Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Berndt Birknerinfo_plain_20gr

Dr. med. Berndt Birkner praktiziert als Internist in München. (©Birkner)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Berndt Birkner interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Internist.

jameda: Herr Dr. med. Berndt Birkner, was hat Sie motiviert, Internist zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Herr Dr. med. Birkner: Ich habe meine internistische Weiterbildung an der medizinischen Universitätsklinik in der Innenstadt in München erhalten. In dieser Klinik waren fast alle internistischen Schwerpunkte vertreten.

Ich hatte die Gelegenheit, alle diese Schwerpunkte zu durchlaufen, und somit einen möglichst weiten Einblick in die Innere Medizin zu erhalten. Diese Breite der Versorgungsmöglichkeiten von Kranken hat mich begeistert. Nach dem Erwerb von Kenntnissen in den Spezialgebieten Nephrologie, Intensivmedizin, Kardiologie, Diabetologie und Endokrinologie und Gastroenterologie habe ich mich für die Gastroenterologie entschieden. Denn die Gastroenterologie ist eine anspruchsvolle Mischung aus technischen Leistungen, der Endoskopie, aber auch der Infektiologie – die Hepatitis und die viralen und bakteriellen Infekte des Magen und Darms – und der weitgespannten therapeutischen Anwendung von Instrumenten und Medikamenten zur Beherrschung und Vorsorge der gastroenterologischen Erkrankungen.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. med. Birkner: Mein Tätigkeitsschwerpunkt ist der gesamte Erkrankungs- und Versorgungsbereich der Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes:

  • der Leber und der Gallenblase,
  • der Bauchspeicheldrüse sowie
  • die Vorsorge und Früherkennung von Tumoren in den Bauchorganen, insbesondere des Darmkrebses durch Vorsorgedarmspiegelung und Polypenentfernung.

Ein Schwerpunkt liegt in der Erkennung und Behandlung der funktionellen Magen- Darm-Erkrankungen wie Reizmagen und Reizdarm. Ich bin ebenfalls spezialisiert auf die Erkennung und Behandlung der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, z. B. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. med. Birkner: Meine Mentoren in der Gastroenterologie waren die Professoren Max-Michel Forell, für die Pathophysiologie der Bauchspeicheldrüse, und Peter Kiefhaber für die gastrointestinale Endoskopie. Mein Verständnis der inneren Erkrankungen habe ich der breiten Weiterbildung und Tätigkeit als akademischer Rat der medizinischen Klinik Innenstadt der Universität München unter der Leitung von Professor Buchborn zu verdanken.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. med. Birkner: Die entscheidenden Hilfen im Schwerpunkt Gastroenterologie sind die Weiterentwicklung der Darmkrebsfrüherkennung, die Weiterentwicklung der endoskopischen Technik und der Abbau der überbordenden Bürokratie durch den sinnvollen Ersatz durch digitale Medien.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. med. Birkner: Sie bestehen in unserem Schwerpunkt in der konsequenten Umsetzung der Früherkennungsmaßnahmen zur drastischen Reduktion der Krebserkrankungen durch digitale Testverfahren, künstliche Intelligenz und risikoadaptierte endoskopische Techniken. Aber auch in der Förderung und Dominanz der ärztlichen Versorgungsleistungen am Patienten und der Bevölkerung.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. med. Birkner: Die persönliche Zuwendung, das Zuhören und der empathische Umgang mit Menschen und Patienten.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. med. Birkner: Das Wertvollste an einem Patienten ist die Fähigkeit zu kritischem Hinterfragen der medizinisch-ärztlichen Leistungen und ein konstruktives, persönliches Vertrauensverhältnis zwischen Patient/in und Arzt.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. med. Birkner: Nach Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori und der erfolgreichen antibakteriellen Behandlung des chronischen Magen- und Dünndarmgeschwürs konnten Patienten, die ein jahrelanges Geschwürleiden hinter sich gebracht hatten, auf einmal durch eine Antibiotikakur schmerzfrei geheilt werden. Die Dankbarkeit dieser Patienten vergisst man nicht!

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Dr. med. Birkner: Gesundheit bedeutet, ein Gleichgewicht von Körper und Seele erleben zu können. Krankheit kann dieses Gleichgewicht stören. Deshalb gilt es, dieses Gleichgewicht durch Vorsorge und Früherkennung seelischer und körperlicher Leiden bis in hohe Alter zu erhalten. Stressfreies, entschleunigtes Leben und ausgeglichener Lebensstil mit frühzeitiger Beratung durch kompetente Ärzte erhalten das Gleichgewicht.

Zur Person:

Dr. Berndt R. Birkner, geboren in Kulmbach, seit 50 Jahren in München aufgewachsen, arbeitend und lebend. Verheiratet und drei Kinder. Weiterbildung an den medizinischen Kliniken, Nephrologie und Diabetologie des Krankenhauses München Schwabing und der Universität München.

Langjähriger Oberarzt an der II. medizinischen Abteilung im städt. KH Bogenhausen. Seit Ende 1993 niedergelassener Internist und Gastroenterologie in Schwerpunktpraxis in München am Max-Weber-Platz. Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften. Fellow des amerikanischen College of Physician (FACP), der American Society for gastrointestinal Endoscopy (FASGE), der American Gastroenterological Association (AGAF) und Fellow des European Board of Gastroenterology (FEBG). Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (2011). Kuratoriumsmitglied des Felix Burda Stiftung und Vizepräsident des Netzwerks gegen Darmkrebs

Zur Praxis:

Gastroenterologische Schwerpunktpraxis mit Endoskopie, Vorsorge und Diagnostik und Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Zur Zeit angestellter Arzt mit Filialpraxis des MVZ VivaQ für gesetzlich Versicherte und angestellter Arzt im Präventionscentrum München für Endoskopie, Vorsorge und Früherkennung bei privat Versicherten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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