Magenspiegelung mit oder ohne Kurznarkose?

Mit der richtigen Betäubung brauchen Sie vor Ihrer Magenspiegelung keine Angst haben (© dolgachov_iStock)

Bei Verdacht auf eine Magenschleimhautentzündung, ein Magengeschwür oder bei Sodbrennen kann eine Magenspiegelung notwendig sein. Ob sie mit oder ohne Kurznarkose durchgeführt wird, hängt vor allem von den Wünschen des Patienten ab. Meist werden die Betroffenen in Dämmerschlaf versetzt. Das ist ein tiefer Schlaf, bei dem der Patient im Gegensatz zu einer Vollnarkose nicht beatmet werden muss.

Wie fühlt sich eine Magenspiegelung ohne Narkose an?

Bei der Magenspiegelung wird ein knapp ein Zentimeter dicker Schlauch über den Mund eingeführt und über die Speiseröhre in den Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. In der Regel werden auch mehrere Gewebeproben entnommen. Dabei können Würgereiz, Druck- oder Völlegefühle entstehen.

Verschiedene Patienten können die Magenspiegelung ganz unterschiedlich wahrnehmen: Ob sie als unangenehm beurteilt wird oder nicht, hängt nicht nur vom individuellen Nervensystem, sondern auch vom Spannungszustand des Patienten ab. Zudem muss berücksichtigt werden, dass der Würgereiz auf einen Reflex zurückzuführen ist, der willentlich nicht uneingeschränkt kontrolliert werden kann.

Es gibt auf jeden Fall verschiedene Möglichkeiten, um den Eingriff angenehmer zu gestalten.

Würgereiz unterbinden

Bei Patienten mit Würgereiz kann der Rachen mit einem speziellen Spray betäubt werden, das die Schmerzentstehung unterbindet. Die Wirkung des Sprays lässt kurz nach dem Eingriff wieder nach. Das Rachenspray schmeckt etwas bitter und es entsteht sofort nach dem Einsprühen ein pelziges Gefühl. Der Rachen schwillt jedoch nicht zu und Sie können zu jedem Zeitpunkt ganz normal atmen.

Auch nachdem das Rachenspray verabreicht wurde, empfinden es viele Patienten als unangenehm, wenn der Schlauch eingeführt wird. In der Regel rät der Arzt dazu, ein Schlafmittel zu verwenden. Nicht nur, weil es für den Patienten sehr viel angenehmer ist, sondern auch, weil der Arzt dann ungestört, in aller Ruhe und unter optimalen Sichtbedingungen den oberen Verdauungstrakt inspizieren kann.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Beruhigungsspritze das richtige für Sie ist (© monkeybusinessimages - iStock)
So verschlafen Sie die Magenspiegelung: Ablauf der Sedierung

Wenn Sie von der Magenspiegelung nichts mitbekommen möchten, ist der Dämmerschlaf eine gute Alternative. Dabei spritzt Ihnen der Arzt entweder ein reines Schlafmittel oder ein Gemisch aus Schmerz- und Schlafmittel über eine Vene. Das Mittel ist nur kurz wirksam und kann deshalb sehr gut gesteuert werden.

Bei einer tiefen Sedierung wird das Nervensystem so weit gedämpft, dass der Patient regungslos ist und sich in einem schlafähnlichen Zustand befindet. Es gibt aber auch leichtere Formen des Dämmerschlafs, bei denen der Patient noch ansprechbar ist.

So oder so gilt dieses Verfahren vor allem bei gesunden Menschen als sehr risikoarm. Damit der eingesetzte Wirkstoff Propofol nicht den Sauerstoffgehalt des Blutes senkt, werden Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung des Blutes während der Untersuchung fortlaufend überwacht.

