Das Reizdarmsyndrom (RDS): Ursachen, Diagnose & Behandlung

Die genaue Diagnose des Reizdarmsyndroms ist der erste wichtige Schritt, um es zu behandeln. (© underdogstudios - fotolia)

Etwa 20 bis 30 % der Bevölkerung leiden an chronischen Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung oder beides im Wechsel.

Frauen sind davon etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Dauern diese Beschwerden länger als drei Monate an und wurden andere Magen-Darm-Erkrankungen ausgeschlossen, spricht man von einem Reizdarmsyndrom.

Der Leidensdruck der Patienten ist oft sehr hoch, da sie viele Untersuchungen und Arztbesuche hinter sich haben, bis letztendlich die richtige Diagnose gestellt wird.

Welche Ursachen stecken hinter einem RDS?

Das RDS ist an sich ungefährlich, kann aber die Lebensqualität der Patienten stark einschränken.
Manchen Menschen schlägt Stress im wahrsten Sinne auf den Magen und den Darm. Die Darmnerven geraten bei ihnen in eine Art Dauererregungszustand und kommen mit der Regulierung der Darmbewegungen durcheinander; es entstehen Beschwerden. Viele Betroffene leiden gleichzeitig auch an Depressionen und Angststörungen.

Sicher ist jedoch, dass es sich beim Reizdarmsyndrom um eine Störung des Bewegungsablaufs im Darm handelt. Neben psychischen Faktoren wie Stress können auch ungünstige Ernährungsweisen oder Lebensmittenunverträglichkeiten für diese Erkrankung verantwortlich sein.

Auch Magen-Darm-Infekte und eine bakterielle Fehlbesiedelung des Darms kommen als Auslöser in Frage. Emulgatoren, Stabilisatoren, die vor allem in Fertigprodukten verarbeitet werden, stehen im Fokus.

Vergleichende Darmflorauntersuchungen zwischen Reizdarm-Patienten und Gesunden haben gezeigt, dass es charakteristische Unterschiede gibt. So haben Reizdarm-Patienten vom Durchfall-Typ weniger Laktobazillen und Bifidobakterien als Gesunde.

So wird das RDS diagnostiziert

Im Rahmen der Diagnose steht zunächst ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch mit Fokus auf den vorliegenden Symptomen an.

Nach dem Gespräch wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei können nachstehende Methoden zum Einsatz kommen:

  • Abtasten des Bauches
  • Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane
  • Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Blutuntersuchung
  • Urin-Test
  • Stuhluntersuchung
  • Darmspiegelung

Zusätzlich sollten Frauen den Gang zum Gynäkologen in Erwägung ziehen, um Störungen in der Gebärmutter oder den Eierstöcken auszuschließen.

Wie kann das RDS behandelt werden?

Selten bessern sich die Beschwerden von allein. In den meisten Fällen verläuft das RDS chronisch und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen oft erheblich.

Die Behandlung des RDS ist komplex, aber erfolgsversprechend. Es erfordert von den Patienten viel Zeit und Geduld, da es am Ende darum geht, seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu verändern.

Wer diesen Weg einschlägt, hat dabei jedoch gute Chancen, seine Beschwerden zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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