Hat mein Kind einen Leistenbruch? So stellt der Arzt die Diagnose

Claudia Galler

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©fotolia-93711216-kaliantyeBauchschmerzen oder ein Druckgefühl können auf einen Leistenbruch bei Ihrem Kind hindeuten (©fotolia-93711216-kaliantye)

Ein Leistenbruch tritt bei Babys und Kindern häufig auf. Wie der Arzt die Diagnose stellt und den Leistenbruch behandelt, erklärt dieser jameda Gesundheitstipp.
 

Jungen sind häufiger betroffen

Ein Leistenbruch entsteht, wenn sich durch eine Lücke in der Bauchdecke im Bereich der Leiste eine Ausstülpung bildet. In diesem Bruchsack können Bauchfell oder Darmschlingen nach außen treten, die Ausstülpung ist als Schwellung oder Beule in der Leiste zu sehen.

Säuglinge und Kinder sind relativ häufig betroffen, etwa 5 % aller Neugeborenen kommen damit zur Welt. Bei Frühchen mit geringem Geburtsgewicht haben sogar 30 % einen Leistenbruch, da ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Oft liegt der Leistenbruch auf der rechten Seite, seltener links oder doppelseitig.

Aufgrund der Entwicklung im Mutterleib bleibt bei Jungen häufiger eine Lücke in der Bauchdecke als bei Mädchen. Verschließt sich hier die Verbindung zwischen Bauchhöhle und Hodensack nicht wie normalerweise, kann eine Ausstülpung bestehen bleiben. Bei etwa der Hälfte der Kinder mit angeborener Lücke in der Bauchdecke zeigt sich ein Leistenbruch bereits im ersten Lebensjahr.
 

So erkennen Sie einen Leistenbruch

Eltern entdecken einen Leistenbruch meist beim Wickeln oder Baden. Die Beule im Leistenbereich kann zwar bestehen, aber auch nur zeitweise sichtbar sein. Teilweise zieht sie sich bis zum Hoden bzw. zu den Schamlippen hinunter.

Oft bereitet eine kleine Schwellung dem Baby keine Beschwerden, es können aber auch Schmerzen auftreten, sodass die Kleinen unruhig sind und viel schreien. Zeigt sich bei älteren Kindern ein Leistenbruch, können sie ihre Beschwerden schon kundtun und klagen vielleicht über Symptome wie Druckgefühl, Ziehen oder Schmerzen, die vor allem beim Spielen, Toben oder Sport auftreten.

Gefährlich ist ein eingeklemmter Bruch, bei dem die Darmschlingen bereits nach außen gewandert sind. Hier kann man die Schwellung nicht mehr zurückdrücken, zusätzlich treten Bauchschmerzen und Übelkeit auf. Ein eingeklemmter Bruch muss sofort operiert werden, um das Absterben von Darmgewebe zu verhindern.
 

Wann sollte man zum Arzt?

© Naht nach einer Leistenbruch-OPDarstellung der Naht nach einer OP (© Naht nach einer Leistenbruch-OP)Eltern sollten die Früherkennungsuntersuchungen U1-U9 wahrnehmen, um die körperliche und geistige Entwicklung ihres Kindes optimal zu begleiten. Sollten Sie eine Beule im Leistenbereich entdecken, ist ein zeitnaher Termin beim Kinderarzt notwendig.

Der Arzt diagnostiziert einen Leistenbruch anhand der Schwellung, zur genaueren Abklärung kann ein Ultraschall gemacht werden. Bei Verdacht auf einen eingeklemmten Bruch sollten Sie den Notarzt rufen.
 

Wie läuft die Behandlung eines Leistenbruchs ab?

Eingeklemmte Leistenbrüche sind lebensgefährlich und müssen sofort operiert werden. Bei angeborenen Brüchen kann ein zeitnaher Termin für den Eingriff in Ruhe geplant werden.

Der Bruch wird in einer etwa 30-minütigen Operation unter Vollnarkose durch eine Naht verschlossen; Kinder können meist am selben Tag wieder nach Hause zurückkehren.

Bei Frühchen und Babys mit ernsten Begleiterkrankungen wartet man mit der Operation in der Regel, bis sich der Gesundheitszustand genügend stabilisiert hat. Nach dem Eingriff ist keine besondere Schonung nötig, auch Essen kann das Kind ganz normal. Die 7-10-tägige Wundheilung wird vom Arzt kontrolliert.

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