Im Anschluss an die Magenspiegelung bleiben Sie für ca. 60 Minuten in der Praxis, bis Sie wieder ganz wach sind. Für die nächsten 24 Stunden dürfen Sie nicht Auto fahren, weil die Reaktionszeit verlangsamt sein kann. Darüber hinaus gelten Sie für diese Zeit auch als nicht geschäftsfähig. Nach der Untersuchung sollten Sie sich abholen lassen oder ein Taxi für den Nachhauseweg nutzen. Sie sollen die Praxis nicht ohne Begleitung verlassen und nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Oft ist der Dämmerschlaf auch trotz Einschränkungen möglich, wie beispielsweise einer leichten Erkältung. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind.

Fazit

Niemand muss vor der Magenspiegelung Angst haben. Wer sichergehen möchte, dass der Eingriff stress- und schmerzfrei verläuft, kann sich in einen Dämmerschlaf versetzen lassen. Die meisten Patienten machen von dieser Möglichkeit Gebrauch und empfinden den Eingriff als angenehme Erfahrung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (35)

U.S., 08.06.2021 - 20:36 Uhr

Ich habe es auch hinter mir ohne Kurzzeitnarkose. Es war völlig unproblematisch und ich würde es jederzeit wieder ohne Kurzzeitnarkose machen. Es ist jedoch sicherlich von Mensch zu Mensch verschieden. Das Ganze dauerte maximal 5 - 7 Minuten. Zum Ablauf (BEI MIR) ohne Kurzzeitnarkose: Zu Beginn wird man von dem behandelnden Arzt aufgeklärt, wie die Behandlung genau durchgeführt wird. Man bekommt ein Schnapsglas voll mit einer Flüssigkeit zur Schaumreduktion im Magen zu trinken, welche gut zu trinken ist. Danach wird man auf die linke Seite gebettet und erhält ein örtliches Betäubungsspray in den Rachen gesprüht. Es wird ähnlich pelzig wie beim Zahnarzt, nur nicht so stark. Nach kurzer Einwirkzeit wird der Schlauch eingeführt. Ich musste kein einziges Mal würgen, es ist REINE KOPF- BZW. KONZENTRATIONSSACHE. Ruhig Atmen und auf den Monitor schauen. Das Atmen funktioniert problemlos durch den Mund oder die Nase. Schlucken funktioniert ebenfalls problemlos. Man spürt das Einführen des Schlauches aber es ist keinesfalls ein Schmerz, eher ein leichter Druck. Die Biopsie spürt man ebenfalls nicht als Schmerz. Das ist wirklich gut auszuhalten. Wer also keine Kurzzeitnarkose will, braucht keine Angst zu haben. Wie bereits erwähnt, so habe ich es wahrgenommen. Jeder reagiert anders...

Monika R., 31.03.2021 - 09:51 Uhr

Ich hatte heute eine Gastroskopie mit Sedierung. Kann ich nur empfehlen

Lukas S., 27.01.2021 - 10:18 Uhr

Ich bekam etwas Propofol, wenige Sekunden danach schlief ich ein und dann auf einmal wieder aufgewacht und alles war vorbei - nichts gespürt.

Manuela S., 05.12.2020 - 00:29 Uhr

Also ich würde gern diese Methode in Anspruch nehmen mit diesen Dämmerschlaf, aber leider find ich hier in Dessau keinen Arzt der das anbietet

Kilchherr, 03.12.2020 - 09:27 Uhr

Guten tag ich habe heute eine magenspieglung und habe sehr angst und mir ist schlecht kan man bei der magenspieglung noch schlucken ich habe sowiso schon probleme mit dem schlucken? Mit bestem dank für die rückmeldung

Ingerose, 13.11.2020 - 08:17 Uhr

Mein Mann hatte letzte Woche eine Magenspieglung unter Narkose, dabei kam Schleim in die Luftröhre und die Lunge, bei der Magenspieglung oder nach der Magenspieglung, er musste wiederbelebt werden, nun ist er auf der Intensivstation. Ein Arzt sagte mir, dass so etwas zumeist zu Lungenentzündung führe. Ja das stimmt, jetzt hat mein Mann Lungenentzündung. Magenspieglung wurde im Krankenhaus durchgeführt.

