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Was beruhigt den Magen-Darm-Bereich bei Reizdarm und Reizmagen?

Frau Riecker

von
verfasst am

© Alexander Raths - fotoliaReizdarm: Einladungen zum Essen können belastend sein, wenn der Magen-Darm-Trakt darauf mit z. B. starken Blähungen reagiert. (© Alexander Raths - fotolia)Reizdarm zeigt unterschiedliche Symptome. Es kann zu Verstopfung, Durchfällen oder aber Blähungen und Bauchschmerzen kommen. Ebenso können der Magen oder Dünndarm Symptome von Überreizungen zeigen. Übelkeit und Erbrechen ohne eindeutige Ursache sind dabei möglich. 


Die Diagnose Reizdarm bzw. Reizmagen gilt als eine sogenannte Ausschlussdiagnose. D. h. zunächst muss eine organische Ursache in Form von z. B. Entzündungen oder Tumoren im Gastrointestinaltrakt ausgeschlossen werden. Dies geschieht zum einen durch

  • die Überprüfung diverser Blutwerte
  • einer Magen- bzw. Darmspiegelung und
  • einer Bauchultraschalluntersuchung.

Auch eine Stuhluntersuchung ist sinnvoll. Sind alle diese Untersuchungen ergebnislos, spricht man von einem Reizdarm/Reizmagen.

Bei manchen Patienten treten die Beschwerden scheinbar ohne erkennbaren Grund auf. Andere reagieren auf akute Stresssituationen oder in neuen unbekannten Situationen mit entsprechenden Symptomen. Auch wenn dadurch keine akute Gefahr für die Gesundheit besteht, ist es doch für Betroffene sehr belastend. 

Viele isolieren sich mehr und mehr. Einladungen zum Essen können belastend sein, wenn der Magen-Darm-Trakt darauf mit z. B. starken Blähungen reagiert. Aktivitäten werden oft so ausgerichtet, dass eine Toilette garantiert schnell zu erreichen ist. Konzerte z. B. sind bei plötzlich einsetzendem dringlichem Stuhldrang sehr problematisch, wenn man sich mitten im Publikum befindet. Oftmals ist der Alltag geprägt von der Angst vor entsprechenden Symptomen.


Ursachen für den Reizdarm

Die genaue Ursache für dieses Phänomen ist bisher nicht eindeutig geklärt. Man geht allerdings davon aus, dass die natürliche Darmperistaltik (Bewegung) nicht problemlos funktioniert. Die Muskeltätigkeit des Darmes ist aber erforderlich, um die verdaute Nahrung optimal zu transportieren. In der Darmwand befindet sich ein eigenständiges Nervensystem, das diese Vorgänge regelt.

Beim gesunden Menschen regt es die Darmmuskulatur dazu an, sich im Wechsel anzuspannen und zu erschlaffen. Dadurch wird der Stuhlbrei langsam und gleichmäßig weiterbewegt. Bei Reizdarmpatienten geschieht das entsprechend zu schnell oder zu langsam. Je nachdem, welche Beschwerden im Vordergrund stehen.

Außerdem geht man von einer gestörten Darmflora aus. D. h. die Bakterienkulturen im Darm unterscheiden sich von denen eines gesunden, beschwerdefreien Menschen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ebenso mitverantwortlich sein.


Mögliche therapeutische Ansätze in der naturheilkundlichen Praxis

Bei diesem Krankheitsbild ist eine ausführliche Anamnese sehr wichtig. Dazu gehört eine Analyse des alltäglichen Verhaltens wie

Entscheidend ist die Überprüfung des subjektiven Stresslevels.

Bei genauem Nachfragen kann man bei Reizdarmpatienten sehr häufig heraushören, dass die Beschwerden in akuten Stresssituation verstärkt auftreten.


1. Regelmäßiger Tagesablauf

Eine Beruhigung im Magen-Darm-Bereich stellt sich häufig dann ein, wenn man seinen Tagesablauf "regelt".

  • Eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung ist wichtig. Hierbei spielt auch eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit eine entscheidende Rolle.
  • Ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus sowie Stressmanagement und regelmäßige Entspannungsmaßnahmen sollten im naturheilkundlichen, ganzheitlichen Sinne unbedingt berücksichtigt werden.
  • Bei Menschen, die beruflich viel sitzen, sollte auch ein gesundes Maß an Bewegung in den Alltag integriert werden.


2. Hypnose

Hypnose kann bei Reizdarm/Reizmagen psychotherapeutisch für die Aufarbeitung von alten und/oder aktuellen Stressfaktoren angewendet werden. Ebenso kann in Hypnose ein tiefer Entspannungszustand gefördert werden, was das gesamte vegetative Nervensystem zur Ruhe bringt – somit eben auch den Magen-Darm-Trakt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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