Hautbereich sehr empfindlich ist. Bei einer Analfistel hat sich ein röhrenförmiger Gang gebildet, der im akuten, entzündeten Zustand Eiter absondert. Starke Schmerzen und Schwellungen im Afterbereich können auch von einer Analvenenthrombose hervorgerufen werden, bei der sich im Venensystem des Schließapparates ein Blutgerinsel gebildet hat. Weitere Erkrankungen, die von einem Hämorrhoidalleiden zu unterscheiden sind, sind z. B. Analpolypen, Darmdivertikel, eine Infektion mit humanen Papillomaviren, was zu Feigwarzen führt, und ein Analkarzinom.

Bei Blut im Stuhl und austretenden Hämorrhoiden zum Arzt!

Leichte Beschwerden im Afterbereich können mit antientzündlichen, schmerzlindernden und wundheilungsfördernden Salben oder Zäpfchen aus der Apotheke behandelt werden. Tritt jedoch nach drei bis sieben Tagen keine Besserung ein, geht man zum Arzt. Auch Blut im Stuhl und anatomische Veränderungen im Afterbereich wie austretende Hämorrhoiden müssen unbedingt ärztlich abgeklärt werden, um ernstere Ursachen wie Darmkrebs auszuschließen.

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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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