Stephi, 09.11.2020 - 10:09 Uhr

Ich hatte heute eine Magenspiegelung ohne Narkose. Das betäubende Rachenspray hat gut gewirkt. Sicherlich ist es keine angenehme Behandlung. Da der Arzt während der Spiegelung Luft zuführt, lassen sich kurze Würger/Aufstoßer nicht vermeiden. Jedoch empfand ich die Behandlung als gut auszuhalten. Man darf dem Kopf nur nicht die Gelegenheit geben, sich in einen Würger hineinzusteigern. Positiver Nebeneffekt, man kann mal einen Blick in das Innere werfen, welcher auch nicht so alltäglich ist. Sicherlich spricht aber auch bei sehr ängstlichen Personen oder Personen mit starkem Würgereiz nichts gegen ein kurzes Schläfchen. Die Welt ist eben bunt und somit gibt es auch für jeden Jeck die passende Behandlungsmethode.

Beth, 18.09.2020 - 20:23 Uhr

NIEMALS wieder ohne Narkose. Ständiges Würgen (nicht wie beim Eisstäbchen Hausarzt-Würgen, sondern wie schlimmstes Wasser Kotzen) und das Gefühl, dass man ausgeliefert ist hat bei mir zu Panik geführt. Es ist fast 2 Wochen her und ich habe immer noch Magenprobleme!!! Die ersten Tage richtige Krämpfe. Wahrscheinlich Magenschleimhautentzündung.

Agnes, 08.09.2020 - 05:46 Uhr

Guten Tag, Ich hatte vor knapp drei Wochen eine Magenspiegelung. Da ich vor vielen Jahren schon mal eine hatte, habe ich mich völlig angstfrei in den Termin begeben und die Untersuchung auch ohne Betäubung machen lassen. Lediglich das rachenspray wurde eingesetzt. Nun habe ich schon seit drei Wochen danach Schluckbeschwerden, ein fremdkörpergefühl im Hals und kann nicht gut essen? Kann es sein, dass da etwas beschädigt wurde oder die Speiseröhre sich entzündet hat oder Ähnliches? Danke und Grüße

Jxnn, 05.09.2020 - 14:08 Uhr

Ist man nach der Untersuchung noch benebelt im Kopf?

Alper U, 11.08.2020 - 05:38 Uhr

Hallo Michelle H. So wie du das beschreibst klingt das nach Bulimie. ( me too ) Habe später meine erste Magenspiegelung. Evtl können wir uns danach austauschen. Liebe Grüße A.

Michelle H., 03.08.2020 - 14:31 Uhr

Hallo, Ich bin 20 (w) und hatte ein Vorgespräch für die bevorstehende Magenspieglung, aber jetzt wurde jedoch der Termin erst Ende Oktober festgelegt. Muss man für einen Termin denn immer so lange warten? Meine Beschwerden sind zwar nicht akut, dennoch sollte man sie schon abklären lassen weil ich sie seit Jahren mit mir rum trage und ich einfach noch nicht den Mut hatte darüber mit einem Arzt zu reden. Ich werde mich noch nach einer anderen Praxis umschauen, in der Hoffnung das ich dort schneller einen Termin bekomme, ist das so eigentlich akzeptabel? Oder muss ich nun den Termin bei dem Gastroenterologe im Oktober wahrnehmen?

Udo V., 17.06.2020 - 18:11 Uhr

Ich hatte vor 10 Tagen sowohl eine Magen- als auch eine Darmspiegelung. Die Betäubung wird selbstverständlich vor dem Einführen des Schlauchs gegeben, alles Andere würde ja auch keinen Sinn machen. Die Betäubung wirkt innerhalb von Sekunden, bei mir hat man die Nadel stecken lassen um ggf. nach zu dosieren. Wie auch immer, von der eigentlichen Untersuchung merkt man nichts.

Natascha123, 16.06.2020 - 15:08 Uhr

Hallo ich habe eine Frage bezüglich der Magenspiegelung, die ich in einem Monat habe. Ich hab ziemlich Angst und weiß nicht sicher, ob die Spritze zur Betäubung ganz am Anfang gespritzt wird oder nachdem der Schlauch eingeführt wurde. Wenn zweiteres der Fall ist, ist das sehr unangenehm bzw wie lang dauert das Einführen dann in etwa?

Regina B., 02.03.2020 - 23:37 Uhr

Hallo ich muss zur Magenspiegelung! Habe Angst dass die Schlafspritze bei mir nicht wirkt, was schon einmal passiert ist! Was kann ich tun? Danke für eine Rückmeldung.

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 06.03.2020

Liebe Regina, vor der Untersuchung wird der/die Narkosearzt/-ärztin mit Ihnen sprechen. Weisen Sie dann darauf hin, dass die Schlafspritze das letzte Mal nicht gut gewirkt hat. Dieses Problem kann auf jeden Fall durch eine Anpassung der Dosis vermieden werden. Sie werden diesmal gut schlafen :-) . Herzliche Grüße, Dr. Birgit Gergelyfy

Karin, 17.02.2020 - 17:20 Uhr

Es wurde mir mit diesem Bericht die Angst vor der Magenspiegelung komplett genommen. Werde mich in 3 Wochen in den Dämmerschlaf schicken lassen und checken lassen

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 21.02.2020

Liebe Karin, das freut mich sehr. Es ist wirklich ganz easy. Ich wünsche Ihnen eine gute Untersuchung und ein angenehmes Schläfchen ;-). Herzliche Grüße, Dr. Birgit Gergelyfy

Yvonne, 13.12.2019 - 00:55 Uhr

Hallo ich war am 12.12 bei der Magenspiegelung und habe es nur mit dem Spray gemacht, muss sagen fand es nicht so schlimm. Es war auch kein Würgereiz da. Auch hatte ich danach keine Schmerzen. Natürlich hat man den Schlauch gemerkt wie er durch den Rachen, Speiseröhre und im Magen ankam. Es dauerte keine 10 Minuten.

Ulla, 07.08.2019 - 00:52 Uhr

Habe gestern eine Magenspiegelung gemacht im Dämmerschlaf – nichts mitbekommen, halbe Stunde ausgeruht und nach Hause gefahren mit einem Freund – finde nichts Negatives daran. Alles gut!

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 07.08.2019

Liebe Ulla, wie schön, dass Sie die Dinge wieder ins richtige Licht rücken. Die Prozedur ist wirklich denkbar einfach und harmlos. Herzliche Grüße, Dr. Birgit Gergelyfy

brandt, 04.08.2019 - 11:52 Uhr

Man steckte mir mit Gewalt das Plastikstück in den Mund, obwohl es mir sehr weh tat...dann wurde ich sofort weggespritzt...nun sind meine Oberzähne gelockert...Mist...

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 04.08.2019

Liebe/r Herr/ Frau Brandt, klingt nach Horrorstory. Der Patient wird üblicherweise gebeten, den Mund zu öffnen, dann wird ein Plastikring vorsichtig zwischen den Zähnen platziert. Eine Schädigung der Zähne sollte dabei auf keinen Fall passieren. MfG, Dr. Birgit Gergelyfy

brandt, 04.08.2019 - 11:43 Uhr

na ja das Plastik im Mund tat ziemlich weh und die Zähne werden geschädigt. Hinterher starker Durchfall...ist nicht so lustig...Vorgespräch fand nicht statt...nicht gut...

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 04.08.2019

Hallo Herr/Frau Brandt, merkwürdiger Kommentar, ist das ernst gemeint? MfG, BG

Hannedora K., 28.06.2019 - 14:31 Uhr

Im November 2019 wird bei mir eine Magenspiegelung gemacht. Ich möchte sie in Vollnarkose gemacht haben, da ich schon einmal – ohne Vollnarkose – diese habe machen lassen und es ganz entsetzlich fand. Sie wird in Landau gemacht. Ich wohne in Wörth am Rhein, 20 km entfernt. Da ich nicht mit dem Auto fahren darf und ich niemanden habe der mich hinterher heim fährt, werde ich – mindestens bis zum Bahnhof Landau – mit einem Taxi fahren. (Ich bin 75 Jahre alt, verwitwet, Tochter wohnt weit weg und ist berufstätig, Sohn ist in Würzburg um die Blindenschrift zu lernen und zur Umschulung. Er darf daher nicht Auto fahren.) Werden die Kosten für Vollnarkose und dem Taxi von der Krankenkasse (DAK) übernommen? Vielen Dank für Ihre Auskunft und mit freundlichem Gruß Hannedora K.

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 29.06.2019

Liebe Hannedora, Sie brauchen entweder eine Begleitperson oder Sie müssen ein Taxi nehmen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen Sie nicht fahren. Ihre Krankenkasse wird die Kurznarkose zahlen. Ob sie das Taxi zahlt, müssen Sie mit einem Sachbearbeiter Ihrer Krankenversicherung klären. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Birgit Gergelyfy

Oliver, 01.04.2019 - 21:11 Uhr

Ich hatte heute bei meinem Internisten eine Magenspiegelung aufgrund von häufigen Sodbrennen und um auf den Helicobacter testen zu lassen. Ich bin 34 Jahre alt und sonst gesund, habe aber auch mit Würgereiz ab und an schon beim Zähneputzen zu kämpfen. Mein Arzt hat mich gut beraten und danach habe ich von der Sedierung Abstand genommen. Es wurde lediglich ein Rachenspray eingesetzt, welches den Hals betäubt. Der Arzt hat es super gemacht, ich hatte am Anfang einen recht starken Würgereiz, welcher aber auch durch das verbale Einwirken des Arztes gut kontrolliert werden konnte. Wichtig ist hier das kontrollierte Atmen durch die Nase und das, wie ich fand, einem durch eine nette Assistenz die Hand gehalten wird. Alles in allem habe ich den knapp 8-10-minütigen Eingriff überlebt und konnte danach auch sofort wieder Auto fahren. Es ist aber trotzdem eine Erfahrung, die ich so schnell nicht wieder brauche. Wer extreme Angst hat, sollte sich auf jeden Fall "wegspritzen" lassen. Fazit: Bei einem guten Arzt/Ärztin, dem/der man Vertrauen schenkt, würde ich es ohne Betäubung empfehlen. Ansonsten ist die Behandlung mit Spritze bestimmt die angenehmere Wahl.

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 02.04.2019

Lieber Oliver, vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Ich kann nur bestätigen, was Sie sagen. Komfortabler und einfacher ist die Untersuchung "mit Spritze", also mit Sedierung. Ich habe auch einige wenige Patienten, die partout keine Spritze wollen. Und diese Patienten machen es dann oft sehr gut. Nach meiner Meinung hilft es, wenn ich als Arzt während der Untersuchung viel erkläre, also was ich gerade mache, wo wir genau sind und wie lange es noch dauert. Zusätzlich hilft positives Feedback, also Lob :-) und natürlich immer wieder die Aufforderung ruhig zu atmen. Ich selbst habe mich während meiner Zeit als Ärztin im Krankenhaus einmal ohne Sedierung gastroskopieren lassen, dann später noch ein zweites Mal in Verbindung mit einer Darmspiegelung bei einem niedergelassenen Kollegen, zu dem ich zur Darmkrebsvorsorge gehe. Mit dem Würgereiz bei der Magenspiegelung habe ich offen gestanden schon ziemlich gekämpft obwohl ich versucht habe mich zu entspannen und ruhig zu atmen. Der Würgereiz basiert halt auch auf einem natürlichen Schutzreflex, der von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Die Darmspiegelung ohne Spritze fand ich völlig unproblematisch. Bei meiner letzten Untersuchung habe ich mir eine Kombination aus Propofol und Ultiva spritzen lassen - das war schon sehr easy. Fazit: Ohne Spritze ist eine Magenspiegelung absolut machbar aber angenehmer ist es natürlich mit Sedierung. Deshalb mein Rat an alle Patienten, die sich unsicher sind, ob sie die Magen- und/oder Darmspiegelung mit oder ohne Spritze machen sollen: Sprechen Sie mit dem Arzt Ihres Vertrauens in Ruhe über beide Möglichkeiten. Eines sollte aber auf keinen Fall passieren: dass der Arzt die Untersuchung beschleunigt und weniger genau untersucht. Ich erkläre meinen Patienten deshalb immer genau, dass die Untersuchung ca. 10 Minuten dauert, wenn Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm gründlich angeschaut und die üblichen Gewebeproben entnommen werden. Mit freundlichen Grüßen Dr. Birgit Gergelyfy

Lissi, 10.03.2019 - 11:25 Uhr

Ich fürchte mich vor einer nötigen Gastroskopie, weil ich Probleme mit der Nasenatmung habe, wenn man mir die Zunge "nach unten" drückt (z. B. ZA). Kann man bei einer Gastroskopie auch durch den Mund atmen?? Habe Erstickungsängste. DANKE

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 11.03.2019

Liebe Lissi, klar, Sie können während der Untersuchung problemlos durch den Mund atmen. Das Gastroskop (= Schlauch des Magenspiegelgeräts) liegt ja in der Speiseröhre und nicht in der Luftröhre. Während des kurzen, angenehmen Dämmerschlafs atmen Sie ohnehin ganz ruhig und entspannt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Birgit Gergelyfy

Alexandra L., 11.10.2018 - 18:22 Uhr

Hallo, hatte heute eine Magenspiegelung mit Spray. Meine Frage, was bekommt man vorher zu trinken? Ein milchiges Zeug in kleinem Becher. Und woher kommt der ganze Schleim den man danach ausspuckt? Vielen Dank im Voraus

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 16.10.2018

Liebe Alexandra, eine Magenspiegelung mit Spray heißt wohl, dass Sie ein Lokalanästhetikum zur örtlichen Betäubung des Rachens bekommen haben. Das milchige Zeug in dem kleinen Becher war Endo-Paractol, das ist ein Entschäumer, also ein Mittel, das dafür sorgt, dass nicht so viel Schaumbildung im Magen ist, so dass die Schleimhaut besser sichtbar ist. Je nach Empfindlichkeit der Rachenschleimhaut kommt es zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Flüssigkeitsabsonderung der Schleimhaut. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man nach der Untersuchung viel Speichel und Schleim im Mund hat, den man ausspucken muss. Mit freundlichen Grüßen Dr. Birgit Gergelyfy

F. Gerrit, 09.12.2017 - 07:17 Uhr

Weshalb trägt der gesetzliche Patient die Kosten für die Sedierung selbst? Wie wäre es beispielsweise, wenn er die Kosten aus finanziellen Gründen nicht übernehmen könnte? Geht das dann in die Richtung: Kein Geld, dann musst du wohl Schmerzen und Unangenehmes durchstehen?

Antwort von Dr. med. Birgit Gergelyfy, verfasst am 12.12.2017

Liebe/r F. Gerrit, ....nein, so ist es nicht. Es gibt auch für gesetzlich versicherte Patienten eine Abrechnungsziffer, die der Arzt ansetzen darf. Dann zahlen in aller Regel auch die gesetzlichen Kassen die Sedierung. Manchmal gibt es allerdings Spezial- und Spartarife, die das nicht abdecken. In diesem Fall muss das jeder Einzelne mit seiner Versicherung klären. Wenn man aber den Superspartarif hat und z.B. 80 € weniger im Monat zahlt, ist es ja legitim, dass man eine Leistung für 40 € einmalig auch mal selbst zahlt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Birgit Gergelyfy